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IG BAU fordert „Booster für den Neubau“

Neue Wohnung, neuer Schlüssel. Doch in diesem Jahr könnte es im Schwalm-Eder-Kreis weniger neue Wohnungsschlüssel geben. Die IG BAU warnt: „Bauprojekte werden auf Eis gelegt.“ Die Gewerkschaft fordert einen „Booster für den Neubau“, damit vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen stärker gefördert werden. Foto: Tobias Seifert | IG BAU

Schwalm-Eder. Neues Wohnen im Schwalm-Eder-Kreis: Im vergangenen Jahr wurden im Schwalm-Eder-Kreis insgesamt 450 Wohnungen neu gebaut – darunter 243 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 58 Wohnungen mehr als im Vorjahr.

Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihen- und Mehrfamilienhäuser: Insgesamt investierten die Bauherren im vergangenen Jahr im Schwalm-Eder-Kreis rund 88 Millionen Euro für den Wohnungsneubau. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit. Die IG BAU Nordhessen beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Toxischer Mix für den Wohnungsbau

Für das laufende Baujahr warnt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Klaus Michalak vor einem Abwärtstrend: „Bauvorhaben werden auf Eis gelegt. Denn hohe Baukosten treffen auf hohe Zinsen und hohe Hürden beim Bauen durch staatliche Auflagen und Vorschriften. Das ist ein toxischer Mix für den Wohnungsbau.“ Die Kaufpreise beim Neubau seien längst „aus den Fugen geraten“ und die Mieten „klettern enorm nach oben“ – vor allem bei neu gebauten Wohnungen. Entscheidend sei jetzt, was gebaut werde: „Die Wohnungen müssen zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen“, sagt der Vorsitzende der IG BAU Nordhessen, Klaus Michalak.

Massives Aufstocken der Fördergelder nötig

Gebraucht werde jetzt ein „Booster für den Neubau“ von sozialen und bezahlbaren Wohnungen. Michalak appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, sich in Berlin für ein „massives Aufstocken der Fördergelder“ stark zu machen. Aber auch das Land Hessen sei mehr gefordert.

„Für mehr Sozialwohnungen und für mehr bezahlbare Wohnungen muss der Staat – müssen Bund und Länder – bis 2025 mindestens 72 Milliarden Euro in die Hand nehmen“, sagt Klaus Michalak. Der Gewerkschafter beruft sich dabei auf Berechnungen von zwei Wohnungsbau-Studien, die die IG BAU beim Pestel-Institut (Hannover) und beim Bauforschungsinstitut ARGE (Kiel) mit in Auftrag gegeben hat.

Drängen auf schlankeres Baugesetzbuch

Konkret werde ein Sondervermögen von 50 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau benötigt. „Nur dann kann es noch klappen, bundesweit 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr zu bauen“, so der IG BAU-Bezirkschef. Zusätzlich seien 22 Milliarden Euro für den Neubau von 60.000 bezahlbaren Wohnungen dringend erforderlich. Davon profitiere schließlich auch der Schwalm-Eder-Kreis.

Außerdem drängt die IG BAU auf ein „schlankeres Baugesetzbuch“: „Es geht um das Durchforsten von Gesetzen, Verordnungen und Normen, auf das die Branche seit Jahren wartet. Das muss jetzt passieren – und nicht irgendwann im nächsten Jahr“, fordert Michalak.

(red)



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