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Sanierung der Obernburg-Außenmauern abgeschlossen

Hier wurden die Erdnägel eingesetzt und mit Ankerkreuzen verstärkt. Foto: nhGudensberg. Im Wappen taucht sie auf, auf vielen Fotos ist sie zu sehen. Nachts wird sie angestrahlt und weist stets auf die lange Geschichte der Chattengau-Stadt hin: Die Obernburg auf dem Schlossberg. Damit das so bleibt und auch weiterhin die Mauern des Gudensberger Wahrzeichens stolz in die Landschaft ragen können, wurden sie in den vergangenen Monaten saniert. Zum Jahresende konnte die Maßnahme abgeschlossen werden. 

2011 hatten Mitglieder der Obernburgfreunde Risse in der Außenmauer der Burgruine entdeckt. Da die Risse wuchsen, wurden zunächst provisorische Gegenmaßnahmen ergriffen: Die Mauerköpfe (obere Flächen) des südwestlichen Abschnittes der Burg-Außenmauern wurden verschlossen, damit kein Wasser mehr in das Mauerwerk eindringen konnte. Wasser ist in der Lage, wenn es in der kalten Jahreszeit gefriert, selbst massive Mauern wie die der Berg zu sprengen. Parallel gab die Stadt Gudensberg ein Fachgutachten in Auftrag, um den Zustand und evtl. weitere Sanierungsmaßnahmen zu ergründen. Das Gutachten des Ingenieurbüros HAZ aus Kassel bestätigte die Befürchtungen:  Wenn nicht gehandelt wird, seien die Außenmauern in absehbarer Zeit nicht mehr standsicher, sagten die Gutachter. Zwei Abschnitte der südwestlichen Burgmauer, die über Eck laufen, strebten in verschiedene Richtungen. Irgendwann einmal würde die Mauer auseinanderbrechen, hieß es in der Expertise.

Wenn die Obernburg auch weiterhin für jedermann besuchbar bleiben sollte, war also eine Sanierung der Außenmauer unumgänglich. Nach Ausschreibung und Auftragsvergabe war im Oktober Baustart. Mit der Firma Fesch Bau aus Waldkappel erhielt ein in der Altbausanierung ausgewiesenes Unternehmen aus der Region den Auftrag. Die Standsicherheit der Mauer wurde gesichert, indem neun massive Erdnägel mit einer Länge von sechs bis acht Metern durch das Mauerwerk in den gewachsenen Fels verpresst wurden. Ein zusätzlicher Halt entstand durch das Setzen von sog. „Strumpfankern“, sechs an der Zahl, dort, wo die beiden Mauerabschnitte aufeinandertreffen (Ecke). Strumpfanker sind mit einem Polyestergewebe überzogene Edelstahlstäbe, die auch bei der Sanierung des Herkules-Oktogons im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe eingesetzt wurden.

Beide Baumaßnahmen verleihen der Außenmauer die notwendige Standsicherheit und konnten vor einigen Tagen abgeschlossen werden. Das Gerüst wurde demontiert, der Zugang zur Burg ist nun wieder möglich. Im Zusammenhang mit der Mauersanierung wurden auch die im vergangenen Jahr durch ein archäologisches Sommercamp der Stadtjugendpflege freigelegten Mauerreste des Palas (Hauptgebäude einer Burg) und des Eingangsportals der Kapelle verfugt und gegen Verwitterung gesichert.

Auch lässt die Beleuchtung die Burg wieder in hellem Licht und nun auch in der festlichen Weihnachtsbeleuchtung erstrahlen. Vor einigen Wochen hatten Kriminelle nicht nur großen Schaden angerichtet, in dem sie Baugeräte zerstörten, auch die Beleuchtung wurde beschädigt. Sie ist nun durch den städtischen Bauhof wieder hergestellt und rückt das Wahrzeichen wieder in das ihm gebührende Licht.

Investition in die Geschichte
Für die Sanierung der Außenmauern wurden im städtischen Haushaltsplan für 2015 rund 90.000 Euro bereitgestellt. Bürgermeister Frank Börner richtet seinen Dank an das Land Hessen, das sich durch das Landesamt für Denkmalpflege mit einem Zuschuss von 10.000 Euro an den Baukosten beteiligte. Ein jederzeit verlässlicher Partner sei wie immer der Verein der Obernburgfreunde gewesen. Auch die gute Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro HAZ und der Baufirma Fesch Bau lobte das Stadtoberhaupt. (red)



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