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60 Teilnehmer beim zweiten Forum-Asyl.Schwalmstadt

Das zweite „Forum-Asyl.Schwalmstadt“ fand gestern Abend in der Treysaer Schule im Ostergrund statt. Foto: nhSchwalmstadt. „Ich denke, es ist nur eine Unterbrechung, dass momentan weniger Flüchtlinge zu uns kommen. Die Menschen lassen sich nicht aufhalten und suchen sich einen neuen Weg. Es bleibt viel zu tun, lassen sie es uns anpacken. Kümmern wir uns um die, die das sind und noch kommen“, so leitete Jochen Helwig, Sprecher des Arbeitskreises für Toleranz und Menschenwürde in Schwalmstadt, am vergangenen Donnerstagabend das zweite „Forum-Asyl.Schwalmstadt“ in der Treysaer Schule im Ostergrund ein. Rund 60 Ehrenamtliche und Interessierte waren gekommen.

Andreas Schnücker, Projektkoordinator des Schwalm-Eder-Kreises für Flüchtlingsfragen, lieferte offizielle Zahlen: Die Prognosen für das zweite Halbjahr 2016 gingen davon aus, dass dem Schwalm-Eder-Kreis 15 bis 30 Flüchtlinge pro Woche zugewiesen würden. Schätzungen zu Beginn des Jahres waren noch von 120 ausgegangen. Das führe unter anderem dazu, dass die beiden Erstaufnahmen Chinapark in Ziegenhain und ehemaliges Proviantamt in Fritzlar mittelfristig geschlossen würden. „Wann das sein wird, können wir nicht sagen. Ein Engagement für die Flüchtlinge macht aber nach wie vor Sinn“, so Schnücker. Jetzt ginge es zunehmend darum, die Flüchtlinge nicht nur unterzubringen, sondern sie auch zu integrieren und mit ihnen zu arbeiten.

Das zweite „Forum-Asyl.Schwalmstadt“ fand gestern Abend in der Treysaer Schule im Ostergrund statt. Foto: nhDamit haben die rund 130 Mitglieder des „Forums-Asyl.Schwalmstadt“ Ende vergangenen Jahres beim ersten Treffen des Forums begonnen. Seitdem hat sich ein Netzwerk mit  Arbeitsgruppen entwickelt, in denen sich Ehrenamtliche um verschiedene Bereiche der Flüchtlingshilfe kümmern. Um ihre Rückmeldungen und Unterstützungsbedarfe sollte es vor allem beim zweiten Treffen am Donnerstagabend gehen. Hier ein Überblick:

Patenschaften: Paten unterstützen eine Familie oder Menschen für einen längeren Zeitraum, beispielsweise bei der Suche nach Arbeit, einem Kindergartenplatz, bei Behördengängen oder Einkaufen. Mittlerweile haben sich 20 solcher Patenschaften entwickelt.

Begleitungen: Hier begleiten wechselnde Ehrenamtliche wechselnde Flüchtlinge bei einzelnen Terminen und in der Freizeit. Bislang hat es 30 solcher Anfragen gegeben.

Fahrdienste und Transporte: Diese Arbeitsgruppe hat sich beim zweiten Forum mit den beiden AGs „Hilfestellung Handwerk“ und „Organisation und Verwaltung“ zusammengeschlossen, da die Themen eng miteinander verzahnt sind. Unter anderem bieten die AGs ein Möbellager auf dem Stammgelände Hephatas an, das nicht nur für Flüchtlinge, sondern für alle bedürftigen Menschen zur Verfügung steht. Und auch das Abholen von Spenden und Bringen übernehmen die Ehrenamtlichen. Diakon Björn Keding, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata: „Die neue AG ist eine Haupt-Baustelle, für die wir dringend noch ehrenamtliches Engagement suchen.“

Kleiderspende: Die neue Arbeitsgruppe wurde am Donnerstagabend von Daniel Helwig, Kirchenkreis Ziegenhain, vorgestellt. Geplant ist ein Diakonie-Laden des Kirchenkreises Ziegenhain mit dem Namen „Aller Hand“, der allen Bedürftigen und Flüchtlingen in und um Schwalmstadt zur Verfügung stehen soll. Außerdem stellte Tanja Regenbogen vom Second-Hand-Lader der Hephata Diakonie das Angebot der „Fundgrube“ vor, das ebenfalls Bedürftigen und Flüchtlingen zur Verfügung steht.

Freizeitangebote: Hier finden die meisten Aktivitäten statt, angefangen vom gemeinsamen Musizieren über einen Kochkurs sowie diverse Sport- und Spielangebote für Kinder und Erwachsene. Dienstags gibt es in der Festungsschule Ziegenhain ein Café, freitags im Treysaer Hospital das Café Diwan. Beide werden von Ehrenamtliche betrieben und verstehen sich als Begegnungsstätten für Flüchtlinge und Einheimische. „In der offenen Fahrradwerkstatt wurden seit Oktober 60 gebrauchte Fahrräder, Dreiräder und Roller aufbereitet und an Flüchtlinge weitergegeben“, sagte Reinhart Darmstadt, Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde.

Sprachunterricht: Die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe geben in der Gemeinschaftsunterkunft in Treysa an drei Tagen pro Woche fünf Sprachkurse.

Dolmetscherpool: Hier sind Ehrenamtliche aktiv, die die deutsche Sprache und mindestens eine Fremdsprache beherrschen. Sie werden vor allem bei Arzt- und Behördenterminen angefragt.

Interreligiöse Begegnungen: Diese Arbeitsgruppe kam beim ersten Treffen des Forums aus Theologen und Vertretern des Kultur- und Bildungsvereins Schwalmstadt e.V., Islamische Gemeinde, zusammen.

Anette Schmidt, unter deren Federführung das Café Diwan Gestalt angenommen hat, sagte zusammenfassend: „Ich bin stolz auf Schwalmstadt, dass wir das so gut hinbekommen haben. Schwalmstadt soll weiter bunt bleiben!“ (me)

Wer Interesse hat, kann jederzeit in die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe einsteigen. Nähere Informationen dazu bei Clara Förster unter Telefon (06691) 181113 und E-Mail: clara.foerster@hephata.de



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