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MT-Saisonbilanz: Warum Platz sieben ein Erfolg ist

Michael Roth. Foto: Heinz Hartung

Michael Roth. Foto: Heinz Hartung

Melsungen. Die gerade zu Ende gegangene Saison 2016/17 in der DKB Handball-Bundesliga verlief für die MT Melsungen nicht ganz so, wie insgeheim erhofft. Der sensationelle 4. Platz im vergangenen Jahr konnte nicht ganz bestätigt werden, aber dank eines phänomenalen Endspurts mit 19:1 Punkten in Folge erkämpften sich die Nordhessen mit Platz 7 ein sehr respektables Ergebnis in der stärksten Handball-Liga der Welt. Darüber hinaus waren die Rotweissen zum zweiten Mal nach 2014/15 auf europäischem Parkett vertreten. Im EHF-Cup drang das Roth Team bis ins Viertelfinale vor. Wie diese Saison insgesamt bewertet wird, verraten Trainer Michael Roth, Vorstand Axel Geerken und Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke.

Michael Roth: „Wir können stolz darauf sein, dass wir diesen Weg gegangen sind.“
Nach dem guten Einstieg in die Saison mit dem Erreichen der nächsten DHB-Pokalrunde, dachte wohl jeder, dass es nun auch in der Bundesliga gegen die beiden Aufsteiger so locker weiter geht. Doch dann haben wir gegen Coburg und Erlangen überraschend verloren und damit war der Start vermasselt. Es folgte eine weitere Niederlage gegen den amtierenden Meister Rhein-Neckar Löwen, ein Sieg gegen Gummersbach und wieder eine Niederlage gegen Flensburg/Handewitt. Mit 2:8 Punkten fanden wir uns Ende September dicht vor den Abstiegsrängen wieder. Den Oktober konnten wir dann im wahrsten Sinne vergolden, wir haben uns mit vier Siegen unten rausgekämpft. Aber im November kam quasi das Geschwür zurück. Die latente Krise – nicht zuletzt durch Verletzungen und Ausfälle begünstigt – machte sich wieder bemerkbar.  Das Fatale in solchen Phasen: Man hat keinen Puffer mehr, mit dem man mal schlechte Spiele wegstecken kann. Ist die Negativspirale erst einmal im Gange, ist es sehr schwer, sie umzukehren. Da hinterfragen dann alle Beteiligten, Spieler, Trainer und Management, kritisch ihr eigenes Tun und versuchen Lösungen zu finden, wie sich der Bock wieder umstoßen lässt. Die Hinrunde war für uns alle eine echte Bewährungsprobe. So erfolgreich, wie dann die Rückrunde gelaufen ist, u.a. mit den Highlights gegen Flensburg, Berlin und Leipzig und den 19:1 Punkten in Folge, kann man sagen: Bewährungsprobe bestanden! Wir können stolz darauf sein, dass wir diesen Weg gegangen sind.

Man darf ja nicht vergessen, dass die MT in den letzten Jahren vieles richtig gemacht hat. Das zeigen sowohl die kontinuierliche Entwicklung in der Bundesliga, wie auch die beiden Teilnahmen am DHB-Pokal Final Four und an den Viertelfinals im EHF-Cup. Und auch die Jugendarbeit trägt inzwischen Früchte. So hat sich mit Johannes Golla ein Talent bereits in den Bundesligakader hineingespielt, mit Fin Backs und Dimitri Ignatow stehen zwei weitere vor ihrem Wechsel vom Jugend- in den Aktivenbereich.

Die Top-Sechs in Angriff nehmen
Wir verstärken uns mit nicht nur namhaften, sondern auch mit sehr guten Spielern. Das wird unsere Mannschaft in ihrer Entwicklung insgesamt weiterbringen. Wir haben die Vision, in 2020 Champions League zu spielen und somit betrachten wir die kommenden Saison als eine Art erste Vorbereitung. Da passt es ganz gut, dass wir diesmal den Stressfaktor Europapokal nicht haben. Zum Angriff auf die drei großen Clubs wird es noch nicht reichen. Dahinter müssen wir uns mit direkten Konkurrenten wie etwa Berlin, Magdeburg, Leipzig oder auch Wetzlar messen. Natürlich ist die Erwartungshaltung im Umfeld aufgrund der hochkarätigen Neuzugänge entsprechend gestiegen. Ich denke aber, wir sind gut beraten in diesem ersten Jahr unseres Umbruchs einen Platz unter den Top-Sechs anzupeilen, was in dieser starken Liga schon ein guter Erfolg ist.

Axel Gerken: „Eine sportliche Weiterentwicklung ist immer nur möglich, wenn auch der wirtschaftliche und der organisatorische Rahmen stimmen.“

Axel Geerken. Foto: Alibek Käsler

Axel Geerken. Foto: Alibek Käsler

Wir haben ein gutes Team hinter dem Team. So decken wir die Arbeitsfelder Management, Organisation, Controlling, Marketing, Ticketing und Kommunikation mit eigenen personellen Ressourcen ab. Darüber hinaus ziehen wir in Teilbereichen externe Spezialisten hinzu – nicht zuletzt, um auch den Blick von außen zu bekommen.

Die Tatsache, dass wir auch für die kommende Saison, wie schon in all den Jahren zuvor, die Ligalizenz ohne jegliche Auflagen erteilt bekommen haben, bestätigt unser kontiniuierliches und maßvolles wirtschaftliches Handeln. Den positiven Trend im Sponsoring zum Beispiel konnten wir fortsetzen. Ausser auf unseren langjährigen Hauptsponsor B. Braun Melsungen AG  können wir inzwischen auf über 160 weitere Unternehmen aller Größenordungen zählen. Durch Hinzugewinnung neuer Partner und durch Ausweitung bestehender Engagements ist es gelungen, den Etat von 4,75 Mio im letzten Jahr auf rund 5 Mio. für die kommende Saison zu erhöhen.

Herausragende Unterstützung haben wir auch in dieser Saison wieder durch die Zuschauer erhalten. Obwohl wir sportlich etwas hinter unseren eigenen Erwartungen und denen der Fans zurückgeblieben sind, haben wir den guten Zuschauerschnitt vom letzten Jahr sogar noch etwas steigern können. Insofern sind wir mit der Hallenauslastung von 90 Prozent sehr zufrieden. Das sind übrigens genau 3.870 Besucher pro Heimspiel und bedeuten für uns Rekord in der 4.300 Plätze bietenden Rothenbach-Halle.

Einheitlicher Spielplan und mehr TV-Präsenz
Wie immer bietet eine neue Saison auch stets neue Herausforderungen und neue Möglichkeiten. Dazu gehört unter anderem die Umsetzung des Ligavertrags mit dem Sender SKY. Damit beginnt ein neuer Abschnitt der TV Präsenz. Positiver Nebeneffekt: Es gibt einen einheitlichen Ligaspielplan mit Sonntag, 12:30 Uhr, als Hauptspieltermin und Donnerstag, 19:00 Uhr, als Ausweichmöglichkeit. Alle Spiele sollen im TV zu sehen sein, dabei wird SKY die Bundesliga im bislang nur von der Champions League her bekannten hohen Niveau präsentieren. Natürlich bedeutet der Sonntagstermin eine gewisse Umstellung, sowohl für die Mannschaft hinsichtlich Trainingssteuerung und Logistik, als auch für die Fans. Aber ich bin zuversichtlich, dass dies nach einer gewissen Umgewöhnungsphase positiv umgesetzt und wahrgenommen wird.

Barbara Braun-Lüdicke: „Spitzensport in der Region hat einen Namen – MT!“

Barbara Braun-Lüdicke. Foto: Alibek Käsler

Barbara Braun-Lüdicke. Foto: Alibek Käsler

Der Aufsichtsrat als Kontrollgremium der MT Spielbetriebs- und Marketing AG hat das sportlichen Abschneiden der Mannschaft positiv bewertet. Unter den gerade zu Anfang der Saison widrigen Bedingungen mit Verletzungen und Ausfällen ist der 7. Tabellenplatz ein sehr gutes Ergebnis. Den sehen wir deshalb gegenüber Platz vier in der vergangenen Saison auch keineswegs als Rückschritt. Und wenn, dann nur, um einen neuen Anlauf zu nehmen. Es ist letztlich eine weitere wichtige Erfahrung für unsere künftige Entwicklung. Uns allen war klar, dass ein solches  Abschneiden nur bestätigt werden kann, wenn die Mannschaft nahezu verletzungsfrei bleibt und auch das notwendige Quäntchen Glück hat. Natürlich hätten wir es gern gesehen, erstmalig in der Vereinsgeschichte in das EHF-Cup Final Four einzuziehen und so um einen Titel auf europäischer Ebene zu spielen. Aber auch das Erreichen eines Viertelfinales wissen wir zu würdigen.

Mit Beginn der neuen Saison leiten wir einen personellen Umbruch in der Mannschaft ein, der uns ganz sicher neue Perspektiven eröffnen wird. Erfolg im Sport ist bekanntlich nur bedingt planbar ist, Aber wer die vergangenen 12 Jahre der MT in der höchsten Spielklasse verfolgt hat, wird festgestellt haben, dass sich Geduld und Kontinuität auf Sicht immer lohnen. Mit der MT hat der Spitzensport in der Region einen Namen – stets auch mit der Verpflichtung verbunden, dem Nachwuchs eine Plattform zu bieten. So blicken wir, und mit uns gemeinsam auch hoffentlich wieder viele Fans, voller Vorfreude auf unser 13. Jahr in der stärksten Handball-Liga der Welt.

Die wichtigsten Termine der Saisonvorbereitung:
12.07.17: Trainingsauftakt Bundesliga-Mannschaft
14.07.17: Mannschaftsvorstellung Schlossgarten Melsungen
16.-23.07.17: Trainingslager Bundesliga in Fleesensee mit Testspielen auf dem Hin- und Rückweg
26.07.17: Testspiel in Eschwege gegen TV Hüttenberg
28.-30.07.17: Turnier in Altensteig
02.-06.08.17: Sparkassen Handball-Cup, u.a. in Gensungen, Halbfinale in?Melsungen
10.08.17: MT Sommerfest by Glinicke in Kassel inkl.. Mannschaftsvorstellung
11.-13.08.17: Harzenergie-Cup in Ilsenburg,
19./20.08.17: DHB-Pokal Runden 1 u. 2
So., 27.08.17: Bundesligastart 2017/18 (auswärts bei einem der Aufsteiger) – (Änderungen möglich)

(Bernd Kaiser)



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