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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 13. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Einen Stein ins Rollen gebracht

Die frischgebackenen Lions-Quest-Pädagogen mit Dozentin Claudia Hegedüs-Schrafstetter (4.v.re.), Projekt-Initiator Ulrich Bruckmann (re.) und Lions-Präsident Lutz Kleinwächter (2.v.re.). Foto: Björn Schönewald
Die frischgebackenen Lions-Quest-Pädagogen mit Dozentin Claudia Hegedüs-Schrafstetter (4.v.re.), Projekt-Initiator Ulrich Bruckmann (re.) und Lions-Präsident Lutz Kleinwächter (2.v.re.). Foto: Björn Schönewald

Melsungen. Die Stimmung war gut in der alten Aula der Gesamtschule Melsungen und das nicht erst nachdem Dozentin Claudia Hegedüs-Schrafstetter Urkunden an die 27 Lehrer und Sozialpädagogen aushändigte, die das Lions-Quest-Training absolviert hatten.

Arbeitswelt verlangt Teamfähigkeit

Die Teilnehmer hatten etwas gelernt, das ihnen im Schulalltag viel bringen wird: Wie sie Schüler auf dem Weg zum Erwachsenwerden besser verstehen und unterstützen können.

»Erwachsen werden mit Lions-Quest« lautet die große Überschrift über dem vor 25 Jahren ins Leben gerufenen Programm der Lions, das jungen Menschen Lebenskompetenz vermitteln soll. „Die Nachfrage steigt“, sagt Claudia Hegedüs-Schrafstetter. Die Arbeitswelt verlange zunehmend Teamfähigkeit und ein gutes Problemlösungsverhalten. Sozialkompetenzen, wie sie jungen Menschen vom Elternhaus immer weniger mitgegeben würden. Und auch in der Schule stehe das kognitive Lernen oft deutlich höher im Kurs als der sozial-emotionale Umgang. Dass sich das wandeln wird und muss, davon ist die Dozentin überzeugt. Lions-Quest helfe dabei und sei mittlerweile von den Kultusministerien aller Bundesländer anerkannt.

Zeit für Lions-Quest-Seminar hat sich gelohnt

„Ein Großteil der Fördergelder, die wir als Lions Club Melsungen zur Verfügung stellen, geht in Kinder- und Jugendsozialprogramme“, unterstrich Lions-Präsident Lutz Kleinwächter, der den Teilnehmern gemeinsam mit Projektinitiator Ulrich Bruckmann einen Besuch abstatte. Bei einem kleinen Imbiss, den die Lions mitgebracht hatten, bedankten sie sich bei den Lehrern und Sozialpädagogen für deren ehrenamtliche Teilnahme am Lions-Quest-Seminar. Zwei Werktage und einen Samstag hatten die frischgebackenen Lions-Quest-Pädagogen dafür investiert und waren sich einig, dass diese Zeit gut investiert war.

Mit Kleinigkeiten viel erreichen

„Danke, dass wir das machen durften und danke für die Kostenübernahme“, sagte Gabi Nadler, Förderstufenleiterin an der Gesamtschule Melsungen. 200 Euro hatte die Fortbildung pro Person gekostet, die zu gleichen Teilen von den Melsunger Lions und von der Krankenkasse KKH übernommen wurden. Mit Lions-Quest habe man sehen können, wie man mit kleinen Dingen viel erreichen könne, sagte Lehrerin Carolin Kopp. Schulsozialarbeiter Jan Peter Lang lobte den Aufbau des Materials, das man übersichtlich im Ordner erhalten habe und das sofort anwendbar sei.

„Wir haben Methoden kennengelernt, wie wir Kindern ermöglichen, über Konflikte zu reden“, sagte Lehrerin Vanessa Brandenstein. Es sei sehr gut gewesen, Situationen und Gefühlswelten aus Schülerperspektive wahrzunehmen. „Man nimmt auch für sich selbst was mit, wenn man sich in die Schülerrolle versetzt und erkennt, was Erwachsenwerden eigentlich bedeutet“, pflichtete ihr Lehrerin Ann-Kristin Putz bei.

Schulen vermitteln soziale Kompetenzen

Im Bewusstsein der Lehrer habe Lions-Quest einen Stein ins Rollen gebracht, unterstrich Lehrerin Johanna Kratsch. Man habe erkannt, dass solche Inhalte für die Schüler mindestens genauso wichtig seien, wie mathematische Formeln. Soziale Kompetenzen zu vermitteln würde immer mehr Aufgabe der Schulen, bestätigte ihr Kollege Christoph Ochs. Lions-Quest könne das Schulklima langfristig verändern, meinte Lehrerin Svenja Strickrodt.

Auch Sozialpädagogin Anke Kothe, die das Projekt seitens der Schule koordinierte, lobte Lions-Quest. „Als Sozialarbeiter würden wir uns wünschen, dass in den fünften und sechsten Klassen mehr in Sachen Sozialkompetenz gemacht wird.“ Zuhause gebe es immer weniger Zeit für sowas. „Wenn nicht hier, wo sollen die Schüler es denn dann lernen?“

(bs)



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