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Demo für Erhalt der Geburtshilfe

Schwalmstadt. Vor dem Asklepios Klinikum Schwalmstadt haben am Freitag rund 350 Menschen gegen die angekündigte Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie protestiert. Der DGB-Kreisverband Schwalm-Eder und der ver.di-Ortsverein Schwalm-Eder unterstützen die Forderung, beide Abteilungen am Standort zu erhalten.

Klinikbetreiber verweist auf Geburtenzahlen und Krankenhausreform

Asklepios will die beiden Fachbereiche zum 1. Januar 2027 schließen. Als Gründe nennt der Klinikbetreiber unter anderem die Entwicklung der Geburtenzahlen sowie einen nicht gewährten Sicherstellungszuschlag. Dieser wäre erst ab 950 betroffenen Frauen mit einer Fahrzeit von über 40 Minuten zur nächsten Geburtsklinik möglich – nach aktuellen Zahlen des Klinikbetreibers liegt die Zahl mit 728 Frauen darunter. Werdende Eltern aus der Region müssten künftig auf Kliniken in Bad Hersfeld, Fritzlar oder Marburg ausweichen.

Kritik an starren Schwellenwerten

DGB und ver.di halten es für falsch, dass eine für die gesamte Region wichtige medizinische Versorgung an einem festen Schwellenwert scheitert. Gerade in einem Flächenlandkreis müssten tatsächliche Fahrzeiten und Entfernungen stärker berücksichtigt werden als starre Grenzwerte.

Sorge um Beschäftigte und Fachkräfte

Für ver.di steht auch das Personal im Mittelpunkt: Hebammen, Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte hätten über Jahre für eine verlässliche Versorgung in Schwalmstadt gesorgt. „Die Beschäftigten leisten seit Jahren gute und verantwortungsvolle Arbeit. Sie brauchen jetzt Rückhalt und eine klare Perspektive am Standort Schwalmstadt“, erklärt Helmut Balamagi, Vorsitzender des ver.di-Ortsvereins Schwalm-Eder.

Mit einer Schließung gingen nach Einschätzung der Gewerkschaften nicht nur medizinische Angebote verloren, sondern auch qualifizierte Arbeitsplätze sowie Ausbildungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen – was es zusätzlich erschwere, Fachkräfte in der Region zu halten.

„Wichtige Infrastruktur darf nicht weiter abgebaut werden“

Der DGB-Kreisverband sieht in der Entscheidung ein grundsätzliches politisches Problem: Einerseits werde immer wieder betont, den ländlichen Raum stärken zu wollen, andererseits stünden Angebote der öffentlichen Daseinsvorsorge zunehmend infrage. „Wer den ländlichen Raum stärken will, darf wichtige Infrastruktur nicht weiter abbauen. Wenn die Geburtshilfe vor Ort wegfällt, verliert die Region an Attraktivität für junge Familien – mit möglichen Folgen für die Geburtenzahlen und die künftige Einwohnerentwicklung“, betont Carsten Weißenstein aus dem Vorstand des DGB-Kreisverbandes Schwalm-Eder.

Forderung nach erneuter Prüfung

DGB und ver.di fordern Asklepios, das Hessische Gesundheitsministerium und die politisch Verantwortlichen in der Region auf, die angekündigte Schließung nicht einfach hinzunehmen. Alle Möglichkeiten zum Erhalt der Geburtshilfe und Gynäkologie in Schwalmstadt müssten noch einmal ernsthaft geprüft werden. Auch von anderen Seiten gibt es Widerstand: Neben der Demonstration wurde bereits eine Petition gestartet, die von Landtagsabgeordneten und zahlreichen Betroffenen unterstützt wird, ebenso hat sich Schwalmstadts Bürgermeister Tobias Kreuter kritisch zu der Ankündigung geäußert.

Auch das benachbarte Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar bereitet sich bereits auf zusätzliche Patientinnen vor und ordnet die Schließung in Schwalmstadt als Beispiel für die Folgen der bundesweiten Krankenhausreform ein.

Gewerkschaften DGB und Ver.di
red