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Aufträge stornieren hilft niemandem

Kreishandwerksmeister Frank Michel. Foto: nh
Kreishandwerksmeister Frank Michel. Foto: nh

Schwalm-Eder. Kreishandwerksmeister Frank Michel spricht allen Beschäftigten im Lebensmittelhandwerk und im Verkauf seinen Dank für den Einsatz währen der Corona-Krise aus.

Gut und fair miteinander umgehen

Michel dankte allen Verkäuferinnen und Verkäufern für ihren Einsatz in der aktuellen Krise. Die Betriebe des Lebensmittelhandwerks, die Fleischer und Bäcker, helfen in der aktuellen Krisenzeit rund um das Corona-Virus, die Bevölkerung mit frischen und regionalen Lebensmitteln zu versorgen. Gerade Verkäuferinnen und Verkäufer stehen durch den regen Kundenkontakt tagtäglich im Blickpunkt und sind der Ansteckung besonders ausgesetzt. Michel appellierte an das gute menschliche Miteinander zwischen Kollegen einerseits und Kunden andererseits, gut und fair miteinander umzugehen und die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Sein Dank richtete er auch an alle im Gesundheitsdienst, die mithelfen, die schwerste Krise der Bundesrepublik zu bewältigen.

Handwerker brauchen Aufträge

In der angespannten Situation werden oft Aufträge an Handwerksbetriebe zurückgenommen oder verschoben. Diese Entwicklung beobachten Handwerksbetriebe momentan häufiger. „In der derzeitigen Lage hilft diese verständliche Reaktion oft nicht weiter“, sagte Kreishandwerksmeister Michel. Die Betriebe sind auf die Aufträge angewiesen, um ihre Mitarbeiter zu beschäftigen und nicht auch noch Kurzarbeit anmelden zu müssen. Er bittet daher die Auftraggeber den Dialog mit dem ausführenden Betrieb zu suchen und gemeinsame Lösungen zu finden. Gesundheit geht in jedem Fall vor und vorab sollten beide Seiten prüfen, ob durch die Auftragsabwicklung eine akute Bedrohung durch eine Infektion besteht. Wenn kein besonderes Risiko erkennbar ist, sollten die Aufträge abgearbeitet werden. Die meisten Handwerksbetriebe hätten sich zudem auf die Situation eingestellt, um ihre Mitarbeiter zu schützen. So werden unnötige Kontakte zum Kunden oder zum Kollegen vermieden.

Kein Spielraum für Friseure

Von Betriebsschließung sind viele Friseure und deren Fachkräfte hart getroffen. Der Gesetzgeber hat den Betrieben keinen Spielraum gelassen, auch das Geschäft zu Hause wurde ausdrücklich untersagt. Kreishandwerksmeister Michel appellierte an die Kunden, die Situation zu akzeptieren. „Wer seinem Friseur helfen will der kann überlegen, ob er durch den Erwerb eines Gutscheins dazu beitragen will“, sagte Michel. Aus Gesprächen mit betroffenen Innungsmitgliedern wisse er wie angespannt die Lage ist.

Kfz-Betriebe müssen Autos verkaufen

Schwer zu schaffen macht die Pandemie auch den Kfz-Betrieben im Schwalm-Eder-Kreis. In der Werkstatt darf gearbeitet werden, aber der Verkauf von Fahrzeugen ist verboten. Das betrifft besonders die Betriebe mit starkem Verkaufsgeschäft. Die Fahrzeuge müssen finanziert werden, dürfen aber nicht verkauft werden. Hier könne es schnell zu großen Problemen kommen. Michel fordert die Politik auf Lösungen zu diskutieren. „Es ist keinem geholfen, wenn die Betriebe den Hof vollstehen haben und Insolvenz anmelden müssen, weil sie die Fahrzeuge nicht verkaufen können“, sagte Michel und forderte den Verkaufsstopp unter Bedingungen zu lockern.

Kreishandwerkerschaft dankt für Hilfen

Kreishandwerksmeister Michel dankte den Behörden von Bund, Land und Kommunen für die verantwortungsvolle Arbeit, die sicher nicht immer leicht sei und viel Fingerspitzengefühl erfordere. „Die Solidarität der Menschen ist bemerkenswert und hilft Betroffenen und Entscheidern“, sagte Michel. Die beschlossenen Hilfen seien ein klares Bekenntnis, die Menschen und die Betriebe nicht ihrem Schicksal zu überlassen. Die Kreishandwerkerschaft begrüßt ausdrücklich dieses Vorgehen und wird die Innungsmitglieder wie immer umgehend über die Möglichkeiten und Hilfen unterrichten, sobald die Anträge vorliegen und Vorgehensweise geklärt ist.

www.handwerk-schwalm-eder.de

(red)