Bundeswehrstandort vor neuen Aufgaben
Schwarzenborn. Die Landtagsabgeordneten Dominik Leyh und Christin Ziegler besuchten die Knüllkaserne und informierten sich bei Kommandeur Oberstleutnant Hagen und dessen Stellvertreter Oberstleutnant Wischnewski über die aktuellen Entwicklungen am Standort. Die Sicherheitslage in Europa und der im Bundestag beschlossene moderne Wehrdienst stellen auch die Knüllkaserne vor neue Herausforderungen.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Christin Ziegler und Dominik Leyh informierten sich bei den Führungsoffizieren in Schwarzenborn über aktuelle Entwicklungen in der Knüllkaserne. Foto: N.N. | pm, CDU Wahlkreisbüro
Der Standort, an dem das Jägerbataillon 1 stationiert ist, rückt damit stärker in den Fokus der sicherheitspolitischen Entwicklungen.
Zu Russland grenznaher Einsatz
„Mit der 19. Rotation der Multinational Battlegroup der NATO in Litauen wird auch das Jägerbataillon 1 nach Litauen beordert. Für sechs Monate unterstützt das Bataillon die Sicherung der NATO-Ostflanke Litauen“, so Standort-Kommandeur Hagen. Der Verband sei Teil der Enhanced Forward Presence, mit der die NATO seit 2017 ihre Ostflanke stärkt.
Der Stationierungsort Rukla liegt nur wenige Kilometer von Kaunas und unweit der russischen Grenze. Die geografische Lage unterstreicht die Bedeutung des Einsatzes. „Die Lage an der NATO-Ostflanke und die unmittelbare Nähe an russisches Territorium sorgt für eine besondere Einsatzlage für die stationierten Soldaten und Soldatinnen“, ergänzt der Oberstleutnant.
Kasernenmodernisierung schreitet voran
Um auf die spezifischen Anforderungen vorbereitet zu sein, habe das Bataillon im September eine dreiwöchige Zertifizierungsübung mit Beteiligung mehrerer europäischer Streitkräfte durchlaufen. Schwerpunkte seien elektronische Kriegsführung, der Einsatz von Drohnen, ABC-Abwehr sowie die Simulation von Evakuierungs- und Rettungsabläufen gewesen. Insgesamt trainierten 1.400 Soldaten auf einem der modernsten Übungsplätze Europas.
Der Einsatz werde auch von der litauischen Bevölkerung unterstützt. Bereits beim Aufstellungsappell der neuen Panzerbrigade 45 sei das deutlich geworden. „Es war beeindruckend welchen Zuspruch und Verbundenheit die litauische Bevölkerung den NATO-Streitkräften entgegenbringt“, sagt der Landtagsabgeordnete Dominik Leyh, Beauftragter für die Bundeswehr der CDU-Landtagsfraktion.
Parallel zu den Einsatzvorbereitungen schreitet die Modernisierung der Kaserne voran. „Die materielle und personelle Ausstattung der Kaserne hier in Schwarzenborn ist sehr gut. Der Standort spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Bundeswehr. Nichtsdestotrotz müssen wir an der Infrastruktur arbeiten, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden“, erklärt Oberstleutnant Wischnewski, stellvertretender Kommandeur.
Schutz vor Sabotage und Spionage
Derzeit entstehen zusätzliche Unterkunftsgebäude, moderne Fahrzeug- und Instandhaltungshallen sowie neue Ausbildungs- und Schulungseinrichtungen. Mit dem Bau eines neuen Kasernenzauns werden Sicherheitsstandards weiter erhöht, um den Standort gegen Sabotage und Spionage zu schützen. Die Maßnahmen sind Teil eines längerfristigen Ausbauplans zur Vorbereitung des Standorts auf zukünftige Aufgaben.
„Die Bundeswehr und die Stadt Schwarzenborn sind seit jeher eng miteinander verbunden – die Akzeptanz in der Bevölkerung ist ohne Ausnahmen groß und dass ein Großteil der am Standort Schwarzenborn ausgebildeten Rekruten und Rekrutinnen im Nachgang auch ihren Wehrdienst hier ableisten, unterstreicht diese Verbundenheit abermals“, so die in Schwarzenborn heimische Landtagsabgeordnete Christin Ziegler.
Reaktivierungspotenzial in Schwalmstadt
Angesichts der sicherheitspolitischen Entwicklungen gewinnt neben Schwarzenborn auch die ehemalige Garnisonstadt Schwalmstadt an strategischer Bedeutung. „Ein Teil der militärischen Infrastruktur ist noch vorhanden. Die Anschlussgleise mit Kopframpen, der Standortübungsplatz mit Munitionslager und die Anbindung an die A49 unterstreichen das hohe Reaktivierungspotenzial des ehemaligen Bundeswehrstandorts in Schwalmstadt. Von einer Reaktivierung würde nicht nur die Bundeswehr profitieren, sondern die ganze Region“, führt Ziegler aus.
Mit den laufenden Modernisierungen und den neuen sicherheitspolitischen Aufgaben zeigt sich nach Ansicht der Landtagsabgeordneten: Die Region bleibt ein zentraler Bestandteil der deutschen Verteidigungsstrategie.
CDU Wahlkreisbüro Fritzlar
red



