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Steinmetze gegen neue Waldfriedhöfe

Jonas  und Jochen Hoffmann, Obermeister Jochen Bollerhey, Friedrich Gerloff und Geschäftsführerin Sybille Trawinski (v. li.). Foto: Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder
Jonas und Jochen Hoffmann, Obermeister Jochen Bollerhey, Friedrich Gerloff und Geschäftsführerin Sybille Trawinski (v. li.). Foto: Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder

Nordhessen. Die Steinmetz- und Bildhauer-Innung Hessen-Nord setzt sich für die Bewahrung des Friedhofs als zentralem Ort der Trauer und des Gedenkens ein. Entgegen dem Zeitgeist, sollten Städte und Gemeinden die Flächen durch Genehmigung neuer Waldfriedhöfe nicht erweitern, sagte Obermeister Jochen Bollerhey (Schauenburg) in der Jahreshauptversammlung in Homberg.

Flächen müssen bewirtschaftet werden

„Wer um einen geliebten Angehörigen trauert, der weiß den Weg zum Grab zu schätzen, um innezuhalten und zu gedenken. Alternative Angebote gebe es ausreichend“, sagte der Obermeister. Dem pflichtete auch Sybille Trawinski, Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Steinmetze bei, die zu Gast bei der Innung in Nordhessen war. „In Zeiten, in denen eher weniger Fläche für ein Grab benötigt wird, ist es sinnvoll die Flächen zu gestalten und zusätzliche Angebote auf der bestehenden Fläche zu schaffen“, sagte Trawinski.

Zusätzliche Flächen zu schaffen, wie etwa im Wald, sei dagegen wenig sinnvoll. Alle Flächen müssen bewirtschaftet werden und das kostet. Das Mehr an Kosten führe zwangsläufig zu steigenden Preisen. Das wirtschaftliche Risiko für öffentliche Haushalte steige somit durch das Überangebot, zog die Geschäftsführerin Bilanz. Der Bundesverband unterstütze daher Städte und Gemeinden, die an einer Verbesserung der Friedhöfe arbeiten. Das kann durch konkrete Angebote und Unterstützung der Innung vor Ort passieren, sagte Trawinski.

Grabpflege lösen

Das Thema Grabpflege ist seit vielen Jahren ein Dauerthema. Die Sorge, wer pflegt das Grab, wenn keiner vor Ort ist oder nur gelegentlich Zeit für die Grabpflege hat, bewegt viele Menschen. Eine Hilfe bieten die Steinmetzbetriebe der Innung, die Vorsorgeverträge anbieten, um genau diese Grabpflege zu regeln. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, dafür sorgt die Treuhandgesellschaft für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen e. V., die das Geld treuhänderisch verwaltet und vor Ort prüft ob die Leistungen erbracht wurden. Steinmetze, Bestatter und Gärtner bemühen sich seit Langem alternative Lösungen, etwa in der Grabgestaltung oder Grabpflege, anzubieten, sagte Obermeister Bollerhey.

Ausbildung beliebt

Die Ausbildungsberufe im Steinmetz- und Bildhauerhandwerk bleiben beliebt. Viele Steinmetz- und Bildhauerbetriebe werben aktiv und erfolgreich um geeigneten Berufsnachwuchs, sagte Verbandsgeschäftsführerin Trawinski in ihrem Referat. Dabei sei das Praktikum die beste Möglichkeit, einander kennenzulernen und dem Bewerber einen besseren Einblick in die vielschichtigen gestalterischen Aufgaben des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks zu ermöglichen. Mit Blick auf die Bewerber, bemerkte Trawinski, dass sich auch Studienabbrecher immer öfter für das Gestalten mit Stein begeisterten. Innung und Verband helfen den Innungsfachbetrieben durch ergänzende Maßnahmen, wie z. B. Beteiligungen auf Bildungsmessen, Prospekte und Werbematerialien u. a., erfolgreich zu sein.

Ehrungen und Betriebsjubiläum

Steinmetz- und Bildhauermeister Friedrich Gerloff aus Kassel erhielt die Silberne Ehrennadel des Bundesverbandes der Deutschen Steinmetze. Der Verband und die Innung würdigten das jahrzehntelange Wirken Gerloffs, der als Vorstandsmitglied und Vorsitzender im Gesellenprüfungsausschuss ehrenamtlich tätig ist. Gerloff habe sich sehr um die Ausbildung junger Menschen im Steinmetzhandwerk verdient gemacht hat. Geehrt wurde auch der Steinmetzbetrieb Hoffmann in Gilserberg-Sebbeterode. Die Steinmetz- und Bildhauermeister Jonas und Jochen Hoffmann erhielten eine Ehrenurkunde für das 100-jährige Betriebsjubiläum.

www.steinmetz-nordhessen.de
www.bivsteinmetz.de



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