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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Silber für Lorenz Funck und Bronze für Lynn Olson

Lorenz Funck und Lynn Olson, die beiden Melsunger Medaillengewinner. Foto: nhPfungstadt/Melsungen. Von den Landesmeisterschaften über die Hindernisstrecken kehrten die beiden Melsunger Talente Lorenz Funck (MU20) und Lynn Olson (WU18) mit einer Silber- bzw. Bronzemedaillen aus Pfungstadt zurück.

Im Rennen der weiblichen Jugend U18 machte Lisa Oed von der SSC Hanau Rodenbach wieder einmal deutlich, aus welchem Holz heutzutage gute Läuferinnen geschnitzt sein müssen. Die Zweite der deutschen U18-Crosslaufmeisterschaften und U18-3000-Meter-Hessenmeisterin ließ sich auch im Rennen über 1500 Meter Hindernis gar nicht erst auf taktische Spekulationen ein. Vom Start weg setzte sie sich an die Spitze des Feldes und betrachtete ihre Gegnerinnen als Luft. Lisa Oed, die sich in Pliezhausen beim Qualifikationswettkampf über 2000 Meter Hindernis für die U18-EM qualifizieren möchte, lief der Konkurrenz schnell davon. Ihre Tempogestaltung an der Spitze stempelt sie zu einer Ausnahmeathletin, die am Ende mit 5:00,96 über eine halbe Minute Vorsprung vor Marie Luca aus Flieden (5:33,32) hatte.

Lynn Olson zum ersten Mal im Wassergraben. Foto: nhAls Dritte folgte die 15-jährige Lynn Olson, die in ihrem ersten 1500m-Hindernisrennen die drei 500-Meter-Abschnitte in jeweils zwei Minuten laufen sollte. Da es im Melsunger Waldstadion keine Hindernisbalken gibt und der einzige Balken am Wassergraben viel zu hoch für die Schülerin aus dem Melsunger Stadtteil Adelshausen war, konnte sie kein spezielles Training durchführen. Aber Lynn kämpfte wieder großartig, teilte sich ihr Rennen sehr ökonomisch ein und hielt sich genau an die Marschtabelle, die vorher Trainer Alwin J. Wagner festgelegt hatte. Die 1000-Meter-Zwischenmarke passierte sie nach 3:59 Minuten. Nach zwei Drittel der Strecke hatte sie einen Vorsprung von fast 70 Meter vor der tapfer laufenden Lea Becker aus Königsstein. Als Lynn Olson nach 5:59,94 Minuten die Ziellinie erreicht hatte und ihre Zeit erfuhr, waren alle Mühen und Sorgen vor dem Lauf vergessen. Sie stellte nicht nur einen neuen Kreisrekord für den Schwalm-Eder-Kreis auf, sondern katapultierte sich mit dieser Zeit in der ewigen Bestenliste der Region Kassel auf Platz neun der WU18 hinter Sabrina Macik (Niederelsungen, 5:46,98).

Marvin Knaust am Wassergraben. Foto: nhNach dem Lauf der weiblichen Jugend erfolgte der Startschuss für die 2000 Meter Hindernis der männlichen Jugend U18. Fast alles, was in dieser Altersklasse in Hessen Rang und Namen hatte, war bei diesem Finale vertreten. Von den besten dreizehn Läufern, die eine Woche zuvor in Erbach ihren Hessenmeister über 3000 Meter in der U18 ermittelten, waren acht Langlaufspezialisten am Start. Der 15-jährige Marvin Knaust, der auch im nächsten Jahr noch einmal in dieser Altersklasse startberechtigt ist, sollte bei seinem ersten 2000m-Hindernisrennen Erfahrungen sammeln und die beiden 1000m-Hälften jeweils in 3:40 Minuten zurücklegen und somit eine Endzeit von 7:20 Minuten erreichen.

Aber erneut ließ er sich von der schnellen Fahrt der Konkurrenz verführen und dachte nicht mehr an die Vorgaben. Nachdem er die erste Runde in 84 Sekunden angelaufen war, hatte er nach zwei Runden (2:50) immer noch Anschluss an Jonas Rapp (Hanau-Rodenbach) und Jan Ulbrich (Wetzlar), die am Ende mit 6:53 Minuten die Plätze fünf und sechs belegten. Aber danach verlor Marvin Knaust den Anschluss. Er lief immer noch ein starkes Rennen, denn nach der Hälfte der Strecke wurden für ihn und Nils Niedernostheide vom TV Gelnhausen 3:29 Minuten verbucht.

Lorenz Funck im Wassergraben. Foto: nhNachdem Marvin die Hindernisse auf den ersten drei Runden recht locker überspringen konnte, musste er auf den letzten beiden Runden auf die 91,4 Zentimeter hohen Hindernisse springen. Das kostete natürlich viel Zeit, so dass der Gensunger immer mehr an Boden verlor. In der letzten Runde musste er auch Niedernostheide ziehen lassen. Völlig erschöpft kämpfte er sich nach 7:32,40 Minuten ins Ziel und belegte den achten Platz. Die Medaillen holten sich Julius Hild (6:20), Jakob Thöming (beide Hanau-Rodenbach, 6:27) und Niklas Schwesig aus Wetzlar (6:31).

Man sah Marvin Knaust eine gewisse Enttäuschung unmittelbar nach dem Lauf an, aber bei der Siegerehrung war dieser Eindruck längst wieder verschwunden. Wie gut seine Zeit ist, kann man daran erkennen, dass er mit seiner Leistung im Lauf der U20 den vierten Platz belegt hätte. Deshalb gab es zur Enttäuschung keinerlei Anlass, doch wäre mit einer besseren Renneinteilung eine schnellere Zeit möglich gewesen.

Zum Abschluss stand der 2000-Meter-Hindernislauf der U20 gegen 21.45 Uhr auf dem Programm. Nachdem im Vorjahr Lorenz Funck mit 6:36,51 Minuten auf dem undankbaren vierten Rang gelandet war, strebte er bei diesen Titelkämpfen eine Medaille an. Jonas Uster, der Favorit von der LG Odenwald, wurde seiner Rolle gerecht und bestimmte vom Start an den Rennverlauf. Der Vizemeister des Vorjahres war Lorenz beim Überlaufen der Hindernisse klar überlegen und konnte stets nach dem Aufsetzen seinen kleinen Vorsprung unmittelbar danach immer wieder etwas ausbauen. Aber zwischen den Hindernissen konnte Melsungens Ausdauerspezialist zumindest in der ersten Hälfte des Rennens immer wieder aufschließen.

Start zum 2000-Meter-Hindernislauf der U18. Foto: nhBei 1000 Meter wurden beide Läufer mit 3:09 Minuten notiert. Aber danach zeigte sich, dass die läuferische Substanz von Lorenz Funck (noch) nicht an die von Jonas Uster heranreicht. Der Odenwälder war eine Woche vorher bei den hessischen Langstreckenmeisterschaften über 5000 Meter mit 15:59,33 Minuten über 23 Sekunden schneller als Funck, der durch seine mangelhafte Technik vor allem am Wassergraben sehr viel Zeit und Energie verlor.

Am Ende setzte sich erwartungsgemäß Jonas Uster mit 6:24,36 Minuten souverän vor Lorenz Funck (6:36,55) durch, der als Zweiter um 0,04 Sekunden langsamer war als vor einem Jahr. Der Melsunger hätte nur dann eine Siegeschance gehabt, wenn er die zweite Hälfte noch einmal in 3:10 Minuten gelaufen wäre, aber dafür reichte es noch nicht.  Die Bronzemedaille sicherte sich Clemens Möller vom VfL Marburg (6:55,18) vor Maximilian Brumm (TuS Weilmünster, 7:34,44). (ajw)



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