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Mit Kantersieg in EHF-Cup gestartet

Rijeka/Melsungen. Zum Start in den EHF-Cup 2016/17 schlug Handball-Bundesligist MT Melsungen am Samstag in Rijeka den kroatischen Vertreter HC Zamet nach einer 17:13 Halbzeitführung mit 34:23. Vor 2050 Zuschauern im gut gefüllten Centar Zamet, darunter 45 angereiste MT-Fans, war Marino Maric der auffälligste Akteur auf dem Feld. Der MT-Kreisläufer nutzte achtmal seinen Torinstinkt und stellte mit seinem Durchsetzungsvermögen die Abwehr der Hausherren vor arge Probleme. Michael Allendorf kam mit vier verwandelten Strafwürfen ebenfalls auf acht Tore. Zudem erreichte Torhüter Johan Sjöstrand mit 26 gehaltenenen Bällen eine Traumquote. Auf Seiten Zamets ragten Rückraumspieler Paolo Grozdek und Linksaussen Mateo Hrvatin aus ihrer Mannschaft heraus. Jeder von ihnen markierte vier Treffer. Am kommenden Samstag erwartet die MT die Kroaten zum Rückspiel in Kassel. Anwurf in der Rothenbach-Halle ist um 19:30 Uhr. Es gibt noch Tickets im Vorverkauf.

Zum Start schickte MT-Trainer Michael Roth Johannes Sellin, Michael Müller, Patrik Fahlgren, Momir Rnic, Michael Allendorf und Marino Maric auf die Platte, das Tor hütete Johan Sjöstrand. Gleich im ersten Angriff überwand Kapitän Michael Müller Zamets Keeper Marin Durica. Der Ausgleich für die Gastgeber gelang mit etwas Glück von halbrechts Marin Kruzic. In der Folge blieb Zamet mit Fortuna im Bunde und damit der MT auf den Fersen. Johan Sjöstrand war bei einigen Würfen der Kroaten zwar am Ball, konnte ihn aber  jeweils nicht vor der Torlinie abwehren. Nutznießer waren dabei vor allem die beiden Rückraumakteure Matija Golik und Marin Kruzic.

Nach etwa 11 Minuten hatte die MT erstmalig gegen den im Schnitt vier Jahre jüngeren Kontrahenten die Nase vorn. Eben noch hatte Linksaussen Mateo Hrvatin, der mit 36 Jahren zweitälteste beim HC, ausgerechnet in Unterzahl den 5:5-Ausgleich erzielt. Woraufhin die MT mit drei Treffern hintereinander zum 5:8 (M. Müller, Maric, Allendorf) antwortete. Zamets Coach Valter Matosevic, früher viele Jahre als Torwart in der Bundesliga aktiv, nahm ein Timeout.

Dass Zamet zunächst weiter in Reichweite blieb, verdankte es zum Beispiel Marin Durica. Der Keeper parierte zweimal herausragend gegen Rnic und Vucko. Sofort waren die Fans des Gastgebers, ohnehin während des gesamten Spiels unterstützt durch zwei LIvemusiker auf der Tribüne, wieder hellwach. Davon fühlte sich offenbar das erst 17-jährige Ausnahmetalent Tin Lucin, Bruder von Mannschaftskamerad Fran Lucin Torwart), zusätzlich motiviert. Der Spielmacher zauberte kurz hintereinander zwei Traumanspiele auf Kreisläufer Stojanovic aus dem Hut, welche der zum 7:9 und 8:10 nutzte (17.).

Kaum fünf Minuten später wurde es noch knapper. Routinier Hrvatin überlistete Sjöstrand per Heber und Grozdek hatte beim Wurf an den Innenpfosten ebenfalls Erfolg – in dem Fall zum 12:13-Anschluss. Doch Verlass war dann auf Momir Rnic und den gerade für Sellin eingewechselten Haenen, die mit  jeweils zwei Toren für die 17:13-Halbzeitführung sorgten.

Im zweiten Durchgang machten die Rotweissen dort weiter, wo sie im ersten geendet hatten. Konzentriert und diszipliniert vorgetragene Angriffe wurden ein ums andere Mal erfolgreich abgeschossen. So eilten die Roth-Schützlinge binnen zehn Minuten durch einen sauberen 5:0-Lauf vorentscheidend auf 13:22 davon (40.). Dabei trug sich auch der inzwischen eingewechselte Youngster Johannes Golla in seinem ersten Europapokalspiel in die Torschützenliste ein.

Die Gastgeber bissen sich fortan immer mehr an der engagierten MT-Abwehr mit wechselnd besetztem Mittelblock (Danner, Maric, P. Müller, Golla) und zeitweise auch in der 5:1-Formation mit Allendorf als “Indianer gegen Lucin, die Zähne aus. Dahinter glänzte Johan Sjöstrand weiter mit Paraden am Fließband. Bis zum Schluss sollte es der Schwede auf 26 abgewehrte Bälle bringen.

Michael Allendorf war es vorbehalten, die MT erstmalig mit zehn Toren nach vorn zu bringen. Das schaffte er mit dem Treffer in der 48. Minute zum 16:26. Und auch die folgenden zwei MT-Tore gingen auf das Konto des Linksaussen.

Die verbleibenden zwölf Minuten gerieten zum offenen Shootout, bei dem sich die Angriffsreihen auf beiden Seiten auszeichnen konnten. Zamet versuchte zwischenzeitlich den Vorwärtsdrang der MT mit einer 5:1-Abwehr zu stoppen, bei der Lucin als Vorgezogener agierte. Das aber blieb gegen die auch körperlich  überlegenen Nordhessen praktisch ohne Wirkung. Der Abstand veränderte sich somit nur unmerklich und war am Ende mit dem 34:23 zugunsten der MT auch in dieser Deutlichkeit gerechtfertigt.

MT-Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Sowohl mit dem Ergebnis als auch mit dem Auftritt unserer Mannschaft bin ich sehr zufrieden. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Und das über nahezu die gesamten 60 Minuten. Mit diesem klaren Sieg haben wir einen großen Schritt in Richtung Gruppenphase gemacht. Wenn man, wie in diesem Falle, den Gegner praktisch nicht kennt, ist ein solches Ergebnis nicht selbstverständlich. Es haben heute alle Feldspieler Einsatzzeiten erhalten. Dabei hat mich sehr gefreut, dass auch diejenigen, die bisher noch nicht so oft gespielt haben, gute Leistungen gezeigt haben. Ich erwarte, dass wir trotz dieses Vorsprungs auch im Rückspiel am Samstag wieder genauso konsequent an die Aufgabe herangehen werden wie heute. Das Spiel gibt mir dann die Möglichkeit, zu überprüfen, ob die Mannschaft nach den zwei Niederlagen gegen Balingen und Wetzlar und dem heutigen Sieg gegen Zamet wirklich einen Fortschritt gemacht hat.

Axel Geerken, Vorstand: Ich gebe zu, ich war im Vorfeld einigermaßen angespannt. Umso mehr bin ich froh, dass dieses Spiel so klar für uns ausgegangen ist. Wir wussten ja eigentlich nicht so recht, was uns hier erwartet. Die Halle, die Atmosphäre, der Gegner – das alles war uns ja kaum bekannt. Was wir nur wussten, waren die Ergebnisse von Zamet in den beiden vorhergehenden Runden. Und wenn die eine Mannschaft überstanden hat, ist schon entsprechende Vorsicht geboten.

Michael Müller, Kapitän: Es war heute wichtig, über die gesamten 60 Minuten voll durchzuziehen. Das haben wir auch geschafft. In einem Hinspiel im Europapokal darf man nichts verschenken, schließlich weiß man ja nicht, wie der Gegner im Rückspiel drauf ist. Ich bin froh, dass wir unsere Torchancen sehr gut genutzt und uns so diesen Vorsprung erarbeitet haben.

Marino Maric: Das war heute für mich ein überragendes Gefühl, hier zu spielen. Das begann schon beim Aufwärmen, als ich die mir sehr vertraute Musik gehört habe. Ausser meinem Schwiegervater und meinem Schwager waren auch viele Freunde angereist. Natürlich wollte ich selber ein gutes Spiel zeigen. Aber viel wichtiger ist, dass wir gewonnen haben. Gerade auch nach den beiden letzten Niederlagen in der Bundesliga.

Statistik

HC Zamet – MT Melsungen 23 : 34 (13 : 17)

HC Zamet: Marin Durica (10 P.), Fran Lucin – Petar Jelusic, Mateo Hrvatin 4, Patrik Martinovic, Milan Uzelac, Tin Lucin 2/1, Jadranko Stojanovic 3, Filip Glavas, Matija Golik 3, Marin Kruzic 2, Raul Valkovic, Paulo Grozdek 4, Ivan Majic 2, David Sunjic 1, David Milicevic 1 – Trainer Valter Matosevic.

MT Melsungen: Johan Sjöstrand (26 P.), Svetislav Verkic (n.e.), René Villadsen (n.e.) –  Marino Maric 8, Johannes Sellin, Johannes Golla 2, Patrik Fahlgren1, Felix Danner, Philipp Müller 1, Momir Rnic 4, Timm Schneider, Michael Allendor 8/4, Nenad Vuckovic 3, Dener Jaanimaa 1, Michael Müller 2,  Arjan Haenen, 5 – Trainer Michael Roth.

Schiedsrichter: Mads Dahl Hermann / Jesper Madsen (DEN); EHF-Delegierter Darko Repensek (SLO).

Zeitstrafen: 10 Min. – 6 Min. (Uzelac, Lucin, Majic, 2x Milicevic – Fahlgren, 2x Danner)

Siebenmeter: 1/1 – 3/4

Zuschauer: 2.050, Centar Zamet, Rijeka (CRO).

Das nächste Spiel:

Sa., 26.11.2016, 19.30 Uhr: MT Melsungen – HC Zamet (EHF Cup Rückspiel), Rothenbach-Halle Kassel



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