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Integration: Schwerpunkt auf Flüchtlingsfrauen setzen

Frauen Union: „Gleichberechtigung ein Muss – Diskriminierung darf nicht toleriert werden“

Karina Moritz. Foto: nh

Karina Moritz. Foto: nh

Schwalm Eder. Die Verwirklichung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern bedarf weiterer Anstrengungen und muss ein Schwerpunkt in der Integrationsarbeit vor Ort im Schwalm-Eder-Kreis sein. Dies fordert die Frauen Union anlässlich des Internationalen Weltfrauentags, der am 8. März begangen wird. „Es besteht immer noch Handlungsbedarf bei der gleichen Entlohnung, dem Wiedereinstieg in den Beruf nach der Familienphase und dem Aufstieg in Führungspositionen. Darüber hinaus muss die Situation der Flüchtlingsfrauen noch stärker in den Blick genommen und deren Gleichberechtigung eingefordert und unterstützt werden. Jetzt gilt es, auch ihnen ein Leben in Selbstbestimmung in unserem Land zu ermöglichen“,  erklärte Kreisvorsitzende Karina Moritz.

„Es darf keine Rücksicht und falsch verstandene Toleranz gegenüber kulturell-religiös begründeter Diskriminierung oder gar Gewalt gegen Frauen geben. Was für uns selbstverständlich geworden ist, muss den Flüchtlingen als unverrückbare Grundlage des Zusammenlebens vermittelt werden. Frauenrechte sind nicht kulturell verhandelbar“, betonte die CDU-Politikerin. Für Traditionen und Verhaltensweisen, die mit dem Prinzip der Gleichberechtigung nicht vereinbar seien, „gibt es keinen Platz in unserem Land“.

„Wer dauerhaft bei uns leben will, muss Ja zur Gleichberechtigung als zentralem Element unserer Grundordnung sagen. Wem sie nicht vertraut ist, der muss an das Prinzip der Lebensgestaltung in Freiheit unabhängig vom Geschlecht herangeführt werden.“ An der Frage der Durchsetzung der Gleichberechtigung der Flüchtlingsfrauen werde sich auch entscheiden, ob Integration dauerhaft gelinge.

Flüchtlingsfrauen gezielt unterstützen
Die CDU-Politikerin appellierte an den Kreis, die Städte und Gemeinden sowie die freien Träger in den vielen Einzelmaßnahmen zur Integration von Flüchtlingen konsequent das Thema „Gleichberechtigung“ zu verankern und gezielt Initiativen für Flüchtlingsfrauen voranzutreiben. Entsprechende Initiativen von öffentlichen, kirchlichen und gemeinnützigen Trägern könnten eine Förderung des Landes erhalten. „Ab diesem Jahr stehen im Rahmen des WIR-Programms Mittel für modellhafte Vorhaben und Projekte zur Verfügung, die gezielt die Integration von geflüchteten Frauen unterstützen.“

Bei den Aktivitäten sei besondere Aufmerksamkeit auf die Integration von geflüchteten Frauen in den Arbeitsmarkt zu richten, damit sie dauerhaft finanziell und sozial abgesichert würden. „Dies muss auch für Mütter gelten. Fehler der Vergangenheit, auf diese nicht aktiv zuzugehen, dürfen sich nicht wiederholen“, so Karina Moritz.

Den Flüchtlingsfrauen komme eine Schlüsselrolle für die Integration der Familien zu. Deshalb sei entscheidend, dass sie an den Sprach- und Integrationskursen teilnehmen. „Grundvoraussetzung ist, dass hier jeweils die Kinderbetreuung sichergestellt wird“, so die Vorsitzende. Auch hierfür stünden seit diesem Jahr aus dem WIR-Programm Landesmittel zur Verfügung. Die Landesregierung habe eine entsprechende Forderung der Frauen Union aufgegriffen und umgesetzt.

Damit Integrationsmaßnahmen wirkungsvoll gestaltet werden könnten, sei es von Bedeutung, sich über das Frauenbild zu informieren, das in den Herkunftsländern der Flüchtlingsfrauen herrsche. Die Frauen Union werde hierzu einen Beitrag leisten und mit einer Veranstaltungsreihe zur Rolle der Frau im Islam Wissen und Aufklärung vermitteln.

Mit dem Weltfrauentag werde an den Kampf um gleiche Rechte für Frauen, deren Verankerung im Selbstverständnis der Gesellschaft und Durchsetzung im Alltag erinnert. Diese frauen- und gesellschaftspolitische Aufgabe stelle sich nun erneut für die Zuwanderer. „Angesichts dieser Herausforderung ist der Weltfrauentag aktueller denn je“, so Karina Moritz. (red)



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