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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Kein Happy End beim Torefestival

Kassel/Melsungen. Zum Abschluss der Hinrunde in der Toyota-Handball-Bundesliga unterlag die MT Melsungen in heimischer Rothenbach-Halle den Füchsen Berlin mit 37:39 (18:20). Vor knapp 3.000 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, der die Berliner am Ende knapp, aber verdient vorn sah. Die Entscheidung fiel erst Sekunden vor Schluss, als Michal Kubisztal die Füchse mit seinem insgesamt zehnten Treffer erlöste.

Mit höllischem Tempo gingen beide Mannschaften in die Begegnung. Exakt fünf Minuten waren gespielt, da erzielte Konrad Wilczynski per Siebenmeter schon das 4:4. Den Torhütern blieb gar keine Zeit sich auszuzeichnen, so zielstrebig und sicher fanden alle Schützen ihre Lücken, um das Leder ins gegnerische Netz zu befördern. Die Spielanteile waren in dieser Anfangsphase ebenso ausgeglichen wie der Spielstand. Erst führte Berlin, dann Melsungen, bevor Michal Kubisztal und Mark Bult wieder die Hauptstädter mit 7:6 in Vorlage brachten. Diesmal jedoch endgültig, denn diese Führung gaben sie bis zum Ende nicht mehr aus der Hand.

Die Füchse erspielten sich im Verlaufe der ersten Hälfte zunehmend Vorteile. Den Ausschlag gaben dabei die Spielzüge über Außen sowie einige schnelle Gegenstöße. Konrad Wilczynski und Markus Richwien waren dabei beide jeweils viermal erfolgreich, einmal traf Martin Murawski. Auf Melsunger Seite fand Flügelspiel dagegen überhaupt nicht statt. Savas Karipidis blieb ungewohnt blass und setzte seine erste echte Chance, einen Siebenmeter in der 16. Minute, weit über die Latte. Danach war jegliche Sicherheit weg und der sonstige Torschütze vom Dienst kam auf ein einziges mageres Tor über volle 60 Minuten. Sein Gegenüber Daniel Tellander machte es nicht besser: ebenfalls nur ein Treffer. Damit verzeichnete die MT das miserabelste und erfolgloseste Flügelspiel überhaupt in dieser Saison. Nur gut, dass wenigstens der Rückraum diesmal Akzente setzen konnte.

Das half indes nicht wirklich, weil bei den Füchsen beide Mannschaftsteile funktionierten. Michal Kubisztal und Mark Bult trafen von den Halbpositionen fast nach Belieben, weil Melsungen die Nahtstellen in der Deckung einfach nicht gestopft bekam. Mario Kelentric sah sich oft schmählich im Stich gelassen von seinen Vorderleuten, die ihm zudem bei vielen Rückraumgeschossen der Hauptstädter die Sicht nahmen. Dass er bis zur Pause trotzdem auf elf Paraden kam unterstreicht die Klasse des Kroaten. Das Tempo blieb weiter konstant hoch, so dass auch Petr Stochl im Kasten gegenüber im gleichen Zeitraum zehn abgewehrte Bälle verzeichnen konnte.

Kaum hatte sich Melsungen nach dem Wechsel besser auf das Flügelspiel der Berliner eingestellt, änderten die ihre Marschrichtung. Viele Kreuzungen und Übergänge von Jaszka, Kubisztal und Bult im Rückraum sorgten für mächtig Verwirrung bei Vuckovic, Klitgaard und Co. Die Scharfschützen aus Berlin kamen in der zweiten Hälfte wieder auf zehn Tore aus der zweiten Reihe, von denen allein sieben auf das Konto von Kubisztal gingen. Aber wenigstens taten es die Melsunger Protagonisten ihnen gleich. Nenad Vuckovic, der ab der 15. Minute für den angeschlagenen Vladica Stojanovic die Spielmacherposition besetzte, war von El Fakharany und Rico Göde nicht mehr zu stoppen. Sechs blitzsaubere Tore und unzählige feine Anspiele auf seine Nebenleute oder Thomas Klitgaard am Kreis machten Vuckovic zum besten Spieler der zweiten Hälfte. Daneben trafen auch Daniel Valo (5) und Grigorios Sanikis (2) aus dem     Rückraum. Das Duell am Kreis konnte Thomas Klitgaard gegen seine Berliner Kollegen für sich entscheiden: fünf Tore, drei herausgeholte Siebenmeter und viel, viel erfolgreiche Wühlarbeit da, wo es weh tut. Der Däne war einmal mehr herausragendes Vorbild in Sachen Einsatz.

Dass es am Ende dennoch nicht zum Sieg reichte gegen durchaus schlagbare Berliner Füchse ließ sich an zwei Faktoren fest machen. Zum einen war da die schon angesprochene katastrophale Schwäche über die Außen. Ivan Brovka wurde schmerzlich vermisst, und das nicht nur als unermüdlicher Beißer vor der Abwehr. Das schnelle Spiel nach vorn fand ohne den wieselflinken Weißrussen fast überhaupt nicht statt. Als Daniel Tellander doch einmal in der zweiten Hälfte die Chance zum schnellen Gegenzug hatte vergab er völlig frei egen Stochl. Eine Fahrkarte mit Nachbrenner. Es wäre das Tor zum 27:28 gewesen. Doch statt Anschluss für Melsungen stand es nur Momente später sogar 26:30, weil Bult und Kubisztal – wer sonst – die kurzzeitige Lähmung der MT nach der vergebenen Großchance eiskalt und gnadenlos ausnutzten. Dass Savas Karipidis einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte kam erschwerend hinzu. Allerdings bekam er auch kaum verwertbare Anspiele auf Rechtsaußen. Eine klare Schwächung für die MT war auch der Ausfall von Vladica Stojanovic. Der Spielmacher hatte nach dreieinhalb Minuten bereits drei Treffer erzielt und musste kurz darauf wegen einer Handverletzung seinen Arbeitstag beenden.

Und da war dann noch die Sache mit den Torhütern. Endete das Duell zwischen Kelentric und Stochl vor der Pause noch ausgeglichen, kam der Kroate nach dem Wechsel überhaupt nicht mehr ins Spiel. Nur ein gehaltener Ball bei gleich vier Gegentoren in den ersten Minuten nach Wiederbeginn waren die Chance für Simon Herold. Der ließ seine Klasse zwar immer wieder einmal aufblitzen, stand aber deutlich im Schatten seines tschechischen Gegenüber. Stochl kam auch nach der Halbzeitpause wieder auf zehn Paraden und avancierte damit letzten Endes zum Matchwinner für die Hauptstädter.

Stimmen zum Spiel
Robert Hedin, Trainer MT Melsungen:
Unsere Abwehr war sicher nicht immer ganz in Ordnung, aber wir haben dennoch das Spiel im Angriff verloren. Wir haben in wichtigen Situationen unsere Chancen nicht genutzt. Das ist bei einem solch engen Spiel in der Regel entscheidend. Kämpferisch kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Jetzt wollen wir, so unglaublich es vielleicht auch klingt, versuchen, diese beiden verlorenen Punkte am Samstag gegen Lemgo zu holen.

Jörn-Uwe Lommel, Trainer Füchse Berlin: Wir haben heute sehr angriffsorientiert gespielt. In unserer Vorbereitung auf Melsungen war es ein Schwerpunkt, ein druckvolles Spiel aufzuziehen und immer wieder in die Nahtstellen zwischen zwei Abwehrspielern zu stoßen. Nicht gefallen hat mir die Schlussphase, als wir dachten, das Spiel schon gewonnen zu haben. Letztendlich hatten wir mit zwei Toren die Nase nicht unverdient vorne.

Statistik
MT Melsungen – Füchse Berlin 37:39 (18:20)

MT Melsungen: Kelentric (1.-34. 12 P.), Herold (35.-60., 5 P.); Ehlers (n.e.), Junillon 1, Orzlowski, Klitgaard 5, Valo 9, Tellander 1, Tzimourtos 4/4, Stojanovic 3, Treutler (n.e.), Sanikis 4, Karipidis 1, Vuckovic 7.
Füchse Berlin: Stochl (20 P.), Vortmann (bei 1 7m); Kubisztal 10, Göde, Detlof, Richwien 6, Wilczynski 12/7, El Fakharany 2, Bult 6, Murawski 1, Boese (n.e.), Jaszka 2, Rivera Vieco (n.e.), Caillat.

SR: Ralf Damian (Bingen) / Frank Wenz (Mainz)
Zeitstrafen: 4 – 10 (Vuckovic 45:34 55:34 – Jaszka 15:40, Kubisztal 21:54, El Fakharany 25:17, Detlof 27:20, Göde 38:58).
Strafwürfe: 6/4 – 7/7; Karipidis wirft über das Tor (15:42); Tzimourtos scheitert an Stochl (39:00).
Zuschauer: 2.930 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm:
1:2 (3.), 4:4 (6.), 6:6 (9.), 7:8 (11.), 9:10 (13.), 9:13 (18.), 11:15 (20.), 13:15 (23.), 15:17 (26.), 17:19 (28.), 18:20 (HZ), 20:21 (32.), 22:24 (34.), 24:25 (36.), 26:30 (44.), 28:31 (46.), 31:32 (50.), 33:34 (53.), 33:36 (54.), 34:38 (57.), 36:38 (58.), 37:39 (EN)



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