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Neustart des Forum Asyl

Forum-Asyl.Schwalmstadt -Gespräche in den AGs. Foto: nh

Forum-Asyl.Schwalmstadt -Gespräche in den AGs. Foto: nh

Schwalmstadt. Schwalmstadt ist eine bunte Stadt und profitiert davon – so lautete das Fazit von Diakon Björn Keding bei seinem Bericht zu aktuellen Lage des „Forum-Asyl.Schwalmstadt“. Dessen Mitglieder trafen sich am vergangenen Dienstagabend, um über eine Neuausrichtung zu beraten. Knapp 40 ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer der Flüchtlingsbegleitung waren dazu in den Hephata-Kirchsaal gekommen. Schwalmstadt ist bunt – weil: „Über 3000 Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern leben in Schwalmstadt, davon befinden sich 205 im Asylverfahren. Jeden Monat werden dem Schwalm-Eder-Kreis zirka 20 bis 50 Flüchtlinge zugewiesen“, so Keding. Insgesamt stünden 246 Namen auf der Helferliste des Forums. „Das Forum-Asyl. Schwalmstadt ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Keding, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata und Gründungsmitglied des Forums. „Hätte uns jemand im Jahr 2015 gesagt, dass wir mal geflüchtete Menschen bei der Steuererklärung unterstützen, hätten wir das nicht geglaubt. Was für ein schönes Zeichen, dass es jetzt so ist.“

Zugleich merkte Keding jedoch an, dass die öffentliche Wahrnehmung für die Notwendigkeit von Flüchtlingsarbeit gesunken sei. Eine Teilnehmerin stellte die Frage: „Wenn man mal überlegt, wie wir angefangen haben. Wo sind die 100 Leute von damals geblieben?“ Als umso wichtiger bezeichnete Keding es dann für die künftige Arbeit des Forums, Menschen gut zu begleiten und weniger, zusätzliche neue Angebote zu erschließen. Zumal das Forum künftig auf eine hauptamtliche Projektkoordination verzichten muss. „Projektkoordinatorin Clara Förster hat dem Forum eine stabile Struktur gegeben. Wir bedauern den Verlust der Projektstelle sehr“, so Keding weiter. Die Sozialmanagerin ist seit Juli 2015 als Projektkoordinatorin Asyl für die Hephata Diakonie tätig und hatte in dieser Funktion auch die Koordination des „Forum-Asyl.Schwalmstadt“ übernommen. Die Stelle wird von der „Aktion Mensch“ gefördert. Die Förderung läuft zum 30. Juni aus „Alle Versuche, zumindest eine weitere 70-prozentige Finanzierung der Stelle sicher zu stellen, wurden abgelehnt oder sind noch nicht entscheiden. Somit haben wir keine Planungsperspektive“, so Keding. Er dankte Clara Förster für deren Engagement und Arbeit für das Forum. Clara Förster lobte die „personenorientierte, beziehungsbasierte und sehr mittelbare Hilfe der Ehrenamtlichen im Forum: „Ich bin sehr froh, dass ich Teil dessen sein kann. In den vergangenen Jahren hatte ich viele interessante Begegnungen. Das hat Schwalmstadt für mich noch mal attraktiver gemacht. Ich möchte in der Region bleiben. Vielen Dank an Euch!“

Um an einer gemeinsamen Neuausrichtung des Forums zu arbeiten, teilten sich die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in vier Kleingruppen auf: Sprache, Begegnungstreffen, Patenschaften und Vermischtes. „Das stellt eine starke Reduzierung der Arbeit des bisherigen Forums da, die wir auf jeden Fall hinbekommen sollten“, sagte Keding.

In den vier Arbeitsgruppen wurden Erfahrungen und künftige Aufgaben besprochen. Die Teilnehmer der AG Sprache hielten es für wichtig, dass ehrenamtliche Sprachkurse parallel zu den staatlich organisierten Kursen stattfänden, auch um Hausaufgaben und Fragen aus den regulären Sprachkursen zu klären. In der AG Begegnungstreffen wurden Wünsche nach gemeinsamen Ferienbetreuungen für ausländische und deutsche Kinder sowie gemeinsame Freizeitangebote wie Sport und Wandern geäußert. In der AG Patenschaften diskutierten die Helferinnen und Helfer darüber, wie die derzeit 30 bestehenden Patenschaften für Flüchtlinge in Schwalmstadt weiter gut gestaltet werden können. In der AG Vermischtes entstand die Idee einer Fortbildungsreihe „Alltagskompetenzen“ für geflüchtete Menschen zu Themen wie Mülltrennung, Bedienung von Elektrogeräten, Stromverbrauch, gesunder Ernährung, Medikamentendosierung und Familienplanung.

Neben den ehrenamtlichen Akteuren stellten auch die hauptamtlichen Flüchtlingsbegleiter ihre Angebote vor. Das waren die Betreuungsstelle Zuwanderer der Kreisverwaltung, der Verein Arbeit und Bildung, die Berufshilfe der Hephata Diakonie und der Ausbildungsverbund Starthilfe. Daniel Helwig, Ehrenamtskoordinator des Kirchenkreises, präsentierte den neuen „Werkraum“ in der Treysaer Steingasse. Dieser ist, wie auch der Secondhandladen Allerhand in Ziegenhain, ein Angebot des Evangelischen Kirchenkreises für alle Menschen der Region.

„Wir werden die Ergebnisse des Treffens nun noch mal besprechen und genauer überlegen, wie wir die Neuausrichtung des Forums in den kommenden Monaten gestalten. Wir freuen uns auf jeden Fall über alle Menschen, die uns unterstützen wollen“, so Björn Keding. (red)

 



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