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Kreis legt Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie vor

750.000 Euro aus Landesmitteln sowie 50.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds für die Umsetzung

Schwalm-Eder. Der Schwalm-Eder-Kreis hat in Zusammenarbeit mit den Akteuren des regionalen Arbeitsmarktes eine neue Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie entwickelt und damit die Weichen für die positive Weiterentwicklung des Kreises gestellt. Die Strategie greift bis ins Jahr 2019 und soll die positive Entwicklung im Landkreis in Schwung halten und so gestalten, dass alle daran teilhaben können. Landrat Winfried Becker und Vizelandrat Jürgen Kaufmann haben in mehreren Workshops selbst aktiv an der Erstellung der Strategie mitgewirkt.

„Wie alle ländlichen Regionen ist der SEK vom demographischen Wandel betroffen. Damit die Wirtschaft trotz steigenden Altersdurchschnitts und sinkender Schulabgängerzahlen auch in Zukunft Fachkräfte in ausreichender Menge findet, müssen heute die Weichen richtig gestellt werden“, heißt es zur Begründung. Mit aufeinander abgestimmten Maßnahmen und Initiativen zur Berufsorientierung, zur Sicherung von Ausbildungsverhältnissen und zur Integration in den Arbeitsmarkt solle dies sichergestellt werden.

Daneben würden Angebote zur Nachqualifizierung, zur fortlaufenden Weiterbildung und zur Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte immer wichtiger. „Fachkräfte ausbilden, binden und gewinnen, das ist ein wichtiges Kernstück zukunftsorientierter regionaler Wirtschaftspolitik, dem der SEK mit der vorgelegten und bereits vom Kreisausschuss genehmigten Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie nachkommen will“, schreibt Kreis-Pressesprecher Stephan Bürger in einer Mitteilung. Ausgewiesener Schwerpunkt sei dabei für den Landkreis die Sicherung von Fachkräften und die Integration Benachteiligter in den Arbeitsmarkt.

„Wir wollen vor Ort den Wandel so gestalten, dass niemand abgehängt und ausgeschlossen wird, sondern möglichst alle von neuen Chancen und Möglichkeiten profitieren“, so Landrat Winfried Becker. „Wir wollen die Wirtschaft und die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis in die Lage versetzen, mit dem steten Wandel mitzuhalten und ihn bewusst und selbstbestimmt zu gestalten. Dafür ist es wichtig, dass die vielen Bemühungen, die – oft auch mit Landes- oder Bundesförderung – von Einzelnen, Unternehmen, Institutionen und Verbänden bereits unternommen werden, sich sinnvoll ergänzen und gegenseitig in ihrer Wirksamkeit verstärken. Wir streben an, diese Aktivitäten und Initiativen zu fördern, diese Vielfalt aber auch zu koordinieren und so zu steuern, dass das gemeinsame Ziel erreicht wird“, so Becker weiter.

Zur Finanzierung des vorgesehenen Maßnahmenkatalogs werden Bundes- und Landesmittel sowie Mittel des Jobcenters und des Schwalm-Eder-Kreises eingesetzt. Für 2017 fließen erneut Mittel in Höhe von insgesamt 800.000 Euro in den Landkreis. Mit 750.000 Euro stellt der Anteil der Landesmittel dabei den größten Posten dar.

„Alle diese Maßnahmen und Hilfestellungen im Rahmen unseres Arbeitsmarkt-, Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets erleichtern benachteiligten Menschen den Zugang in den ersten Arbeitsmarkt und sind damit ein wichtiger Baustein im Rahmen der Arbeitsmarktstrategie des Schwalm-Eder-Kreises“, so Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Jürgen Kaufmann.

Folgende Projekte werden u.a. umgesetzt:
Im Rahmen des Arbeitsmarktbudgets wird das „Fallmanagement SGB XII“ in enger Zusammenarbeit zwischen Kreis und Jobcenter gefördert. Durch individuelle Hilfskonzepte werden die Menschen begleitet, damit die (Re-)Integration in den Arbeitsmarkt, die Verbesserung des sozialen Umfeldes oder die Stabilisierung der gesundheitlichen Lage gelingen. Dieses Projekt wird unter anderem aus Mitteln des ESF finanziert.

Im Rahmen einer außerbetrieblichen Berufsausbildung, kombiniert in einer integrativen und kooperativen Form, sollen besonders benachteiligte Ausbildungsstellensuchende oder -abbrecher zu einem erfolgreichen Abschluss gelangen.

Das „Jobcafé“ dient als Unterstützungs- und Motivationselement sowie als Ort zum Austausch in Netzwerken für junge Mütter und Väter. Durch unterschiedlichste Angebote im „Jobcafé“ – angesiedelt an die Familienzentren im Kreis – soll eine höhere Inanspruchnahme der Angebote des Jobcenters erreicht werden.

Das seit 2016 bestehende „Flüchtlingskonzept“ des Schwalm-Eder-Kreises wurde angepasst und für 2017 aktualisiert. Mit den Schwerpunkten Dolmetscherpool, Eignungsfeststellung, Arbeitsgelegenheiten, Aktivierungsmaßnahmen und der Akquise von Einstiegsqualifizierungsstellen soll die Integration von Flüchtlingen gelingen. Die tendenziell eher arbeitsmarktfremde Zielgruppe der Flüchtlinge soll über adäquate Fördermaßnahmen mit entsprechender Sprachförderung erreicht werden. Für dieses zweijährige Gesamtkonzept stellt der Schwalm-Eder-Kreis 1.000.000 Euro zur Verfügung.

Über das Projekt „Kompetenzen erkennen – Wege finden“ sollen Jugendliche und junge Erwachsene neue Perspektiven für die schulische oder berufliche Zukunft erhalten. Junge Menschen, bei denen bisher kein Übergang von Schule in Ausbildung oder Beruf stattgefunden hat, Menschen mit Migrationshintergrund, die keine Kenntnisse über das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem haben oder auch Schulverweigerer oder –abbrecher sollen erreicht und aktiviert werden.

Kurzinfo – Europäischer Sozialfonds
Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste Instrument der Europäischen Union zur Förderung der Beschäftigung in Europa. Er verbessert den Zugang zu Arbeitsplätzen, bietet Qualifizierung und unterstützt die soziale Integration. (red)



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