Treysa. Das derzeit schöne Wetter nutzten die Teilnehmer am Projekt „AGH- gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten“ von Arbeit und Bildung e.V. für eine Jungfernfahrt mit eigenhändig sanierten Kajaks auf der Schwalm. Ausgerüstet mit Schwimmwesten, Paddeln, Kajaks und Picknickdecken machte sich Ende Juli ein Dutzend Personen auf den Weg zu den Schwalmwiesen in Treysa.

Erfolgreiche Testfahrten
Dort ließen sie einige Kajaks zu Wasser gelassen und getestet, nachdem sie zuvor in der Bootswerkstatt von Arbeit und Bildung e.V. am Harthbergring in Treysa professionell gespachtelt, geschliffen und gestrichen worden waren.
„Wir freuen uns, dass wir die Boote so gut reparieren und nun erfolgreiche Testfahrten auf der Schwalm unternehmen konnten“, resümiert Abteilungsleiterin Carmen Engelbrecht von Arbeit und Bildung e.V. den Tag. „Mehrere Teilnehmende hatten so die Gelegenheit, erstmals in ihrem Leben in einem Kajak zu paddeln“, sagt sie.

18 Plätze für Langzeitarbeitslose
In dem sogenannten „AGH-Projekt“ fördert und unterstützt der in Treysa ansässige Bildungsträger Arbeit und Bildung e.V. seit Jahren langzeitarbeitslose Menschen in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Schwalm-Eder. Es stehen insgesamt 18 Plätze zur Verfügung. Über das Projekte werden die teilnehmenden Personen wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt und darin integriert. Hierfür arbeiten die Mitarbeitenden des Trägers und des Jobcenters eng und erfolgreich zusammen.
Langzeitarbeitslose Menschen aus Schwalmstadt erhalten durch die Teilnahme an einer gemeinnützigen Arbeitsgelegenheit (AGH) eine sinnstiftende Tagesstruktur, qualifizieren sich weiter und bekommen Hilfe bei der Suche nach einem passenden Arbeitsplatz im ersten Arbeitsmarkt.
Teilhabe und Grundwerte
Für diesen Zweck betreibt Arbeit und Bildung e.V. vier verschiedene Werkstattbereiche in Schwamstadt-Treysa: Eine Nähwerkstatt und eine Bootswerkstatt am Harthbergring, einen Gemüse- und Obstgarten unterhalb der Totenkirche – das Gelände wird von der Stadt Schwalmstadt zur Verfügung gestellt und die Ernte wird der Tafel Schwalmstadt überlassen – und eine Arbeitskolonne zur Grünanlagenpflege auf Spielplätzen, Friedhöfen und sonstigen Grünanlagen.

„Neben dem Erlernen grundlegender Kenntnisse für die Arbeitswelt und der Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis im ersten Arbeitsmarkt, geht es im Projekt ganz grundsätzlich um gesellschaftliche Teilhabe und die Förderung demokratischer Grundwerte“, sagt Geschäftsführerin Kordula Weber.
Gegen Vereinsamung und Abspaltung
Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung leistet der Bildungsträger zusätzlich zur Vermittlungsarbeit einen wichtigen Beitrag, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Haltung miteinander in Kontakt zu bringen und so den Phänomenen von Vereinsamung und Segregation entgegenzuwirken.
(Arbeit und Bildung e.V. | red)