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Die Biografie der Blanka Pudler

Blanka Pudler hatte ein hoffnungsvolles Leben vor sich. Foto: Archiv Dieter Vaupel
Blanka Pudler hatte ein hoffnungsvolles Leben vor sich. Foto: Archiv Dieter Vaupel

Gudensberg. „Auf einem fremden unbewohnbaren Planeten“ – unter dieser Überschrift steht eine szenische Lesung in einer Gedenkstunde am 9. November 2019 im Kulturhaus Synagoge.

Jährliches Erinnern an jüdische Gemeinde

In der diesjährigen Gedenkstunde zum 9. November (Pogromnacht) stellen Autor Dr. Dieter Vaupel und Alida Scheibli die außergewöhnliche Biographie der Holocaust-Überlebenden Blanka Pudler in einer szenischen Lesung im Kulturhaus Synagoge vor. In Gudensberg organisiert der Arbeitskreis 9. November jährlich an diesem Tag eine Gedenkstunde, in der an die dortige Jüdische Gemeinde, die bis 1938 bestand, erinnert wird.

In Gudensberg erinnern zahlreiche Stolpersteine an die ehemaligen jüdischen Mitbürger. Im Sommer wurden sie von Firmlingen der Gudensberger Katholischen Kirchengemeinde gereinigt. Foto: nh
In Gudensberg erinnern zahlreiche Stolpersteine an die ehemaligen jüdischen Mitbürger. Im Sommer wurden sie von Firmlingen der Gudensberger Katholischen Kirchengemeinde gereinigt. Foto: nh

Dauerausstellung und Lesung

Die Veranstaltung im Kulturhaus Synagoge (Hintergasse 23, Gudensberg) beginnt am 9. November 2019 um 19.30 Uhr. Bereits ab 18.00 Uhr ist die Dauerausstellung zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde Gudensbergs geöffnet. Im Anschluß an die Lesung wird an die Mitglieder der ehemaligen Jüdischen Gemeinde Gudensbergs erinnert. Zur Gedenkstunde laden die Stadt Gudensberg, die christlichen Kirchen, die Dr.-Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) und die Arbeitsgruppe Stolpersteine alle Einwohner Gudensbergs zur Teilnahme ein.

Blanka Pudler – Biographie einer Holocaust-Überlebenden

Blanka ist noch ein Kind, als sie von den Nazis verfolgt und deportiert wird. Nach sieben schrecklichen Wochen in Auschwitz selektiert man sie zur Zwangsarbeit. In der Sprengstofffabrik Hessisch Lichtenau muss sie mit ihrer älteren Schwester Aranka Bomben und Granaten befüllen. Als die beiden Mädchen nach dem Krieg nach Ungarn zurückkommen, erfahren sie, dass sie nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Eltern im Holocaust verloren haben.

Blanka Pudler hatte ein hoffnungsvolles Leben vor sich. Foto: Archiv Dieter Vaupel
Blanka Pudler hatte ein hoffnungsvolles Leben vor sich. Foto: Archiv Dieter Vaupel

Blanka blickt mit den Augen eines Kindes auf die unmenschliche, bedrohliche Welt um sich herum. Trotz allem gibt sie die Hoffnung nicht auf. Autor Dr. Dieter Vaupel lernte sie 1986 in Budapest kennen und organisierte mit ihr jahrelang Zeitzeugengespräche vor Tausenden von Schülern. Gemeinsam begannen sie, Pudlers Geschichte aufzuschreiben, nach ihrem Tod stellte er das Buch fertig, das im September 2018 erschien. Die subjektive Zeitzeugenerzählung verknüpft und vergleicht er mit zahlreichen historischen Dokumenten. Wer die Geschichte erlebt, wird tief in die berührende Gedanken- und Erlebniswelt dieses besonderen Mädchens hineingezogen.

Die Pogromnacht vom 9. November 1938

1938 organisierte das NS-Regime im Gebiet des damaligen deutschen Reichs gegen die jüdische Bevölkerung gerichtete Pogrome und inszenierte sie als spontanen Ausbruch des „Volkszornes“. In der Nacht vom 9. auf den 10. November und in den Tagen danach wurden über 400 jüdische Bürger ermordet oder in den Selbstmord getrieben, 1.400 Synagogen, Betstuben und Versammlungsräume sowie zahllose Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Lange Zeit blieben diese schrecklichen Ereignisse unter dem von den Nazis erdachten Namen der „Reichskristallnacht“ in Erinnerung.

In Gudensberg wurden viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde deportiert und in Konzentrationslagern vom NS-Regime umgebracht. Vor allem in den ersten Jahren der NS-Zeit versuchten viele jüdische Bürger, ihr Leben durch Flucht zu retten.

(red)



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