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Tolle Kulisse für den Rekordmeister

Szene aus dem Pokalspiel im November mit Johan Sjöstrand, der zwischen 2013 und 2015 mit dem THW zwei Deutsche Meisterschaften errang. Foto: Käsler
Szene aus dem Pokalspiel im November mit Johan Sjöstrand, der zwischen 2013 und 2015 mit dem THW zwei Deutsche Meisterschaften errang. Foto: Alibek Käsler

Kassel. Gleich im zweiten Heimspiel im neuen Jahr serviert die MT Melsungen ihren Fans einen absoluten Leckerbissen: Mit dem THW Kiel gibt eine der weltweit erfolgreichsten Vereinsmannschaften in dieser Sportart ihre Visitenkarte in Kassel ab. Anwurf in der bereits seit Wochen mit 4.300 Zuschauern restlos ausverkauften Rothenbach-Halle ist am Donnerstag um 19:00 Uhr. Das Spiel wird live von SKY übertragen.

Zebras dürfen nicht patzen

In der Rückrunde in der DKB Handball-Bundesliga ist zwar erst ein Drittel der Spiele absolviert, aber schon jetzt wetzen die Teams eifrig ihre Krallen, um die selbstgesteckten Saisonziele zu erreichen. Für einige geht es etwa darum, nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten, für andere um das Erreichen internationaler Startplätze oder gar um eine gute Ausgangsposition fürs Titelrennen.

Die hat zur Zeit die verlustpunktfreie SG Flensburg-Handewitt inne. Der deutsche Rekordmeister hingegen, der THW Kiel, besetzt zwar die Verfolgerposition, hat aber bereits sechs Miese auf dem Konto. Und ist in diesem Jahr seit gefühlt einer halben Ewigkeit erstmals nicht in der europäischen Königsklasse am Start, sondern „nur“ im EHF-Cup. Um nächstes Jahr international wieder auf höchster Ebene mitmischen zu dürfen, muss in der Bundesliga schon wenigstens Platz zwei belegt werden. Die Zebras dürfen sich keine weiteren Ausrutscher erlauben, müssen also unbedingt am Donnerstag in Kassel gewinnen.

MT mit Lust aufs Spiel

Auf der anderen Seite wartet mit der MT eine Mannschaft, die in diesem Spiel praktisch nichts zu verlieren hat. Die Außenseiterrolle nimmt man ihr angesichts der weiterhin dezimierten Besetzung widerspruchslos ab. Auch wenn sie zuletzt aus Göppingen beide Zähler mit nach Hause gebracht und dort eine famose erste Halbzeit abgeliefert hat. Was bei den Rotweißen den Gute-Laune-Pegel hat weiter steigen lassen. Heiko Grimm bringt die Ausgangslage der beiden Kontrahenten auf eine einfache Formel: „Kiel hat Druck, wir haben Lust!“ Welcher der beiden Kontrahenten kommt also besser mit seiner Rolle klar?

Im Hinspiel und im Pokal waren dies eindeutig die Zebras. Dabei war die 19:31-Schlappe zuletzt schnell aus dem Köpfen der MT-Cracks und deren Anhang verschwunden. Länger wirkte bei allen Beteiligten und Außenstehenden die Schrecksekunde nach, als Domagoj Pavlovic schreiend vor Schmerz seine schwere Verletzung kundtat. Der MT-Spielmacher ist jetzt, drei Monate später, noch immer außer Gefecht.

Klar favorisierte Kieler

Weil im weiteren Saisonverlauf unter anderem auch noch Julius Kühn und Marino Maric ausfielen, hat man sich bei der MT daran gewöhnt, in dezimierter Besetzung anzutreten. In der durchaus auch unerwartete Ergebnisse erzielt werden. Wie etwa zuletzt der 30:27-Sieg in Göppingen.
„Solche Erfolge beeinflussen die Stimmung natürlich extrem positiv. Und die wollen wir mit in das Spiel gegen den klar favorisierten THW Kiel hineintragen“, verrät Heiko Grimm.

Die Vorbereitung hat quasi schon am Sonntag auf der Rückfahrt von Göppingen begonnen. Da lief zum ersten Mal ein Gegnervideo im Bus. Die darin vorkommenden Hauptdarsteller aber waren nicht die Kieler, sondern deren Kontrahenten, die Magdeburger. Die brachten nämlich kürzlich das Kunststück fertig, die Zebras in deren heimischem Gehege straucheln zu lassen. Wie übrigens auch schon im Hinspiel.

Größtes Repertoire an Angriffen

Muss man sich als MT, um ebenfalls Kiel in die Knie zu zwingen, also nur genau anschauen, wie das der SCM gemacht hat? Und das dann möglichst gut kopieren? Heiko Grimm winkt ab. „Klar, solch eine Analyse gibt einige Hinweise, wo eine Mannschaft in dem Spiel ihre Schwächen und die andere ihre Stärken hatte. Aber davon darf man sich gerade gegen einen Gegner wie Kiel nicht allzu viel erhoffen. Der THW ist wohl die Mannschaft in der Liga, die über das größte Repertoire an Angriffshandlungen verfügt. Die wissen praktisch auf alles, was der Gegner macht, eine Antwort.“

„Um eine Chance zu haben, müssen wir am Donnerstag über uns hinauswachsen. Wir brauchen eine sehr gute Abwehr mit sehr guten Torhüterleistungen, möglichst viele schnelle Tore und ein Publikum, welches uns förmlich durch die 60 Minuten trägt“, fährt der MT-Coach fort.

Cool bleiben und Spiel durchziehen

Die MT hat Lust, der THW hat Druck. Und Ausnahmekönner wie zum Beispiel Andy Wolff, Domagoj Duvnjak, Steffen Weinhold, Patrick Wiencek, Lukas Nilsson oder Niclas Ekberg. Der mahnt: „Wir kennen das, was uns dort erwartet“ und meint damit den letzten Auftritt seines Teams in Kassel am 10. September 2017, als sich die Zebras mit 25:29 geschlagen geben mussten. Sein Rezept für Donnerstag: „Wir müssen cool bleiben und unser Spiel durchziehen.“

Schiedsrichter in Kassel:
Robert Schulze / Tobias Tönnies (Magdeburg); DHB-Spielaufsicht Jutta Ehrmann-Wolf.

Bisherige Ligaduelle:
27 Spiele, davon 23 Siege THW, 4 Siege MT.

Vergleiche in dieser Saison:
27.11.2018, DHB, THW Kiel – MT Melsungen 31:19
27.09.2018, HBL, THW Kiel – MT Melsungen 37:20

Gegnerinfo:
www.thw-handball.de

Liveberichterstattung:
TV: SKY, Kommentator ist Karsten Petrzika, als Experte fungiert Handball-Ikone Stefan Kretzschmar. Radio: Radio HNA, Kommentator ist Jens Nähler.

Besonderheit:
Die MT Melsungen wird aus Anlass des Todes von Karl Reinbold, einem maßgeblichen Wegbereiter des Melsunger Handballs, mit Trauerflor auflaufen, zudem wird es eine Gedenkminute geben.

(red)



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