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Groppe und André werden nicht starten

Corona und Verletzungen machen den drei derzeit erfolgreichsten MT-Athleten einen Strich durch die sportlichen Rechnungen. Fotos: nh

Melsungen. Corona grassiert, die Omikorn-Variante befeuert die Statistik, auch an den Schulen. Jetzt hat es mit Vivian Groppe und Maybritt Böttcher die erfolgreichsten Melsunger Leichtathletinnen des vorigen Jahres erwischt.

Kein Gradmesser für Kolumbien

Seit Wochen fieberte Vivian Groppe den Deutschen Jugendmeisterschaften in Sindelfingen entgegen. Die Hallentitelkämpfe sollten für die Melsunger Gymnasiastin der erste Höhepunkt im Jahr 2022 werden. Geplant war nicht nur ein Start über 60 Meter mit dem Ziel: Mindestens Zwischenlauf mit einer Zeit unter 6,65 Sekunden. Für die Hallenrunde hatte Trainer Wagner die Teilnahme am 200 m-Finale mit einer Zeit um 24,50 Sekunden ausgegeben. Zudem sollte Sindelfingen für die DLV-Kader-Athletin ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg zur U20-WM (02. – 07.08 in Kolumbien) sein. Aber die deutsche 200 m-Meisterin der U18 wird am 19. und 20. Februar nicht starten.

Dosierte Trainingssteigerungen

Vivian Groppe musste ihre Teilnahme an der Deutschen Jugendmeisterschaft auf Eis legen. Foto: nh

Nachdem die schnellste Sprinterin im Schwalm-Eder-Kreis am 18. Dezember in Dortmund im 60 m-Lauf trotz eines verpatzten Starts ihre Bestzeit um 0,09 auf 7,68 Sekunden nach unten drücken konnte und kurze Zeit später die 200 Meter mit Hallenbestzeit von 25,04 Sekunden abspulte, begann sie hoffnungsvoll ihre intensive Vorbereitung für die deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften.

Die Trainingsformen und -belastungen wurden dosiert gesteigert und wechselten sich mit regenerativen Maßnahmen ab. Obwohl ihre Beine vom Sprungtraining und den Langsprints müde waren, nahm sie weiter erfolgreich an den Hallensportfesten auf Bundesebene und den Landesmeisterschaften teil.

Schon 24,50 Sekunden auf dem Zettel

So sicherte sich Vivian im 200m-Finale der U20 in Hanau mit 25,17 Sekunden den zweiten Platz und belegte im 60 m-Endlauf bei den Frauen mit 7,73 Sekunden den fünften Platz. Trainer Wagner verstand diese Wettkämpfe ohne spezielle Vorbereitung als ein Training unter Wettkampfbedingungen auf einer Kunststoffbahn im Warmen mit Spikes. Ein solches Training sei besser als kurze Laufeinheiten in der Sporthalle mit Turnschuhen oder im Stadion bei Nässe oder Kälte.

Für ihren Auftritt im Sindelfinger Glaspalast hatte Alwin Wagner für seinen Schützling eine Zeit um 24,50 Sekunden auf seinem Zettel. Und dass er mit dem Formaufbau seiner Leistungsträgerin auf dem richtigen Weg war, demonstrierte die 17-Jährige Ende Januar bei den Bergsprints, wo sie nur unwesentlich langsamer war als im Sommer 2021, als sie die 100 Meter unter 11,80 und die 200 Meter unter 24,20 Sekunden laufen konnte.

Nur der Arzt kann grünes Licht geben

Aber die deutschen Meisterschaften werden ohne Vivian Groppe stattfinden, denn unmittelbar vor Meldeschluss wurde sie positiv auf das Coronavirus getestet.

„Vivian soll sich gründlich auskurieren, denn falscher Ehrgeiz kann lebensgefährlich sein. Und nach überstandener Infektion wird sie sich einen Gesundheitscheck unterziehen. Sollte der Arzt ihr anschließend grünes Licht für das weitere Leistungstraining geben, wird sie mit einem entsprechenden Aufbautraining wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen. Ich bin vorsichtig, denn ein zu früher Wiedereinstieg nach einer Covid-19-Erkrankung kann mit einem Risiko für eine Herzmuskelentzündung oder gefährliche Herzrhythmusstörungen verbunden sein“, sorgt sich Alwin Wagner.

Bis in die Haarspitzen motiviert

Vivian Groppe selbst zeigt sich sehr betrübt: „Ich könnte heulen, denn ich hatte die Kontakte zu meinen Freunden weitgehend reduziert und den Focus meines Trainings ganz auf Sindelfingen gelegt. Ich war überzeugt, dass mich mein Trainer auch in diesem Jahr wieder auf den Punkt fit bekommt und ich im Glaspalast neue Hallenbestzeiten laufen würde, denn ich war auch bis in die Haarspitzen motiviert.“

Maybritt ohne Symptome positiv getestet

Maybritt Böttcher wurde Corona-positiv getestet, zeigte aber keine Symptome. Foto: nh

Bei Maybritt Böttcher wurde bereits eine Woche zuvor durch einen positiven PCR-Test das Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen. Auch beim zweiten Melsunger Aushängeschild traten selbst leichte Symptome nicht auf. Aber nachdem die hessische U18-Meisterin eine Woche in häuslicher Quarantäne verbrachte, muss sie noch bis nach einer Sporttauglichkeitsuntersuchung eine Trainingspause einlegen.

„Maybritt würde merken, wenn sie beim Laufen Luftnot bekommen würde, aber wenn ihr Herz ein Problem hat, würde sie es nicht spüren. Deshalb soll neben ihrer körperlichen Belastbarkeit auch ein Ruhe-EKG durchgeführt werden. Ich möchte das Risiko einer Herzmuskelentzündung durch ein zu frühes Lauftraining vermeiden“, lässt Trainer Wagner Vorsicht walten. Er vermutet, dass durch die mangelnden Testverfahren mit Antigentests die Ausbrüche nicht rechtzeitig bemerkt werden. Für ihn sind die hohen Inzidenzzahlen nur der Anfang. Das Ende der Fahnenstange wähnt er noch lange nicht in Sicht.

Auch André durch das Virus erschöpft

Der dritte Pechvogel im Bunde ist NK2-Kaderathlet Luis André. Das U18-Talent träumte im Vorjahr von einer Medaille bei seinen ersten Deutschen Jugendmeisterschaften, denn der 16-Jährige überraschte nicht nur im Training mit großartigen Leistungen. Am 12. Juni ’21 stieß er beim Wettkampf in Osterode die 5 kg-Kugel auf 17,09 Meter und kam zwei Wochen später im Training sogar an die 18 m-Marke heran. Auch der Diskus flog im Juni weit über die 50 m-Marke.

In einem Interview betonte Luis noch, dass er auf dem richtigen Weg sei und sich bei den deutschen Meisterschaften Ende Juli mindestens eine, vielleicht sogar zwei Medaillen zutraue. Aber eine Coronaimpfung Anfang Juli hatte negativen Einfluss auf seine Trainings- und Wettkampfleistungen. Der DLV-Athlet wirkte danach erschöpft sowie wenig leistungsfähig und belastbar. Bei den deutschen U18-Meisterschaften in Rostock belegte er mit 14,86 Meter nur den zehnten Platz.

Bei Schockwurf unglücklich umgeknickt

Geschwächt von Corona und einer schweren Fußverletzung: Wurftalent Luis André. Foto: nh

Nachdem er nach den Sommerferien auf das Sportgymnasium nach Chemnitz wechselte, schaute er voller Hoffnung auf das Jahr 2022. Bereits bei den hessischen und süddeutschen Hallenmeisterschaften sollte er im Januar mit einer Kugelstoßweite zwischen 18 und 19 m bestätigen, dass sein Trainingsaufbau für die deutschen Meisterschaften und die U18-EM stimmt. Die deutschen Winterwurfmeisterschaften am 19. Februar in Sindelfingen sollten Luis mit einer Diskusweite über 55 Meter den notwendigen Rückenwind auf dem Weg nach Jerusalem bringen.

Doch Anfang Januar zog er sich beim Training in Chemnitz eine schwere Fußverletzung zu. Bei der Landung nach einem Kugelschockwurf knickte er so unglücklich um, dass er sich einige Sehnen im rechten Fuß und die Kapsel verletzte und im Krankenhaus behandelt werden musste.

Trotz schwerer Verletzung bleibt die Hoffnung

Doch aufgeben und die Saison abschreiben will der 16-Jährige nicht. Nachdem André für mehrere Wochen einen Spezialschuh tragen musste, stieg er nach vier Wochen Pause wieder in das Krafttraining ein und führte Übungen im Liegen durch. Er möchte sogar bei den deutschen Winterwurfmeisterschaften in Sindelfingen im Diskuswerfen starten, denn er macht sich trotz der schweren Verletzung weiterhin Hoffnung auf einen Start bei der U18-EM in Jerusalem.

(ajw)




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