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Messungen per Boot, Drohne und Smartphone

Region. Die Obere Wasserbehörde des Regierungspräsidiums (RP) Kassel hatte Mitte September zahlreiche Fachleute aus dem Bereich Wasserwirtschaft und Hydrometrie im Bürgerhaus Helmarshausen (Landkreis Kassel) zu Gast.

Abflussmessung mit verschiedenen Technologien am »Tag des hydrometrischen Messwesens« am Diemelpegel Helmarshausen. Foto: N.N. | Regierungspräsidium Kassel

Abflussmessung mit verschiedenen Technologien am »Tag des hydrometrischen Messwesens« am Diemelpegel Helmarshausen. Foto: N.N. | Regierungspräsidium Kassel

Am »Tag des hydrometrischen Messwesens« tauschten sich die rund 35 Teilnehmenden aus Hessen und den umliegenden Bundesländern zu Messverfahren und neuartigen Technologien aus, mit denen Wasserdurchflüsse in Gewässern noch einfacher und präziser bestimmt werden können.

Drohnen in der Wasserwirtschaft

Der Tag findet regelmäßig alle drei bis vier Jahre statt und dient der Qualitätssicherung von Abflussmessungen sowie dem Erfahrungsaustausch der Oberen Wasserbehörden Hessens, an denen das hydrometrische Messwesen angesiedelt ist. Auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Behörden inner- und außerhalb Hessens sowie von Wasserverbänden und der Messtechnikbranche nahmen daran teil. Neben einem umfangreichen Praxisteil stellte ein Mitarbeiter des RP Kassel im Rahmen eines Fachvortrags auch Einsatzmöglichkeiten von Drohnen in der Wasserwirtschaft vor.

Ermittlung der mittleren Strömungswerte

Am Diemelpegel Helmarshausen wurden verschiedene Versuchsreihen mit sog. ADCP-Messbooten vorgenommen. „ADCP“ steht für Acoustic Doppler Current Profiler, zu deutsch: Ultraschall-Doppler-Profil-Strömungsmesser. Das Messboot wird hierfür an einer Seilkrananlage, die quer über das Gewässer positioniert ist, kontinuierlich über den Messquerschnitt geführt. Mittels akustischer Signale werden Frequenzmessungen im Gewässer ausgeführt. Aus den gewonnenen Daten kann dann die mittlere Strömungsgeschwindigkeit in verschiedenen Tiefenzellen und somit ein Gesamtabfluss errechnet werden. Messverfahren und technische Ausstattung der einzelnen Behörden konnten so in der Praxis miteinander verglichen werden. Die Ergebnisse können detaillierte Aussagen über die Genauigkeit der Messparameter und der verwendeten Geräte liefern. Dazu wurden Messreihen unter stationären Bedingungen im gleichen Gewässerquerschnitt ermittelt.

Neue Generation Messboote

Auch technische Weiterentwicklungen der Messboote kamen am Tag des hydrometrischen Messwesens zum Einsatz: So bewegen sich die neueren Generationen der Messboote ferngesteuert im Gewässer und sind nicht mehr auf eine Seilkrananlage angewiesen. Auch die kameragestützte Abflussmessung konnte auf Drohnen und Smartphonekameras ausgeweitet und von den Teilnehmenden erprobt werden.

Regelmäßige hydrometrische Messungen in Fließgewässern dienen dazu, die wasserwirtschaftlichen Modelle der Wasserbehörden mit dem Ist-Zustand abzugleichen und auf einem aktuellen Stand zu halten. Dies dient vor allem auch einer verlässlichen Modellierung von Abflussprognosen im Falle einer Hochwasserlage.

Hendrik Kalvelage
Regierungspräsidium Kassel
red


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