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Zeichen der Hoffnung in dunkler Zeit

Blick auf die gebrochene Stele (v.li.): Volker Hayessen, Hans Hayo Hayessen und Dr. Dieter Vaupel. Foto: Rangar Heil
Blick auf die gebrochene Stele (v.li.): Volker Hayessen, Hans Hayo Hayessen und Dr. Dieter Vaupel. Foto: Rangar Heil

Gensungen. Seit vergangenem Sonntag erinnert ein Kunstwerk des Kasseler Künstlers Stephan von Borstel auf dem Platz am Gensunger Bahnhof an den Widerstandskämpfer Egbert Hayessen.

Anregung zum Nachdenken

Eine gebrochene aber dennoch aufrechte Stele aus korrodiertem Metall mit Sockel und Kapitel aus Beton soll die Erinnerung an Egbert Hayessen wach halten. Das Kunstwerk – so der Künstler in seiner Erläuterung – orientiere sich an klassischen Säulen des Altertums, die den Menschen symbolisieren. In der Gebrochenheit der Stele komme etwas über den Umgang mit den Widerstandskämpfern zum Ausdruck.

Dr. Dieter Vaupel, Sprecher der Bürgerinitiative „Ein Platz für Egbert Hayessen“, betonte, das geschaffene Kunstwerk lasse Platz für individuelle Interpretationen des Betrachters, es rege zum Nachdenken an.

Menschlichkeit, Mut und Courage

Die Enthüllung des Kunstwerks fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und von Vertretern aus Politik und Wirtschaft statt. Vaupel sagte bei seiner Begrüßung der Gäste, der Einsatz Hayessens bei der Operation Walküre zeige, dass er Mut bewiesen habe. „Für mich ist Hayessens Handeln ein Zeichen der Hoffnung in einer dunklen Zeit. Ein Signal, das bis heute leuchtet, das deutlich macht, wie wichtig Menschlichkeit, Mut und Courage sind.“

Neben dem Kunstwerk (v.l.): Volker und Hans-Hayo Hayessen, Söhne des Widerstandskämpfers, Dr. Dieter Vaupel, Initiator und Sprecher der Bürgerinitiative, sowie der Kasseler Künstler Stephan von Borstel. Foto: Erika Mönig
Neben dem Kunstwerk (v. li.): Volker und Hans-Hayo Hayessen, Söhne des Widerstandskämpfers, Dr. Dieter Vaupel, Initiator und Sprecher der Bürgerinitiative, sowie der Kasseler Künstler Stephan von Borstel. Foto: Erika Mönig

Eintreten für demokratische Gesellschaft

Heidi Folwerk und Dr. Kai Uve Hanitsch vom Gensunger Ortsbeirat wiesen in ihrem Grußwort darauf hin, dass Millionen von Menschen unendliches Leid erspart worden wäre, wenn das Attentat auf Hitler Erfolg gehabt hätte. Sie betonten den einvernehmlichen und konstruktiven Entscheidungsprozess für das Kunstwerk zwischen Bürgerinitiative und den politischen Gremien.

Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher, Dr. Michael Schüte, und Bürgermeister Volker Steinmetz wiesen darauf hin, wie sehr die Menschenrechte durch das Hitlerregime mit Füßen getreten worden sind und wie wichtig es sei, heute für eine demokratische Gesellschaft einzutreten.

Besonderer Ort der heimischen Geschichte

Dr. Edgar Franke, Opferbeauftragter der Bundesregierung, knüpte an der eigenen Familiengeschichte mit leidvollen Erfahrungen in der NS-Zeit und an seinen Begegnungen mit Opfern des Anschlages von Hanau an. Er betonte, dass Egbert Hayessen ein Vorbild gerade in der heutigen Zeit sein könne.

Nachdem das Kunstwerk von den beiden Söhnen Hayessens gemeinsam mit von Borstel und Vaupel enthüllt worden war und der Künstler einige Informationen zum Hintergrund gegeben hatte, kam Annika Vockeroth, eine ehemalige Schülerin der Drei Burgen Schule zu Wort. Sie gehörte vor sieben Jahren zu einer Projektgruppe, die den Vorschlag der Benennung eines Platzes nach Hayessen erstmals in die Öffentlichkeit gebracht hatte. Den Hayessenplatz mit dem Kunstwerk bezeichnete sie als einen besonderen Ort der heimischen Geschichte. Er füge Vergangenheit und Gegenwart bedeutungsvoll zusammen.

Besondere Weise der Erinnerung

In bewegenden Schlussworten bedankte sich Volker Hayessen bei allen, die sich für die Erinnerung an seinen Vater in solch besonderer Weise engagiert haben. Dies gehe weit über das hinaus, was an anderen Orten getan worden ist. Er wies auf die Bedeutung hin, die dieser Platz und das nun installierte Kunstwerk für ihn und seinen Bruder haben. Die Bedeutung sei so immens, dass er es gar nicht in Worte fassen könne.

Zum Gelingen der Veranstaltung trug die musikalische Umrahmung mit politisch-historischen Liedern durch Renate und Roland Häussler bei, unter anderem durch das Soldatenlied „Die bange Nacht“ aus dem Jahr 1944 und das Volkslied „Die Gedanken sind frei“.

(red)



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