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Großartig gekämpft und doch verloren

Rotenburg/Melsungen. Sie wollten den Championsleague-Teilnehmer „kitzeln“, haben ihn abermächtig ins Schwitzen gebracht. Nach großem Kampf und einem bis in die die Schlussphase hinein spannenden Spiel unterlag die MT Melsungen demVfL Gummersbachmit 35:38 (16:17). Dabei begann die Partie für die Hausherren beileibe nicht wunschgemäß. Vier Ballverluste und daraus resultierende Gegentreffer durch Momir Ilic und Roman Pungartnik (2), ließen die MT nach knapp drei Minuten schon mit 0:3 in Rückstand geraten. Dann aber platzte endlich der Knoten.

Grigorios Sanikis zog zwei Gegner auf sich, legte glänzend ab auf Thomas Klitgaard am Kreis, und der ließ Goran Stojanovic keine Chance. Daniel Valo feuerte zwei gewaltige Würfe aus dem Rückraum ab, Grigorios Sanikis tanzte die Deckung aus. Plötzlich stand es 4:3 für Melsungen (6.).

Die folgende Viertelstunde bot wenig Sensationelles. Gummersbach konnte durch Vedran Zrnic, Roman Pungartnik und Momir Ilic noch einmal die Führung zurückerobern, doch dann machte die MT das Spiel und legte jeweils einen Treffer vor. Sehr schön anzusehen waren dabei immer wieder die herrlichen Anspiele von Grigorios Sanikis und Vladica Stojanovic, die in der ersten Hälfte mehr als Vorbereiter denn als Torschützen glänzten. Als Nutznießer taten sich Thomas Klitgaard und Daniel Valo mit je vier Toren vor der Pause hervor.

Ab der zwanzigsten Minute sahen die Zuschauer die stärkste Phase der Bartenwetzer. Nachdem Daniel Valo seine Farben mit 12:11 in Führung gebracht hatte, parierte Mario Kelentric den Versuch von Vedran Zrnic. Anschließend bewiesen Stojanovic und Co., dass sie auch aus dem Positionsangriff erfolgreich sein können. Spyros Balomenos schloß die schöne Staffette über die gesamte Breite des Spielfeldes erfolgreich ab und erzielte die erste Melsunger Zwei-Tore-Führung. Nur eine Minute später angelte sich die aufmerksame Deckung den Ball, und Thomas Klitgaard versenkte das Leder via zweiter Welle zum 14:11. Alfred Gislason reagierte sofort und rief zum Team-TimeOut.

Kenneth Klev als Ersatz für den wieder geschonten Sigurdsson am linken Flügel erzielte den zwölften Treffer seines Teams, und als Vladica Stojanovic nach einer unübersichtlichen Situation seine zweite Bankstrafe kassierte, stellte Alexandros Alvanos mit seinem einzigen Tor des Nachmittages den Anschluß wieder her. Savas Karipidis konnte in Unterzahl mit Tempogegenstoß nach Pass von Andrej Kurtchev noch einmal vorlegen, doch sorgte eine doppelte Zeitstrafe gegen Thomas Klitgaard und Kenneth Klev, die sich gegenseitig am Kreis beharkt hatten, endgültig für den Verlust der spielerischen Linie bei der MT.

Innerhalb 90 Sekunden verwandelten Vedran Zrnic, Roman Pungartnik und Robert Gunnarsson den Rückstand in eine 17:16-Führung, gleichzeitig der Halbzeitstand Robert Hedin begann den zweiten Durchgang wieder mit seiner Startformation. Andreas Blank, der den anfangs etwas indisponierten Daniel Tellander zwischenzeitlich ersetzt hatte, konnte kaum Akzente setzen und musste nach wenigen Minuten wieder auf der Bank Platz nehmen. Ebenso erging es Spyros Balomenos und Andrej Kurtchev, die nicht den Level von Sanikis und Valo erreichten. Vladica Stojanovic, der wegen seiner zwei Strafen etwas zurückhaltender agieren mußte, setzte mit einem unhaltbaren Unterarmwurf das erste Zeichen nach dem Wechsel.

Die Bartenwetzer blieben dran am Favoriten, bekamen aber keine Chance mehr auf eine eigene Führung. Torwart Mario Kelentric konnte nach der Pause nicht mehr an die Leistung aus dem ersten Durchgang anknüpfen. Das galt allerdings auch für sein Gummersbacher Pendant. Minutenlang war jeder Wurf ein Treffer – hüben wie drüben. Der erste gehaltene Ball der zweiten Hälfte von Goran Stojanovic brachte auch prompt den Angriff mit anschließendem Siebenmeter, den erneut Zrnic souverän zum 19:21 verwandelte.

Sanikis, der jetzt oft mit Stojanovic wechselte und in der Mitte den Ballverteiler spielte, traf nach Einzelleistung zum 20:21.
Ausgerechnet eine Strafzeit gegen Vedran Zrnic brachte die MT völlig aus dem Tritt und läutete die vermutlich vorentscheidende Phase der Partie ein. Es schien, als wollten die Rot-Weißen diese Überzahl mit aller Gewalt zum Anschluß nutzen. Erst vertändelte Stojanovic den Ball, holte ihn aber in der Abwehr zurück. Dann verdribbelte sich Sanikis völlig unbedrängt und ermöglichte Pungartnik einen Gegenstoßtreffer in Unterzahl. Zrnic war gerade eben wieder zurück, da hämmerte Vladica Stojanovic die Kugel mit unglaublicher Gewalt an die Latte. Der Ball prallte in hohem Bogen bis in die Melsunger Hälfte zurück. Robert Gunnarsson angelte sich das Spielgerär knapp vor dem heraugeeilten Kelentric und traf ins verlassene Gehäuse zum 20:24.

Geschlagen war die MT Melsungen aber noch lange nicht. Im Gegensatz zum Beginn der Saison, als solche Phasen meist das Ende und den „Abschuß“ einleiteten, kämpfte sich das Team zurück ins Spiel. Abwechselnd übernahmen Vladica Stojanovic und Grigorios Sanikis die Verteilposition im Rückraum und setzten ihre Mitspieler in Szene. Eine Augenweide waren die Anspiele von Sanikis auf Thomas Klitgaarsd am Kreis, ebenso sehenswert die Ablage auf Daniel Tellander, die der nach dem Wechsel kaum wiederzuerkennende Schwede zum 22:24 verwertete. Einen seiner wenigen nach der Pause gehaltenen Bälle passte Mario Kelentric lang und millimetergenau in den Lauf von Savas Karipidis, und wieder waren die Nordhessen dran am Championsleague-Teilnehmer.

Erneut reagierte Gislason, stellte Vedran Zrnic als Sonderbewacher für Vladica Stojanovic ab. Auch diese Maßnahme war erfolgreich, der VfL zog wieder auf drei Tore davon, dabei unterstützt durch eine weitere Bankstrafe für Spyros Balomenos. Sanikis war es, der seine Mannschaft immer wieder mit Einzelleistungen und glänzender Vorarbeit im Spiel hielt.

Robert Hedin brachte in der zweiten Hälfte Anders Jacobson, der nach seiner Verletzung leider immer noch nicht die alte Frische zeigt. Der Schwede wurde abgestellt, um die Kreise von VfL-Spielmacher Oleg Kuleshov einzuengen. Das gelang zwar, bescherte aber auch Roman Pungartnik wieder mehr Raum für seine mächtigen Würfe. Der 36-jährige, der erst am Tag zuvor seinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hatte, war zu keiner Zeit wirklich unter Kontrolle zu bringen. Als Melsunger Fan hätte man sich sehnlichst Ivan Brouko als Manndecker gegen den Slowenen gewünscht, doch der quirlige Linksaußen mit Terrier-Qualitäten saß wegen einer in Wilhelmshaven erlittenen Verletzung nur hinter, und nicht auf der Bank. So zogen die Oberbergischen ihr druckvolles Spiel aus dem Rückraum fast ungestört auf, und Keletric bekam weiter kaum eine Hand an den Ball. Zu oft wurde er allerdings auch von seiner Abwehr allein gelassen, die Pungartnik und später
auch Ilic viel zu viel Platz ließ.

Fünf Minuten vor dem Ende kam noch einmal Hoffnung auf, als Spyros Balomenos einen Tempogegenstoß zum 31:32 nutzte. Das Tor fiel in eine Zeit, da sich Pungartnik und Sanikis eine Art privates Wettschießen lieferten. Binnen acht Minuten traf der Gummersbacher fünfmal, der Melsunger viermal. Doch alles Aufbäumen half nichts. Im Tor kam in der 56. Minute Musil für Kelentric, aber auch der war machtlos gegen die Würfe der VfL-Kanoniere. Momir Ilic, lange Zeit abgemeldet, erzielte alle seine drei Tore nach der Pause in den letzten 200 Sekunden und avancierte damit zu einem der Matchwinner für den Favoriten, der bedeutend mehr Gegenwehr zu brechen hatte als das viele vorher erwartet hätten.

Alfred Gislason konnte lediglich Sigurdsson schonen, mußte aber ansonsten wirklich sämtliche Register ziehen, auch personell. So brauchte es nach dem Wechsel eine sehr gute Leistung des Rückkehrers Oleg Kuleshov und den eigentlich ungeplanten Einsatz von Adrian Wagner, dessen Mitwirken wegen einer schweren Infektion ursprünglich gar nicht vorgesehen war. Und wenn nicht Roman Pungartnik mit vierzehn Volltreffern aus dem Feld einen Glanztag erwischt hätte, wäre auch das vermutlich nicht genug gewesen, um eine an diesem Nachmittag einmal mehr hervorragend kämpfende und auch spielende MT Melsungen zu bezwingen.

Stimmen zum Spiel
Alfred Gislason:
Ich muss meiner Mannschaft ein ganz großes Kompliment machen, dass wir hier gewonnen haben. Wir hatten in der ersten Halbzeit Probleme, in die Partie zu finden, und haben viele Tore aus Gegenstößen bekommen. Entscheidend war, dass ich in der zweiten Hälfte Oleg Kuleshov bringen konnte, der die letzten zwei Wochen schwer angeschlagen war. Insgesamt war das aber eine richtig gute Mannschaftsleistung mit einem herausragenden Roman Pungartnik.
Robert Hedin: Das war ein gutes Spiel und sie haben am Schluss verdient gewonnen. Aber ich muss mit meiner Mannschaft zufrieden sein, weil sie gut gekämpft, gut mitgemacht, gut gespielt hat. Leider haben wir zu viele Probleme gehabt mit Robert Gunnarsson am Kreis und Roman Pungartnik. Da war meiner Meinung nach viel mehr drin heute. Aber es hat eben nicht gereicht. Jetzt müssen wir schauen, dass wir in vierzehn Tagen zwei Punkte aus Balingen mitbringen.

MT Melsungen – VfL Gummersbach 35:38 (16:17)
MT Melsungen:
Kelentric (1.-56. 13 P.), Musil (56.-60.); Jacobson, Kurtchev 1, Klitgaard 7, Hazl (n.e.), Valo 5, Tellander 4, Hruby (n.e.), Stojanovic 2, Sanikis 8, Karipidis 6/3, Blank, Balomenos 2. VfL Gummersbach: Stojanovic (17 P.), Gorobtschuk (n.e.); Krantz, Wagner 2, Jahn (n.e.), Klev 1, Zakharov (n.e.), Pungartnik 14, Ilic 5, Jakobsson, Gunnarsson 6, Kuleshov 2, Alvanos 1, Zrnic 7/4
SR: Hagen Becker / Axel Hack (Halberstadt); Z.: 2.315, Meirotels-Halle Rotenburg a.d. Fulda
Zeitstrafen: 10 – 8 (Stojanovic 10:28 22:31, Valo 12:11, Klitgaard 25:51, Balomenos 43:03 – Klev 25:51, Zrnic 37:55, Ilic 52:14, Gunnarsson 56:48); Strafwürfe: 3/3 – 4/4
Spielfilm: 0:3 (3.), 4:4 (7.), 7:6 (12.), 9:9 (16.), 12:11 (20.), 15:13 (24.), 16:17 (HZ), 17:17 (32.), 18:19 (34.), 20:22 (38.), 22:24 (42.), 24:26 (46.), 26:28 (49.), 31:33 (55.), 32:34 (57.), 33:35 (58.), 33:37 (59.), 35:38 (EN)

Die beiden nächsten Spiele der MT: 15.12.07: Balingen/W. – MT; 22.12.07: MT – TuSEM Essen

Foto von Savas Karipidis: Heinz Hartung

www.mt-melsungen.de




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