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Zurück im Revier: Biber, Storch & Co

Kirchberg. Der Biber ist wieder hier – in Kirchberg an der Ems. Früher wurde er vielerorts erbarmungslos gejagt und fast ausgerottet. Weil er Uferbereiche flutete, galt er bei Bauern als Störenfried. „Bibergeil“ war ein teures Heilmittel und sein dichter wertvoller Pelz war begehrtes Zahlungsmittel. Zur Fastenzeit kam der Biber als Fisch auf den Tisch.

Neben Störchen und anderen geschützten Arten ist auch der Biber wieder heimisch geworden. B90/Die Grünen laden zu einem Info-Abend zum Thema ein. Foto: Klaus Mächtel | Pexels

Neben Störchen und anderen geschützten Arten ist auch der Biber wieder heimisch geworden. B90/Die Grünen laden zu einem Info-Abend zum Thema ein. Foto: Klaus Mächtel | Pexels

Biberburg im Schutzgebiet

Heute ist der Biber europaweit streng geschützt. Es ist verboten, ihn zu jagen, zu verletzen, zu töten oder seine Baue und Dämme zu beschädigen. Doch was ist die neue Freiheit wert? Wo soll er hin? Die Chancen, seine alten Reviere wieder zu besiedeln sind sehr gering. Flüsse und Bäche sind begradigt. Häuserreihen und Äcker reichen bis an den Gewässerrand. Doch allein in Hessen haben es rund 2.000 Biber geschafft. Warum soll der Biber nicht auch an der Ems langfristig seinen Platz finden? Immerhin ist der Fluss ein europäisches Schutzgebiet.

Dort wo man den Biber machen lässt, gestaltet er natürliche Flusslandschaften – und das ganz kostenlos. Kein Architekt oder Ingenieur kann da mithalten. Der Biber baut Dämme und staut Wasser, bis der Eingang seiner Biberburg unter der Wasseroberfläche liegt. Auf dem Speiseplan stehen Kräuter, Rinde, Knospen und Zweige der Weide – ein strikter Veganer also. Mit seinem Tun dehnt sich die Aue wieder aus. Der Fluss gewinnt Raum zurück. Das ist ganz im Sinne des Artenschutzes. Typische „Biberfolger“ wie Schwarzstorch, Eisvogel, Frösche und Kröten profitieren davon. Die neuen Feuchtgebiete speichern Kohlenstoff. Als Wasserspeicher mildern sie die Folgen von Dürren und Starkregen.

Info-Abend mit NABU-Expertin

In Kirchberg heißt es jetzt „Augen auf!“. Mit etwas Glück findet man seine ausgetretenen Pfade, angenagte Bäume und „Biberrutschen“ an der Ems. Vielleicht lässt sich das possierliche Nagetier auch mal von Nahem sehen. Jedenfalls ein gutes Gefühl, ihn in der Nähe zu wissen, wenn es um Klimaschutz und Klimaanpassung geht.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung möchten die GRÜNEN Niedenstein den Niedensteinern unseren alten und neuen Mitbewohner vorstellen. Die Referentin Dr. Sybille Winkelhaus vom NABU Hessen ist ausgewiesene Expertin und leitet das Projekt »Lebendige Auen«, in dem der Biber ein zentraler Akteur ist.

Wer ist der Biber? Was ist zu tun? sind die Fragen des Abends.

Freitag, 28.08.2026
18:00 – 20:00 Uhr im DGH Kirchberg

Bettina Hoffmann
Bündnis 90/Die Grünen, Niedenstein


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