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Groppe läuft 200 m in 24,34 Sekunden

Vivian hatte allen Grund zur Freude, denn als Siegerin im ersten 200m-Zeitlauf verbesserte sie sich auf Rang zwei der aktuellen deutschen Bestenliste
Vivian hatte allen Grund zur Freude, denn als Siegerin im ersten 200m-Zeitlauf verbesserte sie sich auf Rang zwei der aktuellen deutschen Bestenliste. Foto: nhA

Mannheim. Die Junioren-Gala in Mannheim verdient das Prädikat „hervorragend“. Eine Fülle glänzender, teilweise überragender Leistungen eröffnete erfreuliche Perspektiven für die U20-EM in Estland, die vom 15. bis 18. Juli in Tallinn ausgetragen werden.

Neue Bestzeit schon im Sinn gehabt

Neben vielen deutschen Jahresbestleistungen im Bereich der U18 und U2o, konnten sich die Zuschauer auch an einigen Weltjahresbestleistungen erfreuen.

Vivian Groppe, die schnelle Jugendliche der MT Melsungen, hatte nach dem internationalen Sparkassen-Meeting in Osterode, wo sie ihre 200m-Bestzeit von 24,51 Sekunden nur um einen Wimpernschlag verfehlte hatte, gesagt: „Ich hoffe, dass ich Anfang Juli in Mannheim starten darf. Dort möchte ich eine neue Bestzeit laufen“. Und tatsächlich wurde die 16-Jährige zu dieser U20-Gala von DLV-Trainer Thomas Kremer (Dortmund) eingeladen. Ursprünglich war sie noch für den Einsatz in der dritten Nationalstaffel über 4x100m vorgesehen. Aber da sie noch kein Wechseltraining absolvierte hatte und der Fokus an diesem Nachmittag auf dem 200m-Lauf lag, hatte Kremer ein Einsehen und ließ dafür Anna Mootz (SC Magdeburg) laufen.

Gesamte Konkurrenz vor Augen

Beim 200m-Rennen hatten Spannung und Nervosität unmittelbar vor dem Start ihren Höhepunkt. Man wusste, dass es von den Bestzeiten her einen knappen Einlauf geben würde. Vivian wurde für die Bahn zwei ausgelost. Sie hatte somit die gesamte Konkurrenz vor sich. Eine Bahn vor ihr lief die gleichaltrige Christina Onwo Akomas (Magdeburg), mit 24,35 Sekunden Deutschlands zweitschnellste 200m-Läuferin der U18. Auf Bahn vier sprintete Zora Rauh, die Jugendmeisterin aus der Schweiz, die einen Tag vorher mit 11,80 Sekunden über 100 Meter gefiel. Auf Bahn fünf startete die DLV-NK1-Angehörige Sabrina Hafner (Regensburg) mit einer Bestzeit von 24,28 Sekunden.

Herrlicher Zweikampf vor dem Ziel

Vivian Groppe machte mit ihrer 200m-Zeit von 24,34 Sekunden den nächsten Leistungssprung. Foto: nh
Vivian Groppe machte mit ihrer 200m-Zeit von 24,34 Sekunden den nächsten Leistungssprung. Foto: nh

Den besten Start erwischte Zora Rauh; sie stürmte auch als Erste auf die Zielgerade und sah zu diesem Zeitpunkt wie die Siegerin aus. Vivian hatte einen guten Kurvenlauf hingelegt und zog nach dem ersten Drittel der Strecke bereits an Onwo Akomas und Hafner vorbei. Achtzig Meter vor dem Ziel entwickelte sich ein herrlicher Zweikampf zwischen der Jugendlichen aus der Schweiz und der Melsunger Gesamtschülerin, die nach den Sommerferien auf das Gymnasium wechselt. Es war ein begeisterndes, ja faszinierendes Rennen, das sich die beiden Jugendlichen lieferten.

Bereits in Osterode imponierte Vivian mit ihrer hohen Schrittfrequenz, die sie bis ins Ziel halten konnte. Auch in Mannheim beeindruckte die 16-Jährige mit einem starken Finish und legte im bisher schnellsten Rennen in ihrer noch kurzen Laufbahn den nächsten Leistungssprung hin. Als sie als Erste über die Ziellinie lief, machte sie kurz einen ungläubigen Eindruck. Als aber ihre Anspannung wich und sie ihre Zeit von 24,34 Sekunden an der Anzeigetafel sah, schrie ihre ganze Freude über den gelungenen Lauf heraus und jubelte.

Vivian Groppe: „Ich bin einfach nur gelaufen“

Erste Gratulantin war ihre Mutter Petra, die im Ziel stand und sich wie Vater Carsten, der ebenfalls mit nach Mannheim reiste, über diese Leistung freute. Vivian konnte derweil ihr Glück kaum fassen: „Ich bin einfach nur gelaufen“. Bereits in Osterode hatte Alwin Wagner öffentlich gesagt, dass sein Schützling in Mannheim bei guten Bedingungen unter 24,40 Sekunden auf die Bahn zaubern werde. Das ist jetzt eingetreten und mit ihrer Zeit verbesserte sich Vivian hinter Holly Okuku auf Rang zwei der aktuellen DLV-Bestenliste und unterstrich damit eindrucksvoll ihre Zugehörigkeit zur nationalen Spitze ihrer Altersklasse. Zweite in diesem denkbaren Rennen wurde Zora Rauh (24,42) vor Sabrina Hafner (24,58) und der Favoritin Christina Onwu Akomas (25,04).

Im zweiten Lauf setzte sich Holly Okuku mit 23,91 Sekunden souverän durch. Die Baunataler Ausnahmeläuferin verfehlte die Norm für die U20-EM nur um den Wimpernschlag von 0,01 Sekunden. Den zweiten Platz sicherte sich die immer schneller werdende Marlene Körner aus Halle mit 24,19 Sekunden. Nach 24,46 Sekunden kam Helen Baumgarten – im Vorjahr als Zweite bei den deutschen U18-Meisterschaften in Heilbronn noch einen Rang vor Vivian – ins Ziel. Rang vier belegte Maren Amundsen (Norwegen, 24,55 Sek.).

Damit stand fest, die 16-Jährige aus Beiseförth belegte in der U20-Gesamtwertung mit 24,34 Sekunden den unerwarteten dritten Platz.

(ajw)



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