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MT-Debakel lag an den Spielern

Trainer Heiko Grimm hatte nach dem Debakel in Balingen mit seiner Mannschaft ein Hühnchen zu rupfen. Foto: Alibek Käsler
Trainer Heiko Grimm hatte nach dem Debakel in Balingen mit seiner Mannschaft ein Hühnchen zu rupfen. Foto: Alibek Käsler

Melsungen. Als klarer Favorit ein Match beim vermeintlichen Außenseiter zu verlieren, das ist in einer starken und ausgeglichen besetzten Spielklasse wie der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga an sich nichts Ungewöhnliches.

Negativnovum verlangt Konsequenzen

Wenn jedoch ein Team, welches eine Top-Five Platzierung anstrebt, von einem Aufsteiger mit einer 13-Tore-Klatsche auf die Heimreise geschickt wird, lässt das Fachwelt und Fans gleichermaßen aufhorchen. So geschehen am Sonntag, als die MT Melsungen beim HBW Balingen mit 36:23 bestraft wurde (wir berichteten).

Klar, dass dieses Negativnovum – noch nie haben die Nordhessen bei einem Klassenneuling derart danebengelegen – nach entsprechenden Konsequenzen verlangt. So bestimmten am Tag nach dem Spiel Einzel- und Teamgespräche, Analysen und Beratungen über weitere Maßnahmen das Geschehen beim MT Bundesligateam. Schon am Donnerstag steht mit Tabellenführer SC Magdeburg eine enorme Herausforderung ins Haus (19:00 Uhr, Rothenbach-Halle).

Der Tag nach dem Desaster

Der Montag bei der MT war gefüllt mit Gesprächen und Beratungen in unterschiedlichen Konstellationen: Vorstand und Trainerteam, Vorstand und Kapitäne, Trainer und Mannschaft sowie weitere Einzelgespräche. Das Ziel: Natürlich die Aufarbeitung des sportlichen Desasters am Tag zuvor beim HBW Balingen. Nach einem 16:12-Halbzeitrückstand leistete sich die MT im zweiten Durchgang im Angriff eine Vielzahl individueller Fehler und Fehlwürfe und zeigte in der Defensive kaum nennenswerte Gegenwehr. Die Auswirkungen gegen den wie entfesselt aufspielenden Aufsteiger drückten sich letztendlich in der verdienten 23:36-Niederlage aus.

Wesentliche Sanktion ohne Kommentar

„Ich habe der Mannschaft sehr deutlich gemacht, dass solche Auftritte völlig inakzeptabel sind. Die Art und Weise, wie sie sich in Balingen präsentiert hat, ist eines Teams unter der Flagge der MT absolut unwürdig. Mit dieser Nicht-Leistung schaden sich ja nicht nur die Mannschaft und jeder einzelne Spieler selbst, sondern das hat immer auch negative Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung des Vereins insgesamt. Insofern haben wir uns zu einer nicht unwesentlichen sanktionierenden Maßnahme entschlossen, die wir jedoch hier nicht kommentieren werden“, so Axel Geerken.
Den Trainer trifft jetzt keine Schuld

MT-Vorstand Axel Geerken kündigte nach der blamablen Auswärtspartie gegen HBW Balingen-Weilstetten Konsequenzen für das Team an. Foto: Alibek Käsler
MT-Vorstand Axel Geerken kündigte nach der blamablen Auswärtspartie gegen HBW Balingen-Weilstetten Konsequenzen für das Team an. Foto: Alibek Käsler

Der MT-Vorstand weiter: „Bei der Analyse wurde deutlich, dass die gemachten Fehler und das Agieren auf dem Spielfeld in erster Linie in der Verantwortung der Spieler lagen und nicht in der des Trainers. An diesem Tag hätte sonstwer an der Seite stehen können, ohne dass er das Geschehen hätte beeinflussen können. Wenn ein Pass schludrig gespielt wird und nicht ankommt, eine hochkarätige Torchance unkonzentriert vergeben wird, oder der Abwehrspieler die falsche Entscheidung trifft, ist in dem Moment auch der Trainer machtlos. Es wird in solchen Situationen immer schnell dessen Kopf gefordert. Nachdem wir aber jetzt Problemfelder gezielt angesprochen und auch einige Missverständnisse ausgeräumt haben, sind Mannschaft und Trainer gleichermaßen gefordert, darauf eine passende Reaktion zu zeigen. Und genau die möchte ich – unabhängig vom Ergebnis – am Donnerstag gegen Magdeburg sehen.“

Konzept überstülpen reicht nicht

Heiko Grimm war nicht erst nach dem Abpfiff geschockt. Auch schon während des Spiels hat er ob einzelner Aktionen seiner Schützlinge innerlich mehrfach die Hände überm Kopf zusammengeschlagen. „Wenn das Spiel läuft, sind die Möglichkeiten, korrigierend einzugreifen, geringer als man gemeinhin denkt. Natürlich versucht man mit entsprechendem Coaching die Mannschaft auf Dinge hinzuweisen, die sie anders, idealerweise besser machen sollen. Dabei wird immer der Bezug zu den im Training erarbeiteten Abläufen und Maßnahmen in Abwehr und Angriff hergestellt. Apropos: Ich beziehe die Spieler bei der Festlegung einer Strategie oder Taktik stets ein, nehme sie mit in die Verantwortung. Denn ich halte nichts davon, einer Mannschaft ein Konzept überzustülpen, mit dem sie sich nicht wohlfühlt oder was nicht zu ihr passt.“

Abwehr muss aggressiver werden

Auch die nach solchen Spielen im Raum stehende Frage, ob die Mannschaft dem Trainer folgt, bzw. ob der Trainer die Mannschaft noch erreicht, gib es eine klare Antwort: „Dazu ein klares Ja. Die Spieler setzten das um, was wir uns vorgenommen haben, allerdings nicht immer mit der notwendigen Intensität. Wir brauchen zum Beispiel in der Abwehr viel mehr Aggressivität. Da muss man eben Zweikämpfe gewinnen. In Balingen jedoch haben wir die Aktionen des Gegners geradezu ohne nennenswert Gegenwehr über uns ergehen lassen. Die Leistung in der Defensive hat ja bekanntlich auch direkte Auswirkungen auf den Angriff. Läuft es hinten gut, ergeben sich auch nach vorne mehr Möglichkeiten. Das alles kommt bei uns aber noch nicht in dem Maße zum Tragen, wie wir uns das vorstellen.“

Reue für kollektives Versagen

Finn Lemke will dem auch gar nicht widersprechen. Er sieht das Balingen-Spiel als kollektives Versagen: „Wir haben nicht nur uns als Spieler lächerlich gemacht, sondern haben auch die MT Melsungen, die Sponsoren, die Zuschauer, ja die ganze Region insgesamt nicht in der Weise repräsentiert, wie wir das normalerweise wollen. Es tut uns sehr leid für alle, die das miterleben mussten. Das ist nicht nur meine persönliche Meinung, sondern die der gesamten Mannschaft.“

Der Kapitän hatte in einer Auszeit nochmal einen flammenden Appell an seine Mitspieler gerichtet („Wir biegen das Ding jetzt um!“), bekanntlich aber ohne den erhofften Effekt.

Resignation statt Reaktion

„In der Halbzeit hatte ich das Gefühl, dass wir im zweiten Durchgang das Ergebnis wieder auf Null stellen und dann wieder gute Chancen haben, das Spiel zu gewinnen. Es hätte auch in den letzten 20 Minuten noch klappen können, aber wir haben dafür dann eindeutig zu wenig getan. Dabei möchte ich das gar nicht an einzelnen Fehlern festmachen. Ich denke, wenn man mit 13 Toren verliert, hat man so ziemlich alles falsch gemacht. Wir haben keine Reaktion gezeigt, sondern Resignation.“

Die einzige Konsequenz den Schaden wieder halbwegs zu verarbeiten: „Die Herausforderung im Sport besteht ja auch darin, dass man solche Situationen löst und daraus gestärkt hervorgeht. und genau das wollen wir gegen Magdeburg zeigen“, so Finn Lemke abschließend.

Zwei neue Chancen auf dem Spielplan

Das Spiel gegen den SC Magdeburg steht diesen Donnerstag, 12. September, ab 19.00 Uhr auf dem Plan. 14 Tage später, am 26. September, geht es – ebenfalls ab 19.00 Uhr – gegen die Rhein-Neckar-Löwen.

(red)



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