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Kein Gang nach Canossa

Auf Netzwerkreise. Europastaatssekretär Mark Weinmeister (hi. 2. v. li.) mit der Vereinsvorsitzenden Ulrike Keß (hi. li.) und Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat (hi. 3. v. li.) sowie weiteren Vereinsmitgliedern. Foto: nh

Auf Netzwerkreise. Europastaatssekretär Mark Weinmeister (hi. 2. v. li.) mit der Vereinsvorsitzenden Ulrike Keß (hi. li.) und Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat (hi. 3. v. li.) sowie weiteren Vereinsmitgliedern. Foto: nh

Fritzlar. Auf seiner Sommerreise durch Nordhessen hat Europastaatssekretär Mark Weinmeister die Bedeutung von Städte- und Gemeindepartnerschaften für das Zusammenwachsen Europas betont. „Europa ist kein Projekt der Politik, sondern wird auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn die Menschen sich immer und immer wieder begegnen“, sagte er am Montag.

Besuch italienischer Schüler auf dem Kaiserfest

Als Etappenziele besuchte Weinmeister verschiedene Partnerschaftsvereine und andere Gruppen, die den Austausch fördern und sich für kulturelle Begegnungen einsetzen. Eine seiner Stationen war Fritzlar, wo der Netzwerkpartner „Partnerschaftsverein Fritzlar-Casina e.V.“ seit vielen Jahren einen intensiven Austausch zwischen der Domstadt und dem italienischen Casina pflegt. Bei seinem Besuch übergab der Europastaatssekretär gestern der Vorsitzenden Ulrike Keß in Anwesenheit von Bürgermeister Hartmut Spogat sowie weiteren Vereinsmitgliedern einen Bescheid in Höhe von 4.500 Euro. Die Landesmittel stammen aus dem Programm „Förderung des Europagedankens und interregionaler Zusammenarbeit“ und sind ein Zuschuss für den geplanten Besuch einer Schülergruppe aus der italienischen Partnerstadt Casina zum Kaiserfest 2018 in Fritzlar.

Heinrichs Kniefall vor der Burg

Die Domstadt Fritzlar lebt mit Casina wohl eine der ältesten Städtepartnerschaften Hessens. Offiziell seit dem Jahr 2000, praktisch jedoch seit rd. 1.000 Jahren, denn die Cousine des Stadtherrn, Kaiser Heinrich IV., war Herrin auf Burg Canossa – in der heutigen Emilia Romagna – und hieß Markgräfin Mathilde von Tuszien. Die hochgestellte Dame versuchte im Streit zwischen ihrem Cousin Heinrich und dem mit ihr befreundeten Papst Gregor VII. zu vermitteln. Dass Heinrich trotzdem drei Tage im Schnee vor der Burg knien musste, nehmen die Fritzlarer ihr nicht übel. Im Gegenteil, die Geschichte wird mithilfe der italienischen Freunde auf dem Kaiserfest in Fritzlar vom 17.-19. August in einer deutsch-italienischen Laien-Produktion begeistert nachgespielt.

Beweis gegen europafeindliche Tendenzen

Beim Treffen mit Europastaatssekretär Mark Weinmeister war das diesjährige mittelalterliche Kaiserfest – Magnet für die ganze Region – deshalb auch ein Hauptthema. „Eine gemeinsame tausendjährige Geschichte wie die von Fritzlar und Casina ist der geschichtliche Gegenbeweis für alle europafeindlichen Tendenzen“, betonte Weinmeister. „Und dass sie heute noch so lebendig ist, wie hier in Fritzlar, stimmt mich hoffnungsvoll und ist ein tolles Beispiel für die großartigen Aktivitäten unserer Netzwerkpartner in Sachen Europa!“ zeigt sich der Europastaatssekretär begeistert.

Hintergrund der Netzwerkreise

Die Sommerferienzeit nutzt Europastaatssekretär Mark Weinmeister, um verschiedene Netzwerkpartner zu besuchen und den persönlichen Austausch zu intensivieren. Diese Gelegenheit bietet das Europanetzwerk seinen Partnern, um lebendiger und bekannter zu werden. Die Gespräche werden auch genutzt, um die Debatte über Europas Zukunft aufrecht zu erhalten und die gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Themen zu besprechen. (red)



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