Im reichen Land ist Armut ein Skandal
Homberg (Efze). Rund 80 Personen waren zum 20. Jahrestag der Tafelgründung gekommen und drei Mitgründerinnen waren mit dabei: Elisabeth Ganz, Adelheit Rothauge und Rosi Ditzel. Adelheid Rothauge sagte beim Festakt in der Homberger Stadtkirche im Interview mit Dekanin Sabine Tümmler, die größte Herausforderung ihrer Arbeit sei gewesen, ein offenes Ohr für die Nutzerinnen und Nutzer der Tafel zu haben.

Drei Gründerinnen (v.li.): Elisabeth Ganz, Adelheit Rothauge und Rosi Ditzel wirkten mit an der Gründung der Homberger Tafel vor 20 Jahren. Foto: Dierk Glitzenhirn
Ungleichheit ist Realität
Dieter Werkmeister von der Homberger Tafel unterstrich, dass derzeit gut 600 Personen von den Ehrenamtlichen betreut wurden. Er stellte klar, die Tafel würde staatliche Unterstützung nur ergänzen, es sei Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass die Kluft zwischen Arm und Reich beseitigt werde.
Armut in einem reichen Land, das ist ein Skandal, darin waren sich alle Rednerinnen und Redner einig, so auch die ersten Stadträtinnen Claudia Ulrich (Homberg) und Ute Talic (Borken) in ihren Grußworten in Vertretung der Bürgermeister. Die Existenz der Tafel erinnere daran, dass Ungleichheit in der Gesellschaft eine Realität ist, mit der wahrhaftig umgegangen werden müsse, sagte auch Annika Weisheit, bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt als neue Diakoniepfarrerin in Schwalm-Eder. Sie würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen: „Jede Stunde, die sie investieren, ist ein Zeichen der Nächstenliebe. Danke!“
Musikalischen Schwung brachte der Gospelchor unter der Leitung von Bezirkskantor Andrej Romanov mit Mitgliedern aus dem ganzen Schwalm-Eder-Kreis. Der Festakt am 4. Juli 2025 klang mit einem gemeinsamen Essen unter dem Naturdenkmal der Linde auf dem Kirchplatz in Homberg aus.
Dirk Glitzenhirn



