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Lauf der Eder wird wieder natürlicher

Zu einer gesunden Auenlandschaft gehören Kiesinseln und Uferbänke. Das soll auch für die Eder wieder gelten, die Sünden der Vergangenheit sollen getilgt werden. Foto: nh

Felsberg. Dem Fluss und seinen benachbarten Gewässern im Edertal wird wieder mehr Lebensraum zurückgegeben. Der Kiesteich wird an die Eder angeschlossen. Mit neuen Biotopen kehrt wieder mehr Natur in die Auenlandschaft zurück.

Kiesinseln und Uferbänke

Darauf macht aktuell Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz aufmerksam. Die Stadt Felsberg renaturiert gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Kassel die Eder auf einer Strecke von etwa 1.500 m. Geplant ist, den oberhalb von Felsberg gelegenen langgezogenen Kiesteich als Nebenarm an den Fluss anzuschließen. In mehreren Bauabschnitten unterhalb des Stadtgebietes soll die Eder durch Flussaufweitungen verbreitert werden. Der bei den Bauarbeiten angetroffene Kies soll dabei nicht abgefahren, sondern in Form von Kiesinseln und Uferbänken in die Eder wieder eingebaut werden.

Rückkehr zur Artenvielfalt

In der Vergangenheit wurde die Eder mehrfach begradigt und ausgebaggert. Der Fluss wurde dadurch schneller und grub sich tiefer in sein Flussbett ein. Damit fiel der Grundwasserpegel über Jahrzehnte deutlich ab. Wegen diesen unnatürlichen Eingriffen reduzierte sich die Zahl der unterschiedlichen Lebensräume im Flusslauf drastisch.

Damit einher ging eine Verringerung der Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten im und am Fluss. Verschärft wurde dieses Problem durch die Unterbrechung des Transportes von Kies und Schotter aus dem Oberlauf der Eder, so dass den im Fluss lebenden Fischarten wie der bei uns heimischen Äsche und der Bachforelle das für ihre Fortpflanzung benötigte Laichsubstrat immer mehr verloren ging.

Negativentwicklung soll korrigiert werden

Diese negative Entwicklung wird, wie bereits in den oberhalb gelegenen Gemeinden und Städten Edertal und Wabern sowie Fritzlar und Bad Wildungen geschehen, nunmehr auch im Raum Felsberg umgekehrt. Das von einer Planungsgemeinschaft zweier Büros aus Witzenhausen und Kassel erstellte Renaturierungskonzept soll einen vielfältig gestalteten Fluss mit einer in Mitteleuropa typischen Artenvielfalt zumindest teilweise wiederherstellen.

Nach Meinung örtlicher Naturschutzverbände schafft die sehr umfangreiche Renaturierung der Unteren Eder darüber hinaus einen überragenden Biotopverbund. Profiteure sind die zwar heimischen, aber zunehmend gefährdeten Arten wie z.B. die Äsche, Beutelmeise und Eisvogel

Hochwasserschutz bleibt erhalten

Im Zuge der Planung wurden umfangreiche hydraulische Berechnungen angestellt, die belegen, dass die Maßnahmen nicht zu einer erhöhten Hochwassergefährdung in Felsberg führen. Im Gegenteil: Durch die mittlerweile zahlreichen Sanierungen an der Unteren Eder werden positive Effekte hinsichtlich des ökologischen Hochwasserschutzes festgestellt.

Hessen finanziert das Projekt

Mit den Renaturierungsmaßnahmen, durch die auch Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und damit rechtliche Verpflichtungen der Stadt Felsberg erfüllt werden, sind Investitionskosten von insgesamt etwa 750.000 Euro verbunden. Das Projekt wird vollständig vom Land Hessen aus dem Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 finanziert.

(red)



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