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Gold- und Bronze für MT-Nachwuchs

Bad Soden/Melsungen. Bei den Landesstaffelmeisterschaften in Bad Soden-Neuenhain (Taunus) fehlte eigentlich nur das Tüpfelchen auf dem „i“ – nämlich auch ein Sieg der Melsunger B-Schüler. Nach einer Galavorstellung der besonderen Art sicherten sich Stefanie Klein, Karolin Siebert und Julia Smakal bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz über 3×800 m souverän die Goldmedaille bei den B-Schülerinnen und blieben mit 7:50,29 Minuten um 83 Hundertstel-Sekunden unter der alten Bestleistung für den Schwalm-Eder-Kreis, die im Vorjahr von Celine Kühnert, Lea Sperl und Stefanie Klein beim ASKINA-Meeting in Kassel aufgestellt wurde.

13 Mannschaften aus ganz Hessen ermittelten das beste Staffelteam des Landes. Aus Nordhessen waren mit den Startgemeinschaften Schwalm-Eder I und II (Borken–Gensungen–Geismar), Waldhessen I und II (Rotenburg–Bebra–Heringen) sowie Melsungen-Alsfeld fünf Mannschaften am Start.

So herrschte bei der Aufstellung zunächst ein ziemliches Gedränge. Startläuferin Stefanie Klein, die nach ihren Kniebeschwerden in den zurückliegenden Wochen lange um den Anschluss an ihre Hallenform ringen musste, war wieder auf die Minute top-fit und übernahm nach einem kurzen schnellen Antritt sofort die Führung und diktierte 700m den Rennverlauf. Mit 34,6 Sekunden legte sie auf den ersten 200m ein scharfes Anfangstempo vor und lief einen Vorsprung von etwa zehn Metern heraus. Mit 1:13,4 Minuten beeindruckte sie auf der ersten Hälfte der Strecke mit einem raumgreifenden Schritt und lockeren Laufstil.

Auf der zweiten Runde aber musste sie ihrem hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen und wurde von der stark laufenden Mary Diemerling (LG Bad Soden-Neuenhain) attackiert und auf der Zielgeraden sogar überholt. Dennoch lief Stefanie Klein mit 2:36,0 Minuten eine Top-Zeit, die für die weitere Saison einige Hoffnung weckt.

Karolin Siebert, die am Morgen bei der Abfahrt nach Südhessen noch nicht wusste, ob sie aus gesundheitlichen Gründen wird starten können, hatte sich nach ihren Achillessehnenbeschwerden in den letzten vier Wochen wieder rechtzeitig in Form bringen können. Die Elfjährige, die auf Rang zwei liegend das Staffelholz von Stefanie Klein übernahm, lief klug und bewies eine geschickte Renneinteilung. Bereits auf ihrer ersten 200m-Teilstrecke, die sie in 36,2 Sekunden zurücklegte, hatte sie die Zwillingsschwester von Mary, Sally Diemerling, überholt. Mit 1:18,0 Minuten als 400m-Zwischenzeit konnte sie die Erwartungen voll erfüllen und beendete ihrem Lauf nach 2:39,6 Minuten. Mit sechs Meter Vorsprung reichte Karolin das Staffelholz an Schlussläuferin Julia Smakal weiter.

In der Zwischenzeit hatte Jana Mrugalla mit einer starken Vorstellung ihre Mannschaft auf Rang zwei gebracht, so dass es zum erwartet großen Duell zwischen den Startgemeinschaften Waldhessen und Melsungen-Alsfeld kam. Selbst die Mädchen der LG Frankfurt, die noch bei den Landes-Crossmeisterschaften den Wettbewerb der B-Schüler-innen klar beherrschten, spielten auf Platz drei liegend keine Rolle mehr.

Um den vierten Platz, rund 20 Sekunden zurück, kämpften die Mannschaften aus Bad Soden-Neuenhain, Frankfurt II und die Startgemeinschaft Schwalm-Eder. Aber vorne spielte die Musik: Julia Smakal lief die erste Runde sehr gleichmäßig und benötigte 37,8 Sekunden für die ersten 200 m und 38,7 Sekunden für die zweite Hälfte. Doch dann schien es, als hätte sie nach 450 m eine Schwächeperiode bekommen. Dulce Zepeda–Grescher aus Rotenburg bemerkte, dass Julia plötzlich „einbrach“ und langsamer wurde. Sie forcierte daraufhin ihr Tempo und konnte Julia etwa 300 m vor dem Ziel überholen. 50 m blieb Julia hinter der wie entfesselt laufenden Athletin der Startgemeinschaft Waldhessen, aber am Ende der Gegengeraden setzte Julia zu einem kraftvollen Endspurt an und ließ sich den fast verloren geglaubten Sieg gegen eine sehr gut aufgelegte Zepeda-Gretscher nicht mehr nehmen.

Dieses eindrucksvolle Rennen von Hessens vielseitigster B-Schülerin, die die letzten 200 m in 35,0 Sekunden zurücklegte, stempelt sie zu einer wirkungsvollen Hoffnung bei den Landesmehrkampfmeisterschaften in einer Woche in Wiesbaden. Julia Smakal verkörpert einen Läuferinnentyp, der sowohl sprintstark als auch ausdauernd ist. Mit 2:34,7 Minuten lief sie die schnellste Zeit, holte am Ende noch fünf Sekunden Vorsprung heraus und verhalf dem Melsunger Team zum Titel bei diesen Landesmeisterschaften.

„Staffeln und Mannschaftswettkämpfe spiegeln den Leistungsstandard eines Vereins oft deutlicher wider als Einzelrennen oder Einzelwettkämpfe“, sagte Alwin J. Wagner und betonte, dass er nicht mit dieser Zeit von 7:50,29 Minuten, wohl aber mit diesem Platz gerechnet hätte. Da klang innere Sicherheit über das Leistungsvermögen von Stefanie Klein, Karolin Siebert und Julia Smakal, jedoch nicht Überheblichkeit durch. Bei der abschließenden Siegerehrung wurden die drei Mädchen mit Goldmedaille, Meisterschaftswimpel und Urkunde ausgezeichnet. In einer Woche wird dieses Trio beim ASKINA-Meeting erneut an den Start gehen und versuchen, zum ersten Mal unter 7:50 Minuten zu laufen.

Bei den A-Schülerinnen über 3x800m-Staffel bewies Celine Kühnert sehr viel Mut, als sie als Startläuferin sofort die Führung übernahm und den ersten 200m-Teilabschnitt in 35 Sekunden anlief. Sie verlor im Verlaufe dieses Rennens immer mehr an Energie und fiel schließlich nach 500 m dem enorm hohen Tempo zum Opfer. Dadurch wurde sie von sieben Staffelläuferinnen überholt und konnte erst nach 2:43,7 Minuten das Staffelholz an Ramona Schmidt weiterreichen, die – glänzend aufgelegt – wieder einigen Boden gutmachte und ihre 800m-Strecke in 2:38,5 Minuten zurücklegen konnte. Schlussläuferin Isabelle Wucherer kam nach 2:52,4 Minuten ins Ziel. Damit belegte dieses Trio in 8:14,76 Minuten hinter der LG Eintracht Frankfurt (8:12,07 Minuten) den neunten Platz.

Zwei Stunden vorher überzeugten die Melsunger Jungen in der 3x1000m-Staffel mit Startläufer Michael Hiob, Mittelmann Robin Hohmann und Schlussläufer Tobias Stang. Auch dieses Trio – deren Schwerpunkt immer noch beim Mehrkampf liegt – befand sich wieder einmal in Rekordlaune und verbesserte die eigene Kreisbestleistung auf 9:29,98 Minuten. Fast zwölf Sekunden blieben die Melsunger Allrounder unter ihrem Kreisrekord, den sie im Vorjahr beim ASKINA-Meeting mit 9:41,74 Minuten aufgestellt hatten. Vor dem Start war klar, dass nur die Mannschaften aus Stadtallendorf, Hanau-Rodenbach und Melsungen den Sieg unter sich ausmachen konnten. Die anderen sieben Teams standen von vornherein auf verlorenem Posten.

Stadtallendorf ließ mit Ali Yüksel ihren schnellsten Jungen starten, denn er sollte den nötigen Vorsprung herauslaufen. Der SSC Hanau-Rodenbach ließ Till Tschiltschke anlaufen, der die 1000m in 3:12 Minuten laufen konnte. Die Melsunger entschieden sich für Michael Hiob als Startläufer, denn Michael lief bei den nordhessischen Schülermeisterschaften in Bad Sooden-Allendorf 3:16,52 Minuten und war gut in Form. Obwohl er immer noch mit den Armen ruderte und beinahe gestürzt wäre, rechtfertigte er das in ihn gesetzte Vertrauen. Die erste Runde legte er in 76,2 Sekunden zurück. Für 800 m benötigte Michael 2:36,7 Minuten und reichte schließlich das Holz mit Bestzeit von 3:15,8 Minuten als Zweiter hinter Ali Yüksel an Robin Hohmann weiter. Während Ali ca. 50 m Vorsprung herausgelaufen hatte, verlor Till Tschiltschke aus Hanau-Rodenbach vier Meter gegen Michael.

Der kämpfende und Biss zeigende Robin Hohmann lief die erste Runde in 73,5 Sekunden. Trotz dieser schnellen Zeit konnte er gegen Pascal Köhler aus Stadtallendorf keinen Boden gewinnen. Auch Niklas Pivecka aus Hanau-Rodenbach ließ sich nicht abschütteln und hing wie eine Klette an Robin. Nur 2:32,4 Minuten benötigte Robin für die 800 m und durch seine läuferische Substanz lief er mit 3:08,4 Minuten ebenfalls persönliche Bestzeit. Schlussläufer der MT Melsungen war wieder einmal Tobias Stang, der zirka 40 m Rückstand auf den führenden Läufer Marian Vietor und etwa zehn Meter Vorsprung vor Anusan Rajeentan aus Hanau hatte.

Tobias wollte zunächst den Rückstand auf M. Vietor verringern. Aus diesem Grund lief die ersten 200 m in 35,1 Sekunden an und wurde über 400 m in 73,0 Sekunden gestoppt. Der Rückstand auf die Stadtallendorfer Staffel wurde zwar geringer, aber der Hanauer Rajeentan folgte Tobias In seinem Windschatten, den er eigentlich kaum wirft. Tobias legte die 800 m in 2:29,3 Minuten zurück, aber er und Anusan Rajeentan mußten den Traum vom Staffelsieg 150 m vor dem Ziel bereits aufgeben, denn die Jungen aus Stadtallendorf hatten immer noch fast acht Sekunden Vorsprung.

Nun warteten die beiden Verfolger, die schon viele Läufe gegeneinander bestritten hatten, nur auf ihre Spurtchance, denn es ging jetzt um Silber oder Bronze, aber auch um die Zeit. Anusan hatte am Ende mehr Tempohärte und stand auf der Zielgeraden den Spurt im Zweikampf um Silber besser durch. In 9:27,08 Minuten sicherten sich die Jungen aus Hanau-Rodenbach die Silbermedaille, aber das Melsunger Trio, blieb mit 9:29,98 zum ersten Mal unter 2:30 Minuten. Tobias Stang lief in diesem Rennen mit 3:05,5 Minuten eine Superzeit. Leider hat es nicht zum Sieg gereicht, denn das wäre das Tüpfelchen auf dem „i“ gewesen. Aber was will man mehr: alle drei Melsunger Staffelläufer erzielten eine persönliche Bestzeit und pulverisierten ihren Kreisrekord um fast zwölf Sekunden.



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