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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Landwirtschaft und Rebhuhn-Projekte

Andrea Imhäuser, Wiebke Knell, Knells Nichte Ida, Matthias Michel, Hermann Häusling; Michael Hetzler (v.li.). Foto: nh
Andrea Imhäuser, Wiebke Knell, Knells Nichte Ida, Matthias Michel, Hermann Häusling; Michael Hetzler (v.li.). Foto: nh

Jesberg. Im Rahmen ihrer Sommertour durch Nordhessen besuchte die FDP-Landtagsabgeordnete Wiebke Knell unter Führung von Andrea Imhäuser, der Rebhuhnbeauftragten des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH), mehrere sogenannte Rebhuhn-Blühflächen nahe Bad Zwesten und Jesberg.

Gute Zusammenarbeit mit Landwirten

Begleitet wurden die Frauen von zwei der beteiligten Landwirte, Matthias Michel und Hans-Wernher von Loewenstein, sowie von Hermann Häusling als Mit-Initiator des Projektes und Michael Hetzler vom Landwirtschaftsamt des Schwalm-Eder-Kreises. Eingangs stellte Imhäuser fest, dass Rebhühner eine unbedingt zu schützende Art seien. Imhäuser freute sich, dass diesbezüglich die Zusammenarbeit mit den Landwirten sehr gut funktioniere.

Beim Begehen der unterschiedlichen Blühflächen wurde deutlich, wie wichtig der Einfluss des Saattermins ist. Rebhühner mögen es nämlich weder zu dicht noch zu hoch bewachsen in ihrem Lebensraum, da sie sonst nicht gut vor Feinden wie Fuchs, Waschbär oder Habicht davonfliegen oder -laufen können. Optimal zeigten sich benachbarte Flächen, die unterschiedlich weit entwickelt waren. Besonders in den Grenzbereichen zwischen zwei solchen Feldern können Rebhühner sowohl Samen als auch Insekten und Deckung finden.

Überbordende Bürokratie

„Als zuständige Abgeordnete für Natur und Landwirtschaft der FDP in Hessen freue ich mich ganz besonders über die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und der Rebhuhnbeauftragten Imhäuser“, sagte Knell. Wenig Verständnis habe sie hingegen für den überbordenden Bürokratismus, dem sich alle Beteiligten ausgesetzt sehen. Förderprogramme griffen nicht, weil eine andere Samenmischung für das Rebhuhn erforderlich sei, als die Förderkulissen z.B. beim hessischen Agrar-Umwelt-Programm »HALM«, vorsehen. Noch widersinniger erscheine die Massenvorgabe an Saatgut pro Hektar oder enge Terminvorgaben beim Zeitpunkt der Aussaat. Gefördert werde nur ab einer bestimmten Menge an Saatgut pro Hektar – der daraus resultierende Bewuchs wird für das Rebhuhn aber zu dicht.

Schonzeit für Fressfeinde gefährdet Rebhühner

Hohe Einigkeit unter allen Beteiligten herrschte darüber, dass die Einführung der Schonzeit für Jungtiere von Fuchs und Waschbär den aufwändigen und teils kostspieligen Bemühungen um die Bodenbrüter zuwiderläuft. „Für mich ist es völlig unverständlich, dass die Landesregierung sich auf der einen Seite für viele Arten einsetzt, aber auf der anderen Seite die Fressfeinde der bedrohten Arten stärkt, indem diese nicht mehr ausreichend bejagt werden können. Ich hoffe, dass meine Fraktion mit unserer Klage vor dem Staatsgerichtshof gegen die Hessische Jagdverordnung Erfolg haben wird und Schwarz-Grün dann endlich diese Änderungen zurücknimmt “, erklärte Knell.

Rebhuhnbeauftragte dauerhaft in den Stellenplan

Nachdem gemeinsam fünf Rebhuhn-Blühflächen besucht und besprochen wurden, zeigte sich Knell begeistert vom Rebhuhn-Projekt. „Ich hoffe sehr, dass es eine Verlängerung dieses Projektes geben und die Stelle der Rebhuhnbeauftragten dauerhaft im Stellenplan des LLH verankert wird“, schloss Knell und bedankte sich für die informativen Stunden.

(red)



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