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Klimawandel bedroht heimischen Wald

Ohne zusätzliche Hilfen über forstliche Maßnahmen hinaus, kann der Wald nicht gerettet werden, lautet das Ergebnis einer Diskussion, die kürzlich Bündnis 90/Die Grünen mit Gästen im Kurhaus führte. Foto: nh
Ohne zusätzliche Hilfen über forstliche Maßnahmen hinaus, kann der Wald nicht gerettet werden, lautet das Ergebnis einer Diskussion, die kürzlich Bündnis 90/Die Grünen mit Gästen im Kurhaus führte. Foto: nh

Bad Zwesten. Alle gemeinsam müssen etwas gegen den Klimawandel unternehmen, forstliche Mittel allein bewirken nichts, um unseren Wald zu retten. Bei der Veranstaltung der Grünen im Kurhaus Bad Zwesten am vergangenen Donnerstag (24. Oktober 2019) wurde für alle Teilnehmer klar: Die Lage ist ernst, und sie ist nicht allein mit neuer Aufforstung zu lösen.

Extreme Klimaauswirkungen vor Ort

Schon die Einführung von Martin Häusling, Grüner Europaabgeordneter und Landwirt aus Oberurff, machte deutlich, welche Ausmaße die Schäden im Wald angenommen haben. Vor Ort seien extreme Klimaauswirkungen zu beobachten, von denen mittlerweile auch Buchen massiv betroffen seien. Für die Fichte als bisher erfolgreicher Brotbaum bestünden kaum noch Chancen, in der Region zu überleben.

Karl-Gerhard Nassauer, Forstamtsleiter Jesberg, unterstrich den Ernst der Lage und betonte, man sei bereits seit zwei Jahren im Krisenmodus, und eine Besserung sei nicht in Sicht. Neben den zusätzlichen Aufgaben, geschädigte Bäume aus dem Wald zu holen, verstärkten fehlende Pflegemaßnahmen den Ernst der Lage. Wirtschaftlich sei kaum noch was zu verdienen, und auch das Berufsfeld des Forstwirtes leidet unter Fachkräftemangel. Für bestimmte Arten wie Fichte oder Buche drohen die klimatischen Bedingungen zu kippen. Andere Baumarten müssten gepflanzt und gepflegt werden. Zugleich betonte Nassauer, eine einzige neue Baumart werde nicht alle Probleme lösen können.

Großer Beifall für die Windkraft

In der offenen Diskussion mit den mehr 60 Gästen sagte ein Waldinteressent, zur Klimarettung müssten einfach mehr Windräder aufgestellt werden, und zwar auch im Wald. Dort störten sie kaum, und die Erträge blieben in der Region. Ein weiterer Zuhörer forderte die Jäger auf, endlich ihrer selbstgestellten Aufgabe nachzugehen, da erhöhtes Vorkommen von Rot und Rehwild ebenfalls zur Schädigung des Waldes beitrage. Die Jagdaufsicht müsse stärker einschreiten, sonst hätten Aufforstungen mit Jungpflanzen keine Chance zu überleben.

Komplexes Ökosystem

Die gezielte Frage nach neuen Baumarten wie Douglasie löste eine kleine Fachkunde-Debatte aus. Wald ist eben kein einfacher Naturraum, sondern ein komplexes Ökosystem aus Boden, Wasser, Temperatur sowie Tieren und anderen Pflanzen. Nicht alle Standorte seien gleichermaßen gut geeignet für alle Baumarten. Bei Jung-Pflanzen sollte man auch auf weniger wirtschaftliche Arten setzen. Zum Beispiel seien Eichen deutlich robuster und damit beständiger, warb Häusling für eine Ausbreitung der Areale dieser heimischen und gut an die hiesigen Verhältnisse angepassten Baumart.

Förster und Waldarbeiter dringend gesucht

Im Fazit wurde deutlich, dass die Waldeigentümer große Aufmerksamkeit für die Entwicklung im Wald hätten und mit den gesellschaftlichen Aufgaben nicht allein gelassen werden dürften. Hier müsse dringend Unterstützung in Form von Personalförderung überlegt werden. Fachleute wie Förster und Waldarbeiter seien dringend gesucht. Mittel-Kürzungen der vergangenen Jahre hätten große Lücken hinterlassen, die sich jetzt schmerzhaft zeigten.

Einig war sich am Ende Podium und Gäste: Wenn wir beim Klimawandel nichts oder zu wenig unternehmen, dann schafft es auch unser Wald nicht zu überleben.

(red)



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