Startseite

Ihre Werbung hier!

Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

MT ließ es in Kiel am Ende noch knapp werden

Momir Rnic (9/2 Treffer) war der beste Torschütze der Melsunger. Foto: Alibek Käsler

Momir Rnic (9/2 Treffer) war der beste Torschütze der Melsunger. Foto: Alibek Käsler

Kiel/Melsungen. Die MT Melsungen unterlag am Mittwochabend dem THW Kiel in der wie immer mit 10.285 Zuschauern ausverkauften Sparkassen Arena zwar mit 28:30, kaufte aber dem Favoriten noch die zweite Halbzeit ab. Zur Pause hatten die Hausherren bereits klar mit 19:12 geführt. Die Prognose zu diesem Zeitpunkt: Das Spiel ist eigentlich gelaufen. Aber die MT bewies große Moral und kämpfte sich auch nach Rückständen von bis zu neuen Toren noch einmal zurück. Beste Schützen waren Momir Rnic (9/2) für die MT und Christian Zeitz (6) für den THW.

Es war ein wahrer Kraftakt, den die MT auf das Parkett der Sparkassen Arena hinlegte. Im fünften Pflichtspiel in 15 ereignisreichen Tagen und nach direkter Anreise vom Europapokaleinsatz in Finnland holten die Schützlinge von Trainer Michael Roth noch einmal alles aus sich heraus. Dass der gastgebende THW die Favoritenrolle inne hatte, wurde nach rund 5 Minuten des Spiels sichtbar. War die MT beim Eröffnungsschlagabtausch bis zum 2:2 noch gleichauf – getroffen hatten bis dahin Wiencek, Bilyk und die Müller-Zwillinge – zogen die Zebras mit einem Dreier durch Zeitz, Ekberg und Dahmke auf 5:2 davon.

Bis zum 7:4 (10.) konnten die Nordhessen diesen Abstand halten, ehe die Hausherren erneut ein Zwischenspurt einlegten und binnen fünf Minuten auf 10:4 erhöhten. Bis dahin hatte MT-Keeper Sjöstrand kaum eine Hand an den Ball bekommen, die 5:1-Abwehrvariante mit Allendorf auf der Spitze zeigte nur bedingt Wirkung und auch im Angriff brachte der Personalwechsel zunächst nicht die gewünschte Durchschlagskraft. Michael Roth hatte nach einem Timeout beim Stand von 8:4 Rnic für Philipp Müller auf Halblinks und Schneider für Fahlgren auf die Mitte beordert.

Nach Wiederaufnahme des Spiels ließ Allendorf eine Großchance verstreichen, sein Versuch von linksaußen wurde vom stark haltenden Wolff entschärft. Kurz darauf markierte Zeitz mit einem kraftvollen Wurf das 9:4 folgen, woraufhin Bilyk mit einer sehenswerten 1:1-Finte gar auf 10:4 stellte (15.). Schneider verschaffte dann der MT mit einem Doppelschlag und ebenfalls lehrbuchreifen Durchbrüchen etwas Luft (10:6, 16.). Dazwischen war Danner für Golla an den Kreis gekommen. Spektakulär agierte nun auch Sjöstrand, als er Ekbergs Tempogegenstoß seelenruhig zunichte machte.

Den Vier-, bzw. Fünf-Tore-Abstand hätte die MT bei etwas weniger eigenem Wurfpech sogar halten können. Als jedoch Allendorf einen Strafwurf nur an den Pfosten setzte und sich Schneider eine Zeitstrafe einfing, nutzen Ekberg und Dahmke die Überzahlsituationen, um ihren THW weiter nach vorne zu bringen (16:9, 27.).  Die Tatsache, dass in den verbleibenden dreieinhalb Minuten bis zur Pause auf beiden Seiten noch jeweils drei Tore fielen, zeigt, dass die Begegnung in dieser Phase als offener Schlagabtausch geführt wurde und beinahe jeder Wurf ein Treffer war. So ging es beim 19:12 in die Kabinen.

Zu Beginn der zweiten Spielhälfte sah es zunächst so aus, als würde der THW weiterhin seine Kreise ziehen und dabei der MT eine Lehrstunde erteilen. Und das obwohl beiderseitige Angriffsversuche zunächst scheiterten – u.a. traf Boomhouwer von außen nur die Latte. Besser machte es in der 33. Minute der für Zeitz auf Halbrechts eingewechselte Vujin, als er zum 20:12 traf und auch gleich zum 21:12 (35.) nachlegte.

Neun Tore Rückstand: Würde die MT jetzt die weisse Fahne hissen? – Erste Antworten darauf gaben der unermüdlich rackernde Rnic mit seinem Tor zum 21:13 und der zunehmend sicherer werdende Sjöstrand indem er einen Ekberg-Strafwurf vereitelte. Nach dem 22:14 durch Duvnjak machten sich die Gäste wieder deutlicher bemerkbar. Rnic – einmal aus dem Feld heraus, einmal von der Siebenmeterlinie – und dazwischen Schneider beim Ausnutzen einer Überzahl sorgten für die Reduzierung des Rückstandes auf 22:16.

Wirklich bange musste den Zebras aber noch nicht werden. Dafür waren sie bislang einfach zu dominant durch das Spiel gegangen. Wolff war ein sicherer Rückhalt, die Abwehr stand ziemlich fest und im Angriff wurden immer wieder Torgelegenheiten nicht nur herausgespielt, sondern auch verwertet. So war es nur konsequent vom THW-Coach, dass er den klaren Zwischenstand zu diversen Personalwechseln nutzte.

Für MT-Trainer Rothhingegen  waren andere Gründe maßgebend, Umbesetzungen vorzunehmen. Zum Beispiel hatte er auf Außen Allendorf und Sellin für Boomhouwer und Jaanimaa geatuscht, da die Erstbesetzung in Durchgang eins einfach glücklos agierte. Die beiden “Neuen” benötigten dann zwar eine gewisse Eingewöhnungsphase, machten dann aber ihre Sache sehr ordentlich und steuerte noch diverse Treffer bei.
Man könnte nun behaupten, dass der THW angesichts des sicheren Vorsprungs in der Endphase des Spiels einen Gang zurückgeschaltet hat und nur deshalb die MT die Gelegenheit erhielt, das Resultat freundlicher zu gestalten. Wenn dem tatsächlich so gewesen sollte, war dies bestimmt nicht beabsichtigt. Andererseits verbessert ein deutlich im Minus befindlicher Gegner in dieser Situation nur dann seine Bilanz, wenn er den absoluten Willen dazu hat und obendrein auch noch die nötigen Kraftreserven mobilisieren kannund  konzentriert genug ist.

Für die MT traf all das zu, als sie beim Stand von 29:23, sechs Minuten vor Schluss, noch einmal zur Attacke überging. Der THW hatte gerade eine Auszeit genommen, Gislason wollte offenbar das Zurückschalten seiner Mannen verhindern. Was aber nicht gelang. Denn jedes mal, wenn die Zebras vorne einen Ball vertändelten, nutzen die Gäste die Gelegenheit zum Torerfolg. Während auf Seiten der Hausherren jetzt nur noch Zeitz einmal traf, rollte die MT mit Boomhouwer und Golla das Feld von hinten auf. Wie ihn die Nachlässigkeiten seiner Schützlinge erzürnten, zeigte Gislason dann unter vernehmbaren Raunen des Publikums, als er beim 30:28, 15 Sekunden vor dem Abpfiff noch einmal die Grüne Karte legte. Denn das Endergebnis stand ja da schon fest.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Wenn ich ein junger Trainer wäre, würde ich sagen: Wir haben die zweite Halbzeit gewonnen – alles toll! Aber so ist es natürlich nicht. Wir haben in der ersten Hälfte kaum Zugriff auf die Kieler Offensive bekommen, haben eigentlich recht schwach verteidigt. Andererseits haben wir im Angriff viel zu wenig Druck auf die gegnerische Abwehr entfacht. Hinzu kam, dass Wolff sehr stark gehalten und uns einige Male den Schneid abgekauft hat. Angesichts des Halbzeitstandes war das Spiel hier praktisch schon entschieden. Aber wir haben dann in der zweiten Hälfte eine große Moral gezeigt, und konnten damit noch effektiv Ergebniskosmetik betreiben. Der Sieg des THW geht absolut in Ordnung – Glückwunsch an Alfred Gislason und seine Mannschaft.

Alfred Gislason: Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, besonders in der ersten Halbzeit. Hier haben wir in der Abwehr einschließlich Torhüter Wolff  gut gestanden, haben lediglich mit Michael Müller ein paar Probleme gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir gut angefangen, dann aber zu viele Fehler gemacht. Hier hat man gesehen, dass wir eine gute Erstbesetzung haben, aber wenn wir rotieren wollen, noch nicht eingespielt genug sind. Kompliment an meine Jungs , die jederzeit die Ruhe bewahrt und dieses Spiel völlig verdient gewonnen haben.

THW Kiel – MT Melsungen (30:28 (19:12)

THW Kiel: Wolff (1.-60., 13/1 Paraden, 28 Gegentore), Landgraf (n.e.) – Duvnjak 3, Toft Hansen, Lackovic (n.e.), Sprenger 1, Dissinger, Wiencek 5, Ekberg 4/2, Zeitz 6, Dahmke 4, Brozovic, Vujin 3, Bilyk 4, Nilsson – Trainer: Gislason

MT Melsungen: Sjöstrand (12/2 Paraden /  30 Gegentore), Verkic (n.e.), Villadsen (n.e.) – Sellin 1, Golla 3, Fahlgren, Danner, P. Müller 1, Boomhouwer 3, Rnic 9/2, Schneider 3, Allendorf, Vuckovic 1, Jaanimaa 3, M. Müller 4, Haenen (n.e.) – Trainer: Roth

Schiedsrichter: Simon Reich / Hanspeter Brodbeck (Metzingen).

Zeitstrafen: 6 – 8 Minuten (Sprenger, Zeitz, Brozovic – P. Müller, 2x Schneider, M. Müller).

Strafwürfe:  4/2 – 4/2 (Ekberg scheitert an Sjöstrand, 36. Min.; Vujin scheitert an Sjöstrand, 48. Min. – Sellin scheitert an Wolff, 9. Min.; Allendorf trifft nur den Pfosten, 25. Min.)

Zuschauer: 10.285, Sparkassen Arena Kiel (ausverkauft)

Spielfilm: 1:0 (1.), 4:2 (5.), 7:4 (10.), 10:5 (15.), 12:7 (20.), 14:9 (24.), 17:10 (29.), 19:12 (HZ), 19:12 (32.), 22:13 (38.), 23:18 (43.), 26:20 (49.), 29:22 (53.), 30:25 (58.), 30:26 (59.), 30:27 (59.), 30:28 (EN).

Die nächsten Spiele:
Mi., 01.03.17, 20:15 Uhr: TVB 1898 Stuttgart – MT (SCHARRena, Stuttgart)
Sa., 04.03.17, 20.00 Uhr: EHF-Cup: Helvetia Anaitasuna (ESP) – MT (Pamplona, ESP)
Mi., 08.03.2017, 20.15 Uhr: MT – SC Magdeburg (Rothenbach-Halle, Kassel)

(Bernd Kaiser)



Tags: , , ,


Ähnliche Beiträge

Bisher keine Kommentare


Einen Kommentar schreiben

© 2006-2017 SEK-News • Powered by WordPress • Theme by: BlogPimp/Appelt MediendesignBeiträge (RSS) und Kommentare (RSS)Impressum + DatenschutzAGB





Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com

Um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern, verwendet diese Seite Cookies. Details

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen