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Fleischproduktion ist „Knochenjob“ – deshalb 14,50 €/h

Schwalm-Eder. Vom Schweinekotelett bis zum Hähnchenschnitzel: Im Schwalm-Eder-Kreis werden pro Jahr rund 9.200 Tonnen Fleisch verzehrt. Im Schnitt lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei zuletzt 51,6 Kilo im Jahr – das sind gut 140 Gramm am Tag. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen.

Bevor das Kotelett in die Pfanne kommt: Die, die in der Fleischproduktion arbeiten, sollen besser verdienen – nämlich mindestens 14,50 Euro pro Stunde. Das fordert die Gewerkschaft NGG NordMittelhessen. Foto: Tobias Seifert | NGG

Bevor das Kotelett in die Pfanne kommt: Die, die in der Fleischproduktion arbeiten, sollen besser verdienen – nämlich mindestens 14,50 Euro pro Stunde. Das fordert die Gewerkschaft NGG Nord-Mittelhessen. Foto: Tobias Seifert | NGG

Die NGG Nord-Mittelhessen beruft sich auf Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL).

Entscheidende Aspekte

„Die Menge an Fleisch, die auf den Teller kommt, wird weniger: Der Pro-Kopf-Verzehr geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Trotzdem bleibt Fleisch ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Und dahinter steckt immer auch die Arbeit von Menschen“, sagt Andreas Kampmann. Der Geschäftsführer der NGG Nord-Mittelhessen lenkt damit den Blick auf die Fleischproduktion: Neben der Haltung der Tiere sei auch deren Schlachtung und die Fleischverarbeitung ein „entscheidender Aspekt, den viele gerne ausblenden“, so Kampmann.

Ein wichtiger Punkt sei dabei der Lohn: „Es geht darum, was die Menschen verdienen, die dafür sorgen, dass Filets, Salami, Kochschinken oder Leberwurst auf den Tisch kommen“, sagt Kampmann. Er kritisiert, dass die Fleischindustrie immer noch eine Niedriglohnbranche ist.

Schluss mit Billiglohn!

„Wer Tiere schlachtet oder Grillwürste verpackt, verdient selbst nur einen Hungerlohn. Oft sogar nur den gesetzlichen Mindestlohn – aktuell also 12,82 Euro pro Stunde. Nur wer Glück hat, liegt ein paar Cent drüber“, so der Gewerkschafter weiter. Doch mit der „Arbeit zum absoluten Billiglohn“ müsse jetzt Schluss sein. Deshalb fordert die NGG Nord-Mittelhessen mindestens 14,50 Euro pro Stunde als Untergrenze bei der Bezahlung für die Branche.

Insgesamt sind im Schwalm-Eder-Kreis nach Angaben der NGG aktuell rund 1.170 Menschen in der Fleischindustrie beschäftigt. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Arbeitsagentur. Wichtiger Arbeitgeber sei die Plukon-Gruppe in Gudensberg.

Hinter der Fleischproduktion stecke eine harte Arbeit: „Das ist ein Knochenjob. Allein beim Zerlegen von Schweinehälften wuchten die Beschäftigten eine tonnenschwere Last am Tag: Eine Schweinekeule wiegt zwischen 5 und 10 Kilogramm. Und in einer Schicht trägt ein Zerleger mehr als 200 Mal Keulen aufs Produktionsband“, erklärt Kampmann.

Enorme gesundheitliche Belastung

Außerdem machten Hitze und Nässe den Beschäftigten im Schlachtbetrieb und bei der Fleischverarbeitung zu schaffen. „Ebenso die Kälte im Kühlhaus. Das ist eine Arbeit bei ständig kalten 2 bis 3 Grad“, so Andreas Kampmann. Auf Dauer sei das für die Beschäftigten eine enorme gesundheitliche Belastung.

Auch deshalb sei es höchste Zeit, die Arbeit in der Fleischindustrie „endlich besser zu bezahlen“. Die Gewerkschaft NGG werde jetzt alles tun, um ein Lohn-Plus am Tariftisch durchzusetzen: 14,50 Euro pro Stunde soll der neue Mindestlohn der Branche sein. Die Tarifverhandlungen für die Fleischindustrie starten Anfang Februar.

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Region Nord-Mittelhessen
red



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