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Erdrutsch bei Auftrag, Umsatz und Export

Stellten die Ergebnisse der Herbstumfrage 2019 vor (v.li.): Die beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Karsten Stückrath und Dr. Hans-Friedrich Breithaupt sowie der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Nordhessen, Jürgen Kümpel. Foto: nh
Stellten die Ergebnisse der Herbstumfrage 2019 vor (v.li.): Die beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Karsten Stückrath und Dr. Hans-Friedrich Breithaupt sowie der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes HESSENMETALL Nordhessen, Jürgen Kümpel. Foto: nh

Region. Das Ergebnis seiner Herbstumfrage bei den nordhessischen Metall- und Elektro-Unternehmen legte diese Woche der Arbeitgeberverband Hessenmetall vor. Eine deutliche Warnung: Die Stimmungsindikatoren sieht der Verband im „tiefen Fall“.

Erdrutschähnlicher Einbruch, ein mittleres Erdbeben

„Nachdem die allgemeine Geschäftslage bei den nordhessischen Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie vor einem Jahr noch ‚befriedigend‘ war, zeichnet sich nun ein erdrutschähnlicher Einbruch in den nächsten sechs Monaten ab. Die wirtschaftliche Unsicherheit ist global auf hohem Niveau, internationale Kollateralschäden durch politische Instabilität sind eine der Ursachen für ein deutliches Minus bei Investitionstätigkeiten im nächsten Halbjahr. Die Auftragsbestände, Umsätze, Erträge und Exportzahlen in den nordhessischen Betrieben sind im Vergleich zum Vorjahr dramatisch eingebrochen. Das ist keine ‚konjunkturelle Abkühlung‘ mehr, von der wir im letzten Jahr gewarnt haben, das ist ein mittleres Erdbeben“, fasst Dr. Hans-Friedrich Breithaupt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes Hessenmetall Nordhessen, die Ergebnisse der diesjährigen Herbstumfrage zusammen.

Goldene Zeiten sind vorbei

Karsten Stückrath, ebenfalls stellvertretender Vorstandsvorsitzender, ergänzt: „In diesem Jahr kommen offensichtlich zwei Dinge zusammen, die die Zahlen so düster aussehen lassen. Das ist zum einen die konjunkturelle Komponente: Schon im letzten Jahr verdunkelte sich der Horizont durch die geopolitische Gesamtwetterlage, unter anderem durch den Handelskrieg zwischen China und den USA, die Unsicherheiten durch den Brexit und viele Krisenherde. In diesem Jahr kommen gravierende Umwälzungen durch den Digitalen Wandel und die fortschreitende Elektromobilität hinzu. Es sind beide Komponenten zusammen, die für den Erdrutsch sorgen. Die goldenen Zeiten sind offensichtlich vorbei.“

Schwache Schlüsselbranche löst Tarif-Bremse aus

Jürgen Kümpel, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes in Kassel, betont: „Viele unserer Mitgliedsunternehmen arbeiten direkt oder indirekt für die Automobilbranche. Sie war über viele Jahrzehnte das sichere Standbein unserer Wirtschaft und unseres Wohlstands. An ihr hängen in der Wertschöpfungskette tausende von Zulieferunternehmen und Arbeitsplätzen. Dieses Standbein wird nun schwach und wir haben erst einmal keinen Ersatz. Die Verunsicherung bremst Investitionen. Die Automobilindustrie als Schlüsselbranche leidet als erste darunter. Das wird nicht ohne Auswirkungen auf die Beschäftigungsentwicklung haben. Wie das statistische Bundesamt mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt zum Vorquartal lediglich um 0,1 Prozent. Das ist so gut wie kein Wachstum. Unter diesen Umständen in neue Technologien zu investieren, ist das Gebot Nr.1 für die Unternehmen. Dafür und in die Qualifizierung der Beschäftigten werden die Rücklagen nun gebraucht. Für die bevorstehende Tarifrunde 2020 bedeutet das Zurückhaltung, damit die Arbeitskosten für den Standort Deutschland nicht steigen.“

► pdf-Download der vollständigen Pressemitteilung: Die Umfrageergebnisse in Zahlen

(red)




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