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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Kleiner Wallgraben frei von Kampfmitteln

Bürgermeister Stefan Pinhard, Stefan Krumpholz (Angelverein Neptun-Ziegenhain), Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Staatssekretär für Europaangelegenheiten Mark Weinmeister (v.li.). Foto: HMdJ
Bürgermeister Stefan Pinhard, Stefan Krumpholz (Angelverein Neptun-Ziegenhain), Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Staatssekretär für Europaangelegenheiten Mark Weinmeister (v.li.) legen eines der alten Sperrschilder um. Foto: HMdJ

Ziegenhain. Der Kleine Wallgraben an der JVA / Sicherungsverwahrung, der nach Sondierungsarbeiten (2006) wegen aufgefundener Kampfmittelreste ab 2007 gesperrt war, ist wieder frei gegeben.

Gefahr durch korrodierte Granaten

Die Nutzung des Gewässers für den örtlichen Angelverein war nicht mehr möglich. Für die Stadt Schwalmstadt und die Anwohner war die Sperrung des zentral durch die Stadt verlaufenden Wallgrabens eine große Beeinträchtigung.

Nach langer Vorbereitungsphase konnte durch erheblichen Einsatz des hessischen Ministeriums der Justiz im Jahr 2017 mit der Kampfmittelräumung begonnen werden. Zuvor mussten eine europaweite Ausschreibung durchgeführt und zahlreiche Gutachten eingeholt werden. Aufgrund der jahrzehntelangen Korrosion der Kampfmittel war die Räumung mit besonderer Sensibilität vorzunehmen, um Detonationen durch Erschütterung zu vermeiden.

Bisherige Räumung ohne Zwischenfälle

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode das Projekt forciert und mit zahlreichen Vor-Ort-Terminen, darunter auch eine Bürgerversammlung, die Räumungsarbeiten begleitet. Heute konnte ein Teilstück des Wallgrabens, der Kleine Wallgraben, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

„Heute ist ein guter Tag für Schwalmstadt. Wer die Kampfmittelräumung des Wallgrabens in den letzten Jahren mitverfolgt hat, der weiß um den Meilenstein, den wir mit der Freigabe des Kleinen Wallgrabens erreicht haben. Ich bin froh, dass wir bis zu diesem Punkt keine Zwischenfälle bei der Räumung hatten und die gefundenen Kampfmittel kontrolliert gesprengt werden konnten. Der Kleine Wallgraben ist nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und kann damit wieder bedenkenlos von den Bürgerinnen und Bürgern Schwalmstadts genutzt werden“, so Eva Kühne-Hörmann anlässlich der offiziellen Freigabe.

Knapp 46 Kilo Sprengstoff geborgen

„Insgesamt wurden allein für den Kleinen Wallgraben 14.500 m² Fläche untersucht. Davon rund 1.000 m² Uferböschung und Wegung. Insgesamt wurden 453,85 kg Kampfmittel mit einer Nettoexplosivmasse von 45,59 kg geborgen. Darunter 6 Sprenggranaten, 14 Handgranaten und 2 Panzergranaten“, erläuterte die Justizministerin. Dies zeigt, wie wichtig die Kampfmittelräumung war, denn jede einzelne Granate oder andere Munitionsteile war eine konkrete Gefahr für die Menschen, die sich auf dem Wasser oder an den Uferböschungen aufgehalten haben. Von Beginn an haben wir deshalb nach dem Prinzip: ‚Sicherheit geht vor‘ gearbeitet.“

Abfälle gleich mitentsorgt

Neben den Kampfmitteln wurden die Arbeiten am Kleinen Wallgraben auch dazu genutzt, Abfälle die im Wallgraben entsorgt wurden, zu entfernen. „Insgesamt 135 t Abfall wurden aus dem Kleinen Wallgraben entfernt. Bauschutt aber auch anderer Müll wie Haushaltsgegenstände, Flaschen mit Flüssigkeiten und sonstiger Unrat wurden entfernt. Der Wallgraben ist jetzt wieder auf dem Weg ein gesundes und frisches Gewässer zu werden. Ich bin deshalb auch froh, dass wir heute mit dem örtlichen Anglerverein den Pachtvertrag über die Nutzung des Kleinen Wallgrabens unterzeichnen können“, so Kühne-Hörmann.

Sinnvolle Nutzung der historischen Festung

„Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Kampfmittelräumung des gesamten Wallgrabens derzeit auf ca. 15,5 Mio. EUR. Damit hat das Land Hessen einen erheblichen Aufwand betrieben und die Voraussetzungen für eine künftige sinnvolle Nutzung dieser historisch einzigartigen Wasserfestung geschaffen.

In Gesprächen mit der Stadt Schwalmstadt und weiteren Beteiligten kann nun darüber beraten werden, wie das weitere Nutzungskonzept für den Wallgraben aussieht“, so Kühne-Hörmann, die ankündigte, im Laufe des Jahres 2020 den gesamten Wallgraben für die Öffentlichkeit freizugeben. „Nach derzeitiger Planung rechnen wir damit, dass wir im ersten Halbjahr 2020 den gesamten Wallgraben von Kampfmitteln geräumt haben“, so Kühne-Hörmann.

(red)



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