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Niederlage im Hessenderby – MT verliert 25:29 in Wetzlar

Johannes Sellin, der mit acht Treffern beste MT-Torschütze. Foto: Alibek KäslerWetzlar/Melsungen. Das 21. Hessenderby in der DKB Handball-Bundesliga geht an die HSG Wetzlar. Die Mittelhessen besiegten am Freitagabend in der mit 4.421 Zuschauern ausverkauften Rittal-Arena die MT Melsungen nach einer 14:13 Halbzeitführung mit 29:25. Aufgrund des Spielverlaufs, bei dem die MT nur zweimal in Führung gehen konnte, war der Erfolg der Wetzlarer absolut verdient. Mit Andreas Wolff und Nikolai Weber stellten sie das bessere Torhütergespann und hatten zudem mit Linksaußen Maximilian Holst (10 Treffer, davon 6 per Siebenmeter) den besten Einzeltorschützen des Spiels in ihren Reihen. Für die MT trafen Johannes Sellin (8/2) und Kapitän Michael Müller (6) am häufigsten. Einen guten Einstand hatte auch Patrik Fahlgren, der nach achtmonatiger Verletzungspause erstmalig wieder auf dem Spielfeld stand und in den letzten acht Minuten zwei gute Assists und einen erfolgreichen Torwurf anbringen konnte.

Die HSG Wetzlar übernahm von Beginn an die Initiative und zeigte schnell, wie sie dem vermeintlichen Favoriten beikommen wollte. Nach dem Auftakttreffer von Ferraz, der von Michael Müller beantwortet wurde, legten die Hausherren auf 3:1 vor. Es folgten gute Aktionen von beiden Keepern, Wolff für Wetzlar, Sjöstrand für die MT, ehe erneut Kapitän Müller den Anschlusstreffer markierte. Die 5:1-Abwehr der Gäste mit Michael Allendorf als Vorgezogenen funktionierte gut, ließ bei den Grünweißen keinen effektiven Spielaufbau zu. Der MT-Linksaußen war es auch, der per Strafwurf den Ausgleich erzielte (3:3, 7. Min.).

Dass sich die HSG dann im weiteren Verlauf immer wieder minimale Vorteile erarbeiten konnte, lag einerseits am immer stärker werden Wolff im Tor (hielt u.a. in der 10. Minute einen Allendorf-Strafwurf), zum anderen an den Gegenstößen (vor allem von Holst). Die wiederum resultierten meist aus Fehlern, die im MT-Angriff passierten. Dennoch blieben die Nordhessen dran. Zum Beispiel beim 7:6 (16.) und beim 8:8 (19.) jeweils durch Sellin, der ebenfalls mit schnellen Kontern erfolgreich war .

Kurz darauf, beim Stand von 9:9, nahm Wetzlars Coach Wandschneider eine Auszeit und unterbrach damit geschickt den Rhythmus der zuletzt stärker aufkommenden MT. So markierten nach Wiederaufnahme des Spiels zunächst Holst per Strafwurf und dann Hahn von Rechtsaußen das 11:9 (24.). MT-Trainer Roth hatte inzwischen Momir Rnic für Philipp Müller und Marino Maric für Felix Danner aufs Feld beordert und gönnte Michael Müller durch Angriff-/Abwehrwechsel einige Verschnaufpausen. Auch der fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit vorgenommene Torwartwechsel, Villadsen kam für Sjöstrand, erwies sich als guter Schachzug. Denn der Däne, kaum im Spiel, kaufte erst Fäth und kurz darauf Ferraz jeweils einen Ball ab. Das gab Sicherheit, auch für das Spiel nach vorne. Sellin mit einem weiteren Gegenstoß und Marino Maric vom Kreis schafften erst den 12:12-Ausgleich, ehe Timm Schneider das Spielgerät zur ersten MT-Führung ins Wetzlarer Tor wuchtete (12:13, 28.). Schade aus MT-Sicht nur, dass Wetzlar durch zwei technische Fehler (Rnic, Allendorf) wieder Oberwasser bekam und so durch Fäth und Ferraz die knappe 14:13-Halbzeitführung erzwang.

Die Anfangsphase im zweiten Durchgang geriet zum zähen Ringen um jeden Zentimeter. Die MT begann in der gleichen Formation wie sie den ersten Abschnitt beendet hatte, nun allerdings mit einer defensiveren Abwehrvariante. Die HSG war also gefordert, sich etwas Neues einfallen zu lassen. Was aber zunächst nur bedingt der Fall war. Denn auffällig war zunächst die MT mit einigen tollen Szenen. Etwa mit einem erneuten Gegenstoß von Sellin, der von Danner auf die Reise geschickt wurde, mit einem Überraschungswurf von Schneider über das “falsche Bein” und mit einem reaktionsschnellen Anspiel von Rnic auf Maric. Der Lohn dafür zeigte sich im 16:16-Zwischenstand – alles war wieder offen (34.).

Aber die Nordhessen konnten das Level nicht halten und mussten den Kontrahenten wieder mit zwei Toren ziehen lassen, und zwar durch Fäth und Holst per Strafwurf zum 18:16 (37.). Ziemlich genau zwei Minuten lang tat sich toremäßig gar nichts, ehe Holst (diesmal von Außen) auf 19:16 erhöhte (39.). Bahnte sich jetzt etwa schon eine Vorentscheidung an? Die folgenden fünf Minuten schienen diesen Eindruck zusätzlich zu untermauern. Denn die Gastgeber verteidigten geschickt ihren Drei-Tore-Vorsprung (21:18, 44.).

Aber die MT kämpfte sich zurück ins Spiel, hatte jetzt auch im Angriff endlich das Quäntchen Glück, was ihnen bis dato gefehlt hatte. Nachdem Schneider auf 21:19 verkürzen konnte, parierte der ins Tor zurückgekehrte Sjöstrand erst gegen Fäth und kaufte dann auch noch Holst einen Strafwurf ab. Das wirkte wie ein Signal. Noch schnell eine kurze Konzentration in  der von Trainer Roth genommenen Auszeit und flugs setzte die MT ihren Lauf fort: Der Käpt’n traf zum Ausgleich und Sellin erzwang die zweite Führung in diesem Spiel für die MT. Mit diesem 22:23 (50.) schien der Zeitpunkt für eine Wende gekommen zu sein. Wetzlar war inzwischen verständlicherweise etwas nervös geworden. Deren Trainer erkannte das und beruhigte seinen Mannen postwendend per Auszeit.

Was zunächst  jedoch nicht fruchtete. Denn der an diesem Tage erneut stark aufspielende Sellin lochte zum 22:24 ein. Holst schloss dann per Strafwurf wieder auf, aber einer der frisch von der MT-Bank kam, stellte schnell wieder den Zwei-Tore-Vorsprung her: Patrik Fahlgren, nach rund acht monatiger Verletzungspause erstmals wieder im Wettkampf, gelang mit einem verdeckten Wurf das 23:25. Welche ein Einstand für den Spielmacher.

Dann sollte ausgerechnet dem treffsichersten Melsunger ein Ball so richtig abrutschen: Sellin meterte die Kugel frei von Rechtsaußen deutlich übers Wetzlarer Gehäuse und zu allem Überfluss gelang im Gegenzug Weber auch noch der Ausgleich. Erneut stand das Spiel auf des Messers Schneide (25:25, 54.). Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand ahnen, dass der MT bis zum Schlusspfiff kein einziges Tor mehr gelingen würde. Denn danach hatte es nun wirklich nicht ausgesehen. Aber im Angriff gelang einfach nichts mehr, es fehlten zündende Ideen, um die wieder erstarkte Wetzlarer Hintermannschaft aus der Reserve zu locken. Zwingende Torchancen konnten keine mehr herausgearbeitet werden.

Genau da sprang die HSG in die Bresche und mobilisierte mit Hilfe ihrer starken Fankulisse die letzten Reserven. Jetzt waren es die Rückraumrecken Laudt und Fäth sowie am Kreis Weber, die die Gunst des Augenblicks nutzten, um im 21. Hessenderby den Sieg für ihre Farben endgültig klar zu machen. Indessen konnten auf der anderen Seite die MT-Spieler und ihre über 230 mitgereisten Fans ihre Enttäuschung nur schwer verbergen.

Stimmen zum Spiel:
Kai Wandschneider: Beide Mannschaften haben ein fantastisches Spiel gezeigt, in dem wir über uns hinaus gewachsen sind. Wir haben eine sehr gute Abwehr gestellt und darüber hinaus mit 29 Toren gezeigt, dass es auch im Angriff gut gelaufen ist. Vorne sind uns immer Lösungen eingefallen, egal welche Abwehr uns die MT entgegen gestellt hat. Wir waren einfach von allen Positionen torgefährlich.

Michael Roth: Diese Niederlage müssen wir uns selbst zuschreiben. Wir hatten die Chance, das Spiel zu drehen und haben sie nicht genutzt.  Uns sind zuviele einfache Fehler in der Abwehr unterlaufen, auch die Torhüterleistung war nicht wie gewohnt. In der Schlussphase haben wir zu fahrig agiert, nicht auf  den Punkt gespielt. Wir waren heute einfach nicht so da, wie man das gerade in einem solchen Spiel sein muss. Mit nur 10 Verlustpunkten bisher in der Hinrunde stehen wir allerdings immer noch sehr gut da, dennoch müssen wir jetzt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden.

Statistik:
HSG Wetzlar – MT Melsungen 29:25 (14:13)

HSG Wetzlar: Wolff, N. Weber – Prieto (1), Lipovina, Ferraz (5), S. Weber (3), Laudt (3), Holst (10/6), Fäth (5), Hahn (2), Bliznac, Mirkulovski, Klesniks – Trainer Wandschneider.

MT Melsungen: Sjöstrand (1.-25. u. 44.-60. Min.), Villadsen (26.-30. u. 31.- 43. Min.) – Maric (3), Sellin (8/2), Fahlgren (1), Forstbauer, Hildebrand, Danner, P. Müller (2), Boomhouwer, Rnic (1), Schneider (3), Allendorf (1/1), M. Müller (6) – Trainer Roth.

Schiedsrichter: Sebastian Grobe (Braunschweig) / Adrian Kinzel (Bochum).

Zeitstrafen: 10 – 6 Min. (Ferraz, Fäth, Hahn, Bliznac, Klesniks – 2x Danner, P. Müller)

Strafwürfe: 7/6 – 4/3 (Holst scheitert an Sjöstrand, 48. Min. – Allendorf scheitert an Wolff, 10. Min.)

Zuschauer: 4.421, Rittal-Arena Wetzlar.

(Bernd Kaiser)



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