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Demokratiekonferenz mit Besucherrekord

Landrat Winfried Becker traf sich mit Gymnasiallehrerin Alexandra Hellmig und Gymnasiast Linus Dietrich sowie Projektkoordinator Tom Werner und Moderator Norbert Poppe zu einer Podiumsdiskussion. Foto: nh
Landrat Winfried Becker traf sich mit Gymnasiallehrerin Alexandra Hellmig und Gymnasiast Linus Dietrich sowie Projektkoordinator Tom Werner und Moderator Norbert Poppe zu einer Podiumsdiskussion. Foto: nh

Treysa. Ein großartiger Erfolg war laut Veranstalter die 8. Demokratiekonferenz im Schwalm-Eder-Kreis. Unter dem Thema „Alltagshelden: die Projektträger bei ‚Demokratie leben!‘“ trafen sich mehr als 110 Teilnehmer der unterschiedlichen Projektträger am 1. November 2019 im Schwalmgymnasium Tresya zum Gedankenaustausch.

Alarmierende Jugend-Shell-Studie

Nach der veröffentlichten Jugend-Shell-Studie ist ein gutes Drittel der 12 bis 25-jährigen in Deutschland anfällig für populistische Thesen und der Meinung, die deutsche Gesellschaft werde durch den Islam unterwandert. Die Hälfte glaubt zudem, dass die Regierung der Bevölkerung die Wahrheit verschweige.

Gleichzeitig ist die Bedrohung durch den Rechtsextremismus größer als noch vor einem Jahr, wie der Verfassungsschutz kürzlich bei einer Anhörung im Bundestag feststellte. Die Jugend-Shell-Studie sieht aber auch positive Aspekte und resümiert, dass vier von fünf jungen Erwachsenen mit der Demokratie in Deutschland zufrieden sind.

Schulen müssen Demokratie und Einmischen unterrichten

Beide Ausgangslagen griff Landrat Winfried Becker gleich zu Beginn in seiner Eröffnungsrede auf. „Die Entwicklungen ernst nehmen und nach Antworten und Lösungen suchen, sei eine der dringendsten Aufgaben“, appellierte Landrat Becker. Die vielfältige Jugendbildungsarbeit im Schwalm-Eder-Kreis könne eine Antwort auf die Probleme sein. „Eine riesige Chance haben wir in Schulen. Dort muss aktiv Demokratie und Einmischen gelehrt werden. Für entsprechende Ressourcen müssen die Kultusbehörden sorgen und das Thema in den Lehrplan aufnehmen“, so Becker.

120 Demokratie-Projekte gefördert

Sehr anschaulich berichteten die unterschiedlichen Projekteträger und Projektentwickler in Interviews über ihre Erfahrungen, Beweggründe und Wünsche für die Zukunft. Insgesamt 15 Projekte stellten sie den Teilnehmern im Projektmarkt vor. In der abgelaufenen Förderperiode des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sind etwa 120 Projekte im Schwalm-Eder-Kreis gefördert worden.

Gute Vernetzung ist wichtig

Der Bericht über die Gegenplakate, die von Schülern gegen antisemitische Plakate im Europawahlkampf 2019 entwickelt wurden, unterstrich die Wichtigkeit einer Netzwerkarbeit im Landkreis. „Durch das vorhandene Netzwerk konnte das Projekt innerhalb von nur zwei Tagen umgesetzt werden. Alle haben an einem Strang gezogen“, berichtete einer der Organisatoren. Das Netzwerk aus Jugendeinrichtungen, Schulen, Politik, Vereinen und dem Projekt „Gewalt geht nicht!“ gebe Sicherheit und Rückhalt. Auch das Jugendforum „Gudso“ stellte Erfahrungen aus den eigenen Projekten des Vorjahres vor, darunter die erste Jugenddemokratiekonferenz.

Stärkere Erinnerungskultur gefordert

Zum Abschluss diskutierten die Konferenzteilnehmer lebhaft an verschiedenen Thementischen. „Um Aktuelles zu verstehen, müssen wir uns an Vergangenes erinnern“, lautete einer der Impulse für das Plenum. Die Erinnerungskultur müsse auch im Schwalm-Eder-Kreis weiterhin gestärkt werden, um einer negativen gesellschaftspolitischen Entwicklung entgegen zu wirken. Die Gedenkstätten im Landkreis könnten dabei eine wichtige Rolle spielen.

Hoffen auf künftige Förderung

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf unserer Demokratiekonferenz, bei der sich alle toll eingebracht haben, ob als Interessierte, Unterstützer oder Projektveranstalter“, resümierten Tom Werner und Anika Wolf vom Projekt „Gewalt geht nicht!“. Der Landkreis sei zuversichtlich, auch 2020 – 24 eine Förderung durch „Demokratie leben!“ zu erhalten.

(red)



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