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MT gewinnt und bleibt im Aufwind

Der neunfache Torschütze Julius Kühn setzt erneut zum Wurf an. Foto: Hartung

Der neunfache Torschütze Julius Kühn setzt erneut zum Wurf an. Foto: Hartung

Melsungen / Kassel. Die MT Melsungen hat ihren Aufwärtstrend nach dem Pokalerfolg in Wetzlar auch in der Handball-Bundesliga bestätigt. Gegen den so stark in die Saison gestarteten Bergischen HC siegten die Nordhessen vor 3.744 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle mit 26:23 (13:10).

Drei unnötig vertändelte Bälle

Überragende Form bewies dabei zum wiederholten Male Nebojsa Simic, der erneut nur knapp an der Traumquote von 50% gehaltenen Bällen scheiterte, dafür aber selbst unter den Torschützen auftauchte. Als treffsicher erwies sich auch der neunmal erfolgreiche Julius Kühn, auf Seiten der Bergischen stach Arnor Gunnarsson mit sieben Erfolgen heraus, darunter vier Siebenmeter.

Mit zwei Paraden von Nebojsa Simic gegen Kristian Nippes und Maximilian Bettin startete die MT vordergründig gut in die Partie. Dass dennoch keine Zufriedenhit darüber aufkam, das lag an gleich drei unnötig vertändelten Bällen in der Offensive. Selbst nach dem 0:1 durch Kristian Nippes kam keine Ruhe ins Spiel der Gastgeber, die gleich nochmal zwei Ballverluste produzierten und dank Simic’s dritter Parade lediglich einen weiteren Gegentreffer, erneut durch Nippes, zum 0:2 kassierten. Erst nach knapp sechs Minuten traf erstmals ein Rot-Weißer: Lasse Mikkelsen zum 1:2.

Simic macht mit seinen Paraden die Stimmung klar

Der Aufsteiger nutzte die Verunsicherung der Gastgeber bestmöglich, hatte aber im überragenden Simic einen Gegenspieler, der nur schwer zu überwinden war. Arnor Gunnarsson und Linus Arnesson schafften es und brachten den Aufsteiger mit 4:2 nach vorn (8.). Erst danach brach das nordhessische Eis. Simic machte endgültig zu, ließ sich zurecht für Paraden in Serie vom Publikum feiern und schaffte damit die Stimmungsplattform, auf der seine Vorderleute endlich den Hebel umlegten. Julius Kühn und Marino Maric trafen jeweils doppelt, während Simic seine Quote zwischenzeitlich auf sagenhafte 67% hochschraubte. Melsungen führte nach verkorkstem Beginn mit 6:4 (13.).

Das erste Erfolgserlebnis von Jeffrey Boomhouwer an alter Wirkungsstätte half dem BHC wieder auf die Beine, gefolgt von einer Zeitstrafe gegen Maric. Kristian Nippes zum Dritten glich wieder aus, Arnor Gunnarsson traf nach vorangegangener Parade von Christopher Rudek gegen Julius Kühn von der Siebenmeterlinie zum 7:8 – Auszeit Heiko Grimm (20.). Mit Wirkung, denn Julius Kühn machte den erneuten Ausgleich und holte im Anschluss gleich noch einen Siebenmeter. Mit dem Tobias Reichmann zwar am eingewechselten Bastian Rutschmann scheiterte, dann aber sofort im nächsten Spielzug seinen Lapsus mit dem 9:8 wieder ausglich (22.).

Distanzwurf mit Tortreffer

Für ein halbes Erdbeben in der Rothenbach-Halle sorgte Nebojsa Simic. Der erst einen Wurf von Fabian Gutbrod fing und das Leder direkt über das gesamte Spielfeld zum 10:8 in das zu diesem Zeitpunkt leere BHC-Tor beförderte. Gleich darauf begeisterte er mit einer Doppelparade erneut gegen Gutbrod sowie im Nachwurf Max Darj frei vom Kreis. Ohne Happyend allerdings, weil auf Siebenmeter entschieden wurde und Arnor Gunnarsson den sicher verwandelte. Wie auch Tobias Reichmann in seinem zweiten Versuch erfolgreich war und auf 11:9 stellte (27.). Auch das 12:10 nach Kempa-Anspiel von Timm Schneider ging auf das Konto des Rechtsaußen, nachdem Gunnarsson den nächsten Siebenmeter in Netz untergebracht hatte. Den Schlusspunkt unter den ersten Abschnitt setzte Schneider selbst.

Kein Herankommen für die Bergischen

Den Auftakt zur zweiten Hälfte gestalteten die beiden auffälligsten Akteure der ersten Halbzeit. Julius Kühn traf zum 14:10, Nebojsa Simic hielt reaktionsschnell den insgesamt schon fünften Siebenmeter von Arnor Gunnarsson. Lasse Mikkelsen sattelte das 15:10 drauf (32.) und alles sah nach einer nun doch recht klaren Sache für die Nordhessen aus. Die war es aber noch nicht. Weil Bastian Rutschmann, nach dem Seitenwechsel für Rudeck gekommen, ebenfalls auf dem Posten war. Kristian Nippes und Csaba Scücs verkürzten wieder auf drei (35.).

Bei diesem Abstand blieb es zunächst. Obwohl Philipp Müller eine Strafe kassierte, kamen die Bergischen nicht näher heran. Im Gegenteil baute Melsungen seinen Vorteil aus, als wieder vervollständigt werden durfte. Domagoj Pavlovic war frisch von der Bank auf die Mitte gekommen, Lasse Mikkelsen auf Halblinks gerückt. Eine Menge Druck auf die BHC-Deckung, die zum 20:15 durch den Dänen führte (44.). Auch die zweite Strafe gegen Philipp Müller innerhalb kurzer Zeit taugte den Gästen lediglich zu einem Tor, als Gunnarsson nach Ballgewinn in der Abwehr ins verlassene Melsunger Tor traf.

An der Abwehr und an Simic gescheitert

So langsam ging den Westdeutschen die Zeit aus. Sie blieben zwar schon zumindest in Reichweite, vermochten die Lücke jedoch nicht zu schließen. Auch weil Heiko Grimm im Rückraum immer neue Konstellationen fand und der BHC sich ständig neu ausrichten musste. Lasse Mikkelsen rückte nach Halbrechts, Julius Kühn kam zurück auf seine angestammte Position und traf – 23:18 (51.). Und nochmal traf der Hüne zum 25:20 nur drei Minuten später. Es war so etwas wie die Vorentscheidung, denn Bogdan Criciotoiu war der erste, der Nerven zeigte und gut einen Meter zu hoch visierte statt wieder zu verkürzen (54.).

Das erledigte dann zwar Jeffrey Boomhouwer, aber es war zu spät für eine Wende. Obwohl der nächste taktische Kniff mit der doppelten Besetzung des Kreises durch Marino Maric und Felix Danner zwar für Platz im Rückraum sorgte, Pavlovic und Mikkelsen den aber nicht zu nutzen wussten. Doch noch eine Chance für die Gäste? Criciotoiu verkürzte auf 25:22, Rutschmann parierte gegen Pavlovic. Aber Felix Danner passte hinten auf, fischte sich das Leder aus dem Angriff der Blau-Weißen heraus und Kreiskollege Marino Maric zerstreute mit dem 26:22 die letzten Zweifel am Erfolg gegen einen starken Aufsteiger, der an der guten MT-Abwehr und einem noch besseren Simic im Tor scheiterte.

Stimmen zum Spiel

Heiko Grimm: „Wir sind heute sehr schwer ins Spiel gekommen. Da hat man gesehen, wie sehr die Spieler unter Druck stehen. Sie wollen natürlich jedes Spiel gewinnen. Wir haben uns von dem nicht so guten Auftakt nicht verunsichern lassen und unser Spiel durchgezogen. Wir wollten das schnelle Spiel des BHC und deren gute erste Welle unterbinden und haben das geschafft. Es ist wichtig, solche gefassten Vorhaben auch umzusetzen, das zeugt von Disziplin. Dennoch war das kein rundes Spiel. Timm Schneider ist uns während des Spiels noch ausgefallen und wir hatten auch einige Probleme mit dem Abwehr/Angriff-Wechsel. Wir sprechen solche Probleme intern immer offen an und deshalb muss ich die Mannschaft für ihre Umsetzung im Spiel loben. Nach Wetzlar haben wir das auch heute gut gemacht und das zeigt letztendlich auch den Zusammenhalt im Team.“

Sebastian Hinze: „Glückwunsch an Heiko, Axel und die MT zum Sieg. Wir sind schon enttäuscht über die knappe Niederlage, obwohl wir gut im Spiel waren. Knackpunkt war die erste Halbzeit. Wir haben ein gutes System in der Abwehr gehabt, aber dafür Fehler im Tempospiel nach vorn. Wir haben viele freie Bälle gegen Simic weggeworfen. Wenn wir da besser treffen bin ich sicher, dass es anders läuft. In der zweiten Halbzeit hatten wir zwar einen 0:2-Start, danach war ich aber zufrieden. Wir haben gut gedeckt und waren gut im Gegenstoß. Nur stand uns immer wieder Simic im Weg. Melsungen hat das in der zweiten Halbzeit sehr disziplinier und auf den Punkt gespielt. Deshalb war letztlich die Hypothek aus der ersten Hälfte zu groß.“

Axel Geerken: „Auch wenn uns die Länderspielpause jetzt etwas ausbremst ist es mir ehrlich gesagt wichtiger, dass wir zweimal richtig gut gespielt haben. Das ist mehr wert als jetzt gleich weiterspielen zu können. Stark war auch, dass fast 3.800 Zuschauer in der Halle eine richtig gute Stimmung gemacht haben. Das ist ja nach dem bisherigen Verlauf auch nicht selbstverständlich. Außerdem möchte ich einen Spieler erwähnen, der schon in der vergangenen Saison und auch jetzt wieder sehr viel Kritik abbekommen hat. Aber Philipp Müller hat den kurzfristigen Ausfall von Finn Lemke heute im Innenblock ganz toll kompensiert.“

Jörg Föste: „Wir nehmen uns jedes Spiel vor, etwas zu holen. Das heute war über weite Strecken auch wieder ein gutes Spiel von uns. Aber wir haben es nicht geschafft, gegen Simic und Kühn die richtigen Mittel zu finden. Dazu in der ersten Hälfte zu viele Gegenstöße bekommen. Melsungen wünsche ich toi-toi-toi für ihre nächsten, kommenden Aufgaben.“

Statistik

MT Melsungen: Simic (1 Tor, 21 Paraden / 23 Gegentore), Sjöstrand (bei einem Siebenmeter, 0 P. / 1 G.); Maric 4, Kühn 9, Lemke, Reichmann 5/2, Ignatow, Kunkel 1, Mikkelsen 3, Danner, P. Müller, Schneider 1, Allendorf, Birkefeldt 1, Pavlovic 1 – Trainer Heiko Grimm.

Bergischer HC: Rudek (7 P. / 15 G.), Rutschmann (8 P. / 11 G.); Bettin, Darj, Petrovsky 2, Gunnarsson 7/4, Nippes 6, Majdzinski, Kotrc, Baena, Babak 1, Szücs 1, Gutbrod, Arnesson 1, Boomhouwer 3/1, Criciotoiu 2 – Trainer Sebastian Hinze.

Schiedsrichter: Colin Hartmann / Stefan Schneider (Magdeburg / Irxleben)

Zeitstrafen: 6 – 6 Minuten (Maric 13:23, P. Müller 36:46 43:23 – Szücs 21:28, Arnesson 47:30, Boomhouwer 58:11)

Strafwürfe: 3/2 – 6/5 (Reichmann scheitert an Rutschmann 21:29, Gunnarsson scheitert an Simic 31:02)

Zuschauer: 3.744 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Die nächsten Spiele:
SO, 04.11.18, 13:30 Uhr, TSV Hannover-Burgdorf – MT Melsungen, TUI Arena Hannover
SA, 10.11.18, 20:30 Uhr, MT Melsungen – Die Eulen Ludwigshafen, Rothenbach-Halle Kassel



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