Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 31.887 €
Wiesbaden. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Deutschland ist 2025 weiter gestiegen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts (Destatis) lag der Öffentliche Gesamthaushalt – also Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die Sozialversicherung – zum Jahresende bei 2.662,2 Milliarden Euro.

Taschen leer, nichts mehr auf der Naht? So ergeht es derzeit vielen Deutschen, die Pro-Kopf-Verschuldung ist deutlich gestiegen. Foto: Darko Djurin | Pixabay
Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 31.887 Euro und damit 1.821 Euro beziehungsweise 6,1 Prozent mehr als Ende 2024. Insgesamt wuchs die öffentliche Verschuldung um 6,0 Prozent oder 151,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.
Bund verschuldet sich stärker als die Länder
Der Bund war Ende 2025 mit 1.840,4 Milliarden Euro verschuldet, ein Plus von 6,2 Prozent oder 107,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr. Pro Kopf entspricht das 22.043 Euro (2024: 20.748 Euro). Die Länder kamen zusammen auf 624,9 Milliarden Euro, ein Anstieg um 2,9 Prozent beziehungsweise 17,5 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung der Länder lag 2025 bei 7.484 Euro (2024: 7.273 Euro).
Den stärksten prozentualen Zuwachs pro Kopf verzeichnete Sachsen mit einem Plus von 17,1 Prozent auf 1.736 Euro (2024: 1.482 Euro) – damit bleibt der Freistaat nach Bayern (1.448 Euro) aber weiterhin das Land mit der zweitniedrigsten Pro-Kopf-Verschuldung. Auch Baden-Württemberg (plus 11,0 Prozent auf 4.295 Euro) und Bremen (plus 9,9 Prozent auf 37.418 Euro, der höchste Wert aller Länder) legten deutlich zu.
Nur in drei Ländern sanken die Pro-Kopf-Schulden: In Rheinland-Pfalz am stärksten um 2,1 Prozent auf 6.892 Euro, in Berlin und Nordrhein-Westfalen jeweils um 1,0 Prozent auf 17.980 beziehungsweise 9.592 Euro. Der Rückgang in Berlin geht laut Destatis vor allem darauf zurück, dass die Berichtseinheit „BEN Berlin Energie und Netzholding GmbH“ seit 2025 statistisch nicht mehr zum Staatssektor zählt.
Kommunen bauen erneut zweistellig Schulden auf
Bereits das sechste Jahr in Folge wuchsen die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände zweistellig: Sie stiegen um 15,4 Prozent (26,2 Milliarden Euro) auf 197,0 Milliarden Euro, die Pro-Kopf-Verschuldung auf kommunaler Ebene liegt damit bei 2.550 Euro (2024: 2.209 Euro).
Am stärksten wuchs die Pro-Kopf-Verschuldung der Kommunen in Baden-Württemberg (plus 28,6 Prozent auf 1.648 Euro), gefolgt von Niedersachsen (plus 20,9 Prozent auf 2.963 Euro) und Sachsen (plus 19,4 Prozent auf 1.065 Euro). Einzig in Thüringen sank sie leicht um 3,0 Prozent auf 841 Euro – damit liegen die dortigen Kommunen weiterhin auf dem zweitniedrigsten Niveau nach Brandenburg (688 Euro).
Sozialversicherung praktisch schuldenfrei
Die Sozialversicherung spielt bei der Gesamtverschuldung kaum eine Rolle: Ihre Schulden sanken 2025 von 16 auf 13 Millionen Euro, pro Kopf entspricht das lediglich 16 Cent.
Grundlage der Berechnungen sind die fortgeschriebenen Bevölkerungszahlen zum 30. Juni des jeweiligen Jahres auf Basis des Zensus 2022. In den ausgewiesenen Schuldenständen sind nur die Nennbeträge der aufgenommenen Kredite enthalten, Zinsen bleiben unberücksichtigt.



