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Topspiel in Kiel: MT schon Spitzenteam?

Morgen (31.10.; 19.00 Uhr) geht es auswärts gegen den THW Kiel in der Sparkassen Arena. Tobias Reichmann kennt die Atmosphäre dort. Der MT-Rechtsaußen hatte von 2009 bis 2012 das Zebra-Dress getragen. Foto: Heinz Hartung
Morgen (31.10.; 19.00 Uhr) geht es auswärts gegen den THW Kiel in der Sparkassen Arena. Tobias Reichmann kennt die Atmosphäre dort. Der MT-Rechtsaußen hatte von 2009 bis 2012 das Zebra-Dress getragen. Foto: Heinz Hartung

Kiel. Das Top-Spiel des 11. Spieltages in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga steigt in Schleswig-Holstein: Am Donnerstag treffen in der Sparkassen-Arena in der Landeshauptstadt Kiel der Tabellendritte MT Melsungen und der Vierte THW Kiel aufeinander.

Vorberichte auf Sky ab 18.30 Uhr

Anwurf ist um 19:00 Uhr. Geleitet wird der Hit von renommiertesten deutschen Schiedsrichtergespann. Lars Geipel und Marcus Helbig haben außer 630 Bundesligabegegnungen auch noch 270 internationale Matches vorzuweisen (u.a. bei Olympia, WM, EM und Champions League). Die Vorberichterstattung auf Sky beginnt um 18:30 Uhr, TV-Experte an der Seite von Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeldt ist der frühere HSV-Trainer Martin Schwalb.

Dem Gastgeber alles abverlangen

„Alle Mann an Bord“ meldete MT-Trainer Heiko Grimm am Mittwochnachmittag, direkt aus dem Team-Bus auf dem Weg an die Ostsee. Das Reiseziel, welches aus nordhessischer Sicht oft mit Urlaub am Meer assoziiert wird, hat für die Handball-Profis in diesem Fall natürlich eine ganz andere Bedeutung. Denn am Donnerstag in Kiel ist alles andere als Ausruhen und Entspannen angesagt. Da heißt es für Lemke, Kühn & Co. zumindest für 60 Minuten auf dem Parkett der Sparkassen Arena hellwach zu sein und dem Gastgeber alles abzuverlangen.

Nie dagewesene Konstellation

„Auch, wenn wir uns erst noch etwas daran gewöhnen müssen, unter der Überschrift ‚Top-Spiel‘ zusammen mit einer Mannschaft wie dem THW Kiel genannt zu werden, bin ich aufgrund unserer positiven Entwicklung schon der Meinung, dass dieses Attribut angemessen ist“, ordnet Heiko Grimm die Begegnung ein. Die Tabellenposition gibt ihm ohnehin recht. Dritter gegen Vierter – und dabei die MT auch noch vor dem großen THW – diese Konstellation gab es in den bislang 14 Jahren gemeinsamer Erstligageschichte vor einem direkten Aufeinandertreffen der beiden Clubs auch noch nicht.

Hinfahren, um zu gewinnen

Bezieht man das Pokalspiel der MT gegen Leipzig mit ein, kommen die Rotweißen auf sieben glatte Pflichtspielerfolge in Serie. Klar, dass das viel Selbstvertrauen erzeugt und die Brust noch etwas breiter werden lässt. Der Appetit des Grimm-Teams ist geweckt, die Lust auf weiter Erfolge größer denn je. Wer unter anderem Magdeburg, die Rhein-Neckar-Löwen und Tabellenführer Hannover geschlagen hat, darf sich auch gegen Kiel Chancen ausrechnen. Heiko Grimm macht aus dem Ansinnen seiner Schützlinge keinen Hehl: „Wenn wir unsere Entwicklung der letzten Wochen betrachten, kann es nur das eine Ziel geben: wir fahren nach Kiel um zu gewinnen!“

„Tormaschinen“ aus dem Rückraum

Dabei ist dem MT-Coach allzu klar, dass dies nur mit einer sehr guten Leistung in allen Mannschaftsteilen gelingen kann. Die Abwehr, einschließlich der Torhüter, muss den angaloppierende Zebras möglichst viele Hürden in den Weg stellen. Das gilt besonders für die „Tormaschinen“ aus dem Rückraum, Nikola Bilyk und Lukas Nilsson (beide Halblinks) und Harald Reinkind (Halbrechts), die ein Drittel der bisher 245 Kieler Tore erzielt haben. Die Fäden in der Mitte lässt Trainer Filip Jicha in der Regel von Domagoj Duvnjak ziehen. Der Regisseur ist kroatischer Nationalmannschaftskamerad der beiden MT-Cracks Marino Maric und Domagoj Pavlovic. Sie unterlagen übrigens erst am vergangenen Wochenende gegen die mit Julius Kühn, Tobias Reichmann und Kai Häfner bestückte deutsche Auswahl beim „Tag des Handballs“ in Hannover.

Blick auf drohende „tödliche Konter“

Zurück zu „THW versus MT“: Weitere Gefahr droht den Nordhessen auch auf den Flügeln, wo Niklas Ekberg (rechts) oder Magnus Landin (links) kaum eine Torwurfgelegenheit ungenutzt lassen. Gleiches gilt erst recht für die beiden Nationalmannschaftskreisläufer Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler.

Um den THW erst gar nicht ins Rollen kommen zu lassen, muss die MT den eigenen Angriff effektiv gestalten, sprich möglichst wenig Bälle verlieren oder verwerfen. Denn ansonsten droht der meist „tödliche Konter“. Fehler die vorne passieren, nutzt der THW gern zu leichten Gegentoren. In diesem Zusammenhang wird es wohl darauf ankommen, welches der beiden Teams das längere Stehvermögen beweist.

Vielfältige Möglichkeiten im Rückraum

Die Frage also lautet: Kann hier die MT den Vorteil eines breiten Kaders ausspielen? Wenn die Rochaden so zünden, wie in den vergangenen Wochen, lautet die Antwort: Ja! Da zeigten alle Spieler volle Leistung, egal ob in der Startaufstellung aufgeboten oder im Verlauf des Spiels von der Bank gebracht. Heiko Grimm hat auf allen Positionen wenigstens zwei gleichwertige Akteure zur Verfügung. Wobei sich gerade im Rückraum mit Julius Kühn, Lasse Mikkelsen, Kai Häfner Domagoj Pavlovic, Roman Sidorowicz, Finn Lemke, Timm Schneider und Stefan Salger besonders vielfältige Möglichkeiten ergeben.

Ein anderer Faktor, der nicht selten in engen Spielen den Ausschlag gibt, sind die Fans. Bekanntermaßen feuern in der Kieler Arena stets gut 10.000 Zuschauer ihre Zebras an. „Darauf müssen wir mental vorbereitet sein“, sagt Heiko Grimm, „denn das ist schon ein gewichtiges Pfund. Andererseits ist als Gastverein dabei der Anreiz besonders groß, eine solche Kulisse durch eine eigene starke Leistung möglichst zu beruhigen“.

Drei Ex-THW-ler

Zwei MT-Cracks aus dem aktuellen Kader kennen sich mit der Atmosphäre in der Sparkassen Arena besonders gut aus: Tobias Reichmann und Johan Sjöstrand. Der Rechtsaußen trug von 2009 bis 2012 das Zebra-Dress, der schwedische Keeper von 2013 bis 2015. Mit Axel Geerken gibt es in den Reihen der Nordhessen sogar noch einen weiteren EX-THW-ler: Der heutige MT-Vorstand hütete von 1998 bis 2001 den Kasten der Schwarzweißen.

Eine geradezu untypisch gedämpfte Stimmung herrschte in der Kieler Arena übrigens beim letzten Auftritt der MT. Das war im November vergangenen Jahres im DHB-Pokal-Viertelfinale. Der Grund: Nach nur 30 Sekunden verletze sich Domagoj Pavlovic schwer (Knöchelbruch), das Spiel konnte erst nach 30-minütiger Unterbrechung fortgesetzt werden. Die schockstarre MT ging anschließend mit 19:31 unter. „Das ist jetzt fast ein Jahr her, daran denken wir gar nicht mehr. Wir haben dieses Spiel auch in der Vorbereitung auf morgen intern nicht thematisiert“, verrät Grimm.

Erstmal an der Förde spazieren

Eine letzte Einstimmung auf den Gegner wird er seiner Mannschaft am Spieltag mit auf den Weg geben. Nach einem morgendlichen, ausgedehnten Pflichtspaziergang an der Kieler Förde steht am Nachmittag noch einmal eine Videoanalyse auf dem Programm. Keine Frage, die MT will bestens vorbereitet in dieses Top-Spiel gehen. Und beweisen, dass sie schon zu den Spitzenteams gehört. – Und wenn die schöne Erfolgsserie reißt? „Das wird irgendwann sicherlich so kommen. Aber dann starten wir eben einen neue“, setzt ein entspannter Heiko Grimm die Fahrt im Mannschaftsbus nach Kiel fort.

Bisherige Vergleiche MT – THW

HBL: 28 Spiele, davon 24 Siege THW, 4 Siege MT
DHB-Pokal: 2 Spiele, 2 Siege THW

Letzte Saison

28.02.2019, HBL, MT Melsungen – THW Kiel 25:29
27.11.2018, DHB, THW Kiel – MT Melsungen 31:19
27.09.2018, HBL, THW Kiel – MT Melsungen 37:20

Schiedsrichter in Kiel: Lars Geipel (Leipzig) / Marcus Helbig (Landsberg);? DHB-Aufsicht: Lars Schaller

Weitere Gegner-Infos:
www.thw-handball.de

(red)



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