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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Anregungen zur Garten- & Stadtgestaltung

Beim Erhalt und der Erweiterung natürlicher Lebensräume für Insekten und Vögel zählt jeder Quadratmeter. Foto: Werkmeister
Beim Erhalt und der Erweiterung natürlicher Lebensräume für Insekten und Vögel zählt jeder Quadratmeter. Foto: Werkmeister

Homberg. Der SPD-Ortsverein startete seine diesjährige offene Veranstaltungsreihe zur Stadtentwicklung mit einer Experten- und Diskussionsrunde zum Thema »Naturnahe Stadt- und Gartengestaltung«.

„Jeder Quadratmeter zählt“

Dazu begrüßte Vorsitzender Martin Herbold die Referenten Rainer Hartmann (Vors. NABU Homberg), Helene Pankratz (Klimaschutzmanagerin der Stadt Homberg) und Olaf Hausmann (Bürgermeister der Stadt Kirchhain). Mit Kurzreferaten und anschaulichem Bildmaterial stellten die Referenten ihre unterschiedlichen Themen vor.

Rainer Hartmann ging vor allem auf die Veränderungen der heimischen Lebensräume von Insekten und Vögeln ein und stellte positive und negative Beispiele der Garten- und Landschaftsgestaltung gegenüber: Blütenreiche Gartenbeete, Obststräucher und Bäume sind ein Paradies für Insekten, Vögel und Kleintiere. Graue Steinwüsten sind letztlich der Tod von Flora und Fauna.

Heckenschnitte seien zwar sinnvoll und notwendig, doch die „brutale Rasur“ von Büschen, Hecken und Bäumen, wie sie vielerorts zu sehen sei, zerstöre die Natur und die Lebensgrundlagen der heimischen Tierwelt. Auch die Landwirtschaft, so Hartmann, müsse bei der Anlage von Blumenwiesen und blühenden Ackerrandstreifen mit ins Boot genommen werden.

Homberger Projekt »Zukunft Stadtgrün«

Das 10-Jahresprojekt »Zukunft Stadtgrün« für die Stadt Homberg stellte Helene Pankratz vor.
An diesem Bund-Länder-Programm beteiligt sich die Stadt und hat dazu ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet. Das Gelände am und rund um den Burgberg und der Stadtpark stehen dabei im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Bevölkerung wurden bereits Ziele und Maßnahmen erarbeitet. Leitbilder und Ziele sind u.a. die biologische Vielfalt, Klimaschutz,Wohnen und Freizeit an und in der Natur und die Umweltbildung.

Ein Mehrgenerationen-Spielplatz im Stadtpark, mehr Pflanzenvielfalt, barrierefreie Wege, ein Waldspielplatz am Osterhäuschen, Integration und Aufwertung der Kleingartenanlage, ein Umweltzentrum in der Haingasse, die Anlage von internationalen Gärten und die Begrünung des Reithausplatzes, sind nur einige der bisher diskutierten Maßnahmen. Die Gesamtkosten dieses planungsaufwändigen Projekts wurden mit rund 7,2 Mio. Euro veranschlagt, wobei Bund, Land und Stadt jeweils ein Drittel finanzieren. Damit es weitergeht, erwartet die Stadt eine Genehmigung des ISEK im nächsten Monat.

SPD- Vorsitzender Martin Herbold begrüßt die Referenten, Bürgermeister Olaf Hausmann, Helene Pankratz und Rainer Hartmann (v.li.). Foto: Werkmeister
SPD- Vorsitzender Martin Herbold begrüßt die Referenten, Bürgermeister Olaf Hausmann, Helene Pankratz und Rainer Hartmann (v.li.). Foto: Werkmeister

Erfahrungsbericht »Kirchhain blüht«

Der sozialdemokratische Bürgermeister der Stadt Kirchhain, Olaf Hausmann, kann bereits auf eine 10-jährige Erfahrung in der Realisierung des Programms »Kirchhain blüht« zurückblicken.

Ausgangspunkt war das Bienensterben und das ortsansässige landeseigene Bieneninstitutes, das sich 2008 mit einer Initiative an die Stadtverwaltung richtete und damit das Kooperationsprojekt »Kirchhain blüht« begründete. Ziel war es, Beton- und Grünflächen im Stadtbild in Blütenflächen umzugestalten und die Artenvielfalt zu verbessern. Man begann mit Aussaaten an exponierten Stellen in der Kernstadt, um der Bevölkerung ein Umdenken in der Stadtgestaltung anschaulich zu zeigen. So entstanden u.a. Frühblüher in Rasenflächen, neue Blumenbeete und -wiesen an Straßen und Plätzen und ein Naschgarten für Schulen, Kita und Bevölkerung.

Umwelt und Lebensqualität verbessert

Seit 2018 wird dieses Programm auch auf die Stadtteile ausgeweitet. Olaf Hausmann machte deutlich, wie wichtig es ist, die Bevölkerung, Vereine, Kindergärten, Schulen und Landwirte mitzunehmen. „Auch unseren Bauhof mussten wir für dieses andere Denken und Handeln überzeugen und motivieren“, so Olaf Hausmann. „Aber es war und ist erfolgreich und verbessert die Umwelt und Lebensqualität in unserer Stadt.“

So gab es an diesem Abend zahlreiche Anregungen für die Besucher , für die eigene Gartengestaltung, wie auch für die Gestaltung öffentlicher Flächen. Die anwesenden Mandatsträger konnten ebenfalls von den Erfahrungsberichten und Projektskizzen etliche neue Einsichten und kommunalpolitische Handlungsempfehlungen mit nach Hause nehmen.

(Dieter Werkmeister)



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