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Metallbauer fordern Flexibilität bei Integration von Flüchtlingen

Flüchtlinge können eine positive Rolle spielen und die Fachkräfte von Morgen werden. Foto: Aktion Modernes Handwerk (AMH)

Flüchtlinge können eine positive Rolle spielen und die Fachkräfte von Morgen werden. Foto: Aktion Modernes Handwerk (AMH)

Schwalm-Eder. Das Metallhandwerk gehört traditionell zu den größeren Ausbildern im Schwalm-Eder-Kreis. Wie viele andere Berufe suchen auch die Metallbauer Berufsnachwuchs. Potenzial sehen die Betriebe auch in der Ausbildung von Flüchtlingen. Aber die gelebte Praxis ist „bürokratisch kompliziert und langwierig“, sagte Obermeister Frank Pfau (Treysa) auf der Jahreshauptversammlung der Metall-Innung Schwalm-Eder. „Die Verwaltung wird oft als hinderlich, statt als förderlich empfunden“, sagte er.

Betriebe und Betroffene sind nicht selten enttäuscht. „Der anfänglichen Offenheit ist oft eine Ernüchterung gefolgt. So sei jedem klar, dass die Sprachkompetenz am Anfang einer Entwicklung steht. Trotzdem dauert es zu lange bis die Flüchtlinge einen Platz im Sprachkurs erhalten. Wenn sich ein Betrieb findet, der ein Praktikum, eine Beschäftigung oder eine Ausbildung anbietet, dann fehlt oft die Arbeitserlaubnis oder der Aufenthaltsstatus ist ungeklärt. Wenn es schlecht läuft, dann wird erst qualifiziert, um dann abzuschieben. Das kostet Zeit und Geld.

Allein 2016 hat sich der Bund mit rund 9,3 Milliarden Euro an den Asylkosten von Ländern und Kommunen beteiligt. Abgesehen von den Kosten schaffe das Vorgehen Unverständnis bei den Betroffenen und den Betrieben. Zuweilen werden die zuvor geleisteten Arbeiten und Mühen damit in Frage gestellt. Zudem klagen viele Flüchtlinge gegen den Abschiebebescheid. Alleine im ersten Quartal 2017 wurden deutschlandweit  rund 97.000 Haupt- und Eilverfahren bei den Verwaltungsgerichten eingereicht, zitiert Pfau aus den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Oft springen dann auch die Betriebe ab, weil sie kein Interesse an den Auseinandersetzungen haben, zumal diese Unsicherheit meist nervig und zeitaufwendig ist. Von den Betrieben hört er immer öfter negative Aussagen zu dieser Vorgehensweise.

Obermeister Frank Pfau. Foto: Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder

Obermeister Frank Pfau. Foto: Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder

Seit Februar hat die Kreishandwerkerschaft die Stelle eines „Willkommenslotsen“ geschaffen. Der soll die Betriebe unterstützen, die Flüchtlinge ausbilden oder beschäftigen möchten. „Eine gute Maßnahme und eine wichtige Unterstützung für die Betriebe“, lobt Pfau. „Die Betriebe brauchen Unterstützung, besonders in der Ausbildung von Flüchtlingen, damit sich nicht der Eindruck verfestigt, dass alle Probleme bei ihnen abgeladen werden“. Pfaus Erfahrungen mit Flüchtlingen sind überwiegend positiv. „Die Flüchtlinge könnten hier eine positive Rolle spielen und die Fachkräfte von Morgen werden“, sagte Pfau überzeugt. Solange der Staat aber auf solche Systeme setzt, wird es wohl eher schwer werden. Eine Diskussion über den Abbau von Bürokratie ist aus seiner Sicht dringend nötig.

Ausbildung und Recht
Dass Innung und Berufsschule gut zusammenarbeiten, erklärte Uwe Gerloff für die Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Schule. Er stellte den Innungsmitgliedern neue Systeme der Pneumatik und Hydraulik vor, die künftig in der Ausbildung Anwendung finden. Über aktuelle Urteile im Werksvertragsrecht referierte Rechtsanwalt Eberhard Dippolter. (red)



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