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»Tag der Befreiung« muss Feiertag sein

Das Sowjetische Ehrendenkmal an der Straße des 17. Juni im Bezirk Tiergarten erinnert an die in der Schlacht um Berlin gefallenen 80.000 sowjetischen Soldaten. Foto: ©Gerald Schmidtkunz
Das Sowjetische Ehrendenkmal an der Straße des 17. Juni im Bezirk Tiergarten erinnert an die in der Schlacht um Berlin gefallenen 80.000 sowjetischen Soldaten. Foto: ©Gerald Schmidtkunz

Frankfurt. „Der 8. Mai markiert aus unserer Sicht gleichermaßen den Sieg von Menschlichkeit und Demokratie in Europa, aber gibt uns eben auch einen Auftrag für die Gegenwart“, heißt es in einer DGB-Pressemitteilung.

Appell an Ministerpräsident Bouffier

Anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung von Faschismus und Krieg am 8. Mai 2020 appellierten bereits im Januar die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Hessen, der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen und die Féderation Internationale des Resistants an Ministerpräsident Volker Bouffier: Die hessische Landesregierung möge prüfen, ob der 8. Mai in Hessen für das Jahr 2020 zum gesetzlichen Feiertag erklärt werden kann.

„In Zeiten, in denen Rassismus, Antisemitismus und völkisches Gedankengut immer stärker um sich greifen und selbst ernannte Alternativen die liberale Demokratie in Frage stellen, in diesen Zeiten ist es wichtig, entsprechende Zeichen zu setzen“, so Silvia Gingold (VVN-BdA Hessen), Dr. Ulrich Schneider (FIR) und Sandro Witt (DGB Hessen-Thüringen) in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung.

Befreiung der Menschheit

Die bundesweite Petition „Den 8. Mai zum Feiertag machen! Was 75 Jahre nach Befreiung vom Faschismus getan werden muss!“, die zwischenzeitlich durch die VVN-BdA und ihrer Ehrenvorsitzenden, der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano initiiert worden war, hat in weniger als 2 Wochen über 50.000 Unterschriften, darunter auch tausende Gewerkschafter*innen, gesammelt.

Esther Bejarano sagt: „Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes. Wie viele andere aus den Konzentrationslagern wurde auch ich auf den Todesmarsch getrieben. Erst Anfang Mai wurden wir von amerikanischen und russischen Soldaten befreit. Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.“

Die Stahlhelme müssen ein für allemal abgelegt werden. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – diese Forderung ist heute wieder aktuell. Foto: Couleur | Pixabay
Die Stahlhelme müssen ein für allemal abgelegt werden. Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – diese Forderung ist heute wieder aktuell. Foto: Couleur | Pixabay

Gesetzlicher Feiertag wäre ein Zeichen

Die Antwort der hessischen Staatskanzlei auf unsere Nachfrage lässt eine Einwilligung erwarten. „Das Gedenken an die Zeit vor, während und nach dem 2. Weltkrieg und an die Gräuel des Nationalsozialismus wird immer wichtiger, je weniger Menschen darüber aus eigenem Erleben berichten können.“

Unterstützung für das Vorhaben signalisierte u.a. auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann. Er wies darauf hin, dass der 8. Mai in einigen europäischen Ländern bereits als Feier- und Gedenktag begangen wird. Ein gesetzlicher Feiertag, den viele politische Akteure auch für Deutschland forderten, sei als Tag der Verständigung gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass ein wichtiges Zeichen.

DGB Hessen-Thüringen, FIR und VVN-BdA wünschen sich eine breite Beteiligung der Zivilgesellschaft nicht nur aber auch an der Debatte um den 8. Mai als Feiertag.

Aufruf zum dezentralen Gedenken

„Wir rufen für den 8. Mai 2020 zu einem dezentralen Gedenken auf. An Orten, die an die Opfer des Faschismus und Widerstandskämpfer*innen erinnern, sollen Schilder und Plakate den Befreiern danken. Auch an Orten, die an Etappen der Befreiung erinnern, und auch im allgemeinen Stadtbild (z.B. an Straßenschildern) wollen wir rote Nelken oder bunte Blumensträuße niederlegen. Diese Aktionen werden dann mit allen Menschen über die sozialen Medien geteilt. Wir wollen damit zeigen wie vielen Menschen der 8. Mai als Feiertag wichtig ist und fordern die Hessische Landesregierung auf, den 8. Mai im nächsten Jahr zum hessischen Feiertag zu erklären“, so die Gewerkschaften abschließend.

https://hessen-thueringen.dgb.de/

(red)



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