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André scheitert in U18-EM-Qualifikation

Luis André blieb bei seinem ersten internationalen Auftritt im Kugelstoßen weit hinter den Erwartungen zurück. Foto: Iris Hensel

Jerusalem. Fast tausend junge Leichtathletik-Talente der Jahrgänge 2005 und 2006 aus 48 Nationen starten bei den Europameisterschaften der U18 in Jerusalem.

Weit hinter den Erwartungen

Wenn heute die besten Kugelstoßer ihren U18-Europameister küren, dann ist der Melsunger Luis André nicht mehr dabei. Der 17-Jährige, der seit neun Monaten das Sportgymnasium in Chemnitz besucht, flog mit großen Ambitionen nach Israel. „Ich kann 19m-Marke stoßen und will in Jerusalem auf jeden Fall in das Finale kommen“, sagte André noch vor seiner Abreise, die er von Frankfurt aus verspätet antreten musste. Ursprünglich sollte das DLV-Team am Freitag nach Israel fliegen, aber der Flug wurde kurzfristig annulliert. So musste die Mannschaft die Nacht von Freitag auf Samstag und zum Teil auch von Samstag auf Sonntag in der Frankfurter Sportschule verbringen. Luis konnte erst am Sonntag nach Jerusalem anreisen.

Aber daran lag es nicht, dass der 1,99 Meter große Athlet weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Noch beim Einstoßen machte er einen guten Eindruck und ließ technisch sauber die 5kg-Kugel hinter der 18m-Linie landen, so dass man Hoffnung auf eine großartige Weite hegen konnte.

Flacher Armstoß mit schwacher Weite

Aber je näher der Wettkampf kam, desto nervöser wurde der MT-Athlet und erneut wirkte sich seine Anspannung negativ auf die Präzision seiner Drehbewegung aus. Im ersten Durchgang begann er viel zu hastig und setzte beim Abstoß seine starken Beine nicht ein, so dass er seine Kraft nicht optimal hinter die Kugel bringen konnte. Es erfolgte ein viel zu flacher Armstoß mit einer schwachen Weite von 16,79 Meter.

Jetzt hieß es für Luis André, im zweiten Durchgang mindestens einen Meter zulegen, um sich im dritten Versuch vielleicht noch etwas zu steigern. „Als ich den ersten Versuch im Livestream sah, hätte ich Luis am liebsten angerufen und ihm Tipps gegeben, aber mit Gerald Bergmann war ein erfahrener DLV-Nachwuchsbundestrainer vor Ort, der sicher positiv auf Luis einwirken konnte“, sagte Alwin Wagner, der wie viele in Melsungen den Wettkampf live aus Israel verfolgte.

André war nicht wiederzuerkennen

Aber Luis konnte offensichtlich die Trainerratschläge nicht anwenden, denn sein zweiter Versuch wurde ungültig gegeben, aber dieser war in der Ausführung auch nicht besser als sein Eröffnungsstoß. Jetzt musste er im dritten Durchgang eine Weite über 17.60, besser noch über 18 Meter bringen, um in den Vorkampf für den heutigen Mittwoch zu kommen. Aber Luis war nicht wiederzuerkennen. Auch im dritten Versuch brachte er seine Kraft nicht hinter die Kugel und erneut stieß er viel zu flach. Schon unmittelbar nach dem Abstoß war ihm bewusst, „das war’s“. Mit 16,80 Meter blieb er weit hinter den Erwartungen zurück und belegte nur Rang siebzehn von den 22 angetretenen Athleten.

„Schwach angefangen – schwach aufgehört“

„Es hat nicht so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe“, war der 17-Jährige zerknirscht. „Ich habe mich nicht so richtig getraut, draufzugehen. Ein bisschen Aufregung war auch dabei“, wagte er eine erste Analyse. „Meine Einstoß-Leistung hätte locker gereicht. Schwach angefangen – schwach aufgehört!“

Der zweite DLV-Vertreter, Georg Harpf machte es deutlich besser. 19,20 Meter waren gefordert und 19,20 Meter lieferte der Münchner im ersten Durchgang ab. Er ist in der Lage heute eine Medaille für Deutschland zu holen.

„Ausscheiden ist kein Weltuntergang“

„Das Ausscheiden bei den ersten internationalen Meisterschaften ist kein Weltuntergang“, sagte Alwin Wagner aus eigener Erfahrung. Aber es war relativ einfach, sich für den Vorkampf zu qualifizieren, zumal sein Chemnitzer Trainer Christian Sperling immer wieder behauptete, dass Luis im Training relativ stabil aus der Drehung über die geforderte Qualifikationsweite stoßen würde. In zehn Tagen hat Luis bei den deutschen U18-Meisterschaften in Ulm erneut die Gelegenheit, allen zu zeigen, was er wirklich drauf hat.

(ajw)



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