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Radfahrlust on Tour: „MS – Meine Spur“

Nach dem Pressegespräch machte sich die Radfahrgruppe auf den Weg in den Bergpark (v.li.): Andreas Herber, Sonja Pfister, Simone Jakobi, dahinter Sonja Waschilowski und Benno Rehn. Foto: Peter Tiggemann
Nach dem Pressegespräch machte sich die Radfahrgruppe auf den Weg in den Bergpark (v.li.): Andreas Herber, Sonja Pfister, Simone Jakobi, dahinter Sonja Waschilowski und Benno Rehn. Foto: Peter Tiggemann

Region. Die Aktionswoche „MS – Meine Spur“ ist in Kassel gestartet und führt bis zum 21. August eine Kerngruppe der Darmstädter MS-Gruppe Radfahrlust mit ihren Liegedreirädern durch weitere Städte.

Seit vielen Jahren in Bewegung

Auf der Etappe liegen noch Fulda, Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt. Die Aktionswoche ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gruppe „Radfahrlust“ und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen. Zum Auftakt der Rundtour war die Gruppe am Montag in Kassel, wo die DMSG Hessen mit einer Regionalstelle vertreten ist.

In einem Pressegespräch in der Neurologischen Gemeinschaftspraxis Kassel und Vellmar verdeutlichte der Geschäftsführer der DMSG Hessen, Benno Rehn, wie „wichtig für Menschen mit MS Bewegung und Sport als Teil der aktiven Gesundheitsvorsorge“ bei dieser neurologischen Erkrankung ist. Insbesondere die „Radfahrlust“ demonstriere seit vielen Jahren eindrucksvoll, „im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung zu bleiben“.

Jedes Jahr eine Sternfahrt

Einer der seit vielen Jahren aktiv bei der Radfahrlust dabei ist, ist Andreas Herber. Der 66-Jährige aus Alzenau stieß 2015 zu der Darmstädter Gruppe, die seit 2009 unter der Leitung von Gründer Klaus Vock Jahr für Jahr eine einwöchige Sternfahrt mit bis zu 50 Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet organisiert, unterstützt von den Liegedreiradherstellern HP Velotechnik, Hasebike und Icletta, die für die Touren mehrere Ausleihmodelle zur Verfügung stellen.

Wegen der MS war es Andreas Herber motorisch nicht mehr möglich, auf einem Zweirad zu fahren. „Ich hatte einfach Probleme beim Absteigen“, berichtete er beim Pressegespräch. Schließlich erfuhr er von der Radfahrlust und den Trikes, war neugierig, probierte das Fahren damit aus und ist seither ein passionierter Liegedreiradfahrer. Andreas Herber und die ganze Radfahrlust-Gruppe teilen das von ihrem Gründer Klaus Vock geprägte Motto „Freiheit auf drei Rädern“.

Spezielles Funktionstraining entwickelt

Sportliche Aktivitäten haben positive Auswirkungen auf die Erkrankung MS. Auch auf die psychische Stabilität. Daher bietet die DMSG Hessen seit Ende 2019 das neue „Funktionstraining bei MS“ an, während der Corona-Pandemie auch als Online-Training. Neurologe Christoph Lassek bestätigte die positiven Faktoren von Bewegung und Sport bei Multiple Sklerose. „Vielen MSPatienten sieht man die Erkrankung nicht an, weil ihre Einschränkungen nicht offensichtlich sind“, führte der Neurologe aus: „Aber Bewegung trägt dazu bei, fit zu bleiben.“

Welche Bewegungen und Übungen die jeweils richtigen für einen Menschen mit MS sind, das zeigen die geschulten Funktionstrainer bei MS, führte Projektleiterin Dr. Stephanie Woschek aus. Sie hatte 2019 für die DMSG Hessen das Funktionstraining bei MS entwickelt und leitet diesen Bereich.

Zentrales Teil eines Netzwerks

Ebenso unverzichtbar sind weitere unterstützende Angebote, zu denen der medizinische Bereich, psychosozialen Komponenten und die Sozialberatung zählen. Daher ist in Nordhessen die in Kassel beheimatete MS-Regionalstelle unter der Leitung von Sozialberaterin Sonja Waschilowski für Menschen mit MS eine zentrale Anlaufstelle.
Dazu gehört auch die Hessische Fachstelle für Wohnberatung. „Dank der ausgebildeten haupt- wie ehrenamtlichen Wohnberater schauen wir vor Ort, wie die Wohnsituation ist und wie diese verbessert werden kann“, erläuterte Natalia Heuser von der Fachstelle. Geschäftsführer Benno Rehn betonte abschließend: „Die DMSG Hessen funktioniert am besten als zentrales Teil eines Netzwerks bestehend aus Menschen, Angeboten und Gruppen.“

Die DMSG Hessen

1980 wurde der Landesverband Hessen e.V. in der DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) als Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung gegründet. 20 haupt- und über 500 ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich um zirka 19.000 Betroffene in Hessen.

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und anderen Beeinträchtigungen führen kann. In Deutschland leiden rund 252.000 Menschen an MS, davon etwa 19.000 in Hessen.

Kontakt zum Landesverband

Sonja Thelen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Email: thelen@dmsg-hessen.de, Büro: Tel. 069 / 40 58 98 22, mobil (ab 16. August): 0163-7174501

www.dmsg-hessen.de

(red)



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