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Handwerk wieder sexy machen

Markus Lappe, Bundestagskandidat der FREIE WÄHLER. Foto: nh

Schwalm-Eder. Der Bundestagskandidat der FREIE WÄHLER, Markus Lappe, wundert sich: „Es gab eine Meldung in den letzten Wochen, die hat mich nachdenklich gemacht: ‚Noch 350 offene Lehrstellen, von 980 Ausbildungsplätzen sind erst 630 besetzt‘.“

Was ist da nur schief gelaufen?

Der Politiker Markus Lappe ist selbst Handwerker, gelernter Elektriker, jetzt „Mann für alle Fälle“ für die Technik der Hephata-Akademie. Und dann muss er vom Arbeitsmarkt so Seltsames hören. „Ich habe kein Problem, mich auf die Leiter zu stellen und das Licht wieder leuchten zu lassen, ich habe gern Schraubendreher und Ratsche in der Hand, obwohl immer mehr die Computer-Tastatur, funktionierendes WLAN und Platz in der Cloud meine beruflichen Herausforderungen sind“, redet sich der freie Wähler in Rage. „Aber als gelernter Handwerker frage ich mich immer öfter: Was, um Himmels Willen, ist in den vergangenen Jahren schiefgelaufen, dass immer weniger den Blaumann anziehen wollen und immer mehr Schlips und Kragen?“

Erst reinschnuppern, dann Berufswahl treffen

Die Antwort liefert Lappe gleich selbst: „Ich kann Ihnen sagen, was hier falsch läuft: Handwerk ist nicht mehr sexy, Handwerk hat nicht mehr die gesellschaftliche Anerkennung, die es verdient, Handwerk bedeutet zu oft: Viel Müh, wenig Lohn. Das müssen wir ändern. Wie das geht? Wir brauchen das ‚Handwerker-Halbjahr‘ in der Schule.“

Nach Lappes Vorstellung müssen sich Handwerksbetriebe den Schülerinnen und Schülern ein Jahr im voraus – bevor sie sich entscheiden, wie nach dem Haupt- oder Realschulabschluss ihr weiterer Lebensweg aussieht – in den Schulen präsentieren können. Die jungen Menschen müssten viele kleine Möglichkeiten haben, für ein paar Tage in möglichst viele Betriebe reinzuschnuppern.

Möglichst viele „First Dates“ in möglichst vielen Jobs

Das Motto laut Lappe: „Bäcker – ist das was für mich? Oder lieber Fleischer? Oder Friseur? Und was gibt’s denn sonst noch so in meiner Heimat? Das funktioniert wie die Tinder-App, nur eben für Ausbildungs-Berufe und mit möglichst vielen ‚First Dates‘ in möglichst vielen Jobs. Und am Ende steht eine Entscheidung. Wir müssen ganz neu denken, kreativ sein, 350 offene Stellen sind Warnung genug.“

Mut zum Risiko, erstmal loslegen

„Und wir müssen das Handwerk wieder sexy machen“, schreibt der Bundestagskandidat in einer Pressemitteilung. Er redet von: „Chancen für die Zukunft aufzeigen.“ Wer Kfz-Mechatroniker lerne, könne sich später auf Oldtimer spezialisieren, sich selbstständig machen und viel mehr Geld verdienen als Menschen mit Schreibtisch-Jobs. Wer eine Ausbildung in der Gastro absolviere, etwa als Koch oder Hotel-Kaufmann, könne später eine Gaststätte übernehmen; und werde von den Behörden mit offenen Armen empfangen.

Freiwähler Markus Lappe plädiert für mehr Mut zum Risiko nach dem Motto: „Schön, dass diese Kneipe weiterlebt, lass uns mal sehen, wie wir gesetzliche Bestimmungen kostengünstig lösen, fang erstmal an. Und nicht: Oh, oh, das wird teuer. Investieren Sie bitte erstmal hunderttausende Euro in Küche und Brandschutz!“

Einen Wissenschaftler ins Haus holen?

„350 offene Lehrstellen im Handwerk in unserem Kreis sollten uns eine Warnung sein“, sagt Lappe. „Wir dürfen nicht zulassen, dass wir irgendwann Fachkräftemangel haben, dass wir irgendwann froh sein [werden], wenn überhaupt ein Handwerker kommt und wir jeden Stundenlohn akzeptieren müssen. Mal ganz ehrlich: Wie oft holen Sie einen Heizungsbauer ins Haus? — Und wie oft einen Politikwissenschaftler?“

(red)



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