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Violinsonaten im Kloster Haydau

Morschen. Isabel von Bernstorff (Klavier) und Sophia Jaffé (Violine) lernten sich bereits während ihres Studiums an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin kennen. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, an der Sophia Jaffé seit 2011 als Professorin lehrt und Isabel von Bernstorff seit 2006 als Dozentin unterrichtet, begegneten sich beide Musikerinnen wieder und pflegen seitdem eine musikalische und private Freundschaft. Am Sonntag, 7. Mai 2017, bieten die beiden im Engelsaal des Kloster Haydau Violinsonaten dar. Beginn ist um 17 Uhr.

Sophia Jaffé. Foto: nh

Sophia Jaffé. Foto: nh

Das Programm beginnt – passend zum Monat Mai – mit Beethovens Sonate für Klavier und Violine op. 24 in F-Dur, der sogenannten „Frühlingssonate“. Vollendet wurde die Sonate im Frühling 1801, was wahrscheinlich weniger zu dem (nicht von Beethoven!) ergänzten populären Beinamen geführt hat als die Assoziation mit der Frühlingszeit, die dieses Werk auslöst.

In diesem heiteren und beschwingten Werk schafft Beethoven ein Gleichgewicht zwischen beiden Instrumenten: anders als bei vielen Sonaten Mozarts ist die Violine hier keine „Begleitung“ für das Klavier, sondern ein gleichberechtigter Partner.

Im Kontrast zu Beethovens frühromantisch anmutender Frühlingssonate steht als zweites Werk Poulencs Violinsonate auf dem Programm.

Poulenc, 1923 Mitglied der Pariser „Groupe des Six“, sagte über sich selbst, er wolle weder ein kubistischer noch ein futuristischer oder gar impressionistischer Musiker sein; er sei ein „Musiker ohne Etikette“. Reduziert man mit Poulencs Musik auf einen neoklassizistisch witzigen und heiter parodierenden Ton, so kommt seine ernsthafte Seite zu kurz, die sich u.a. in seinen religiösen Werken und in der Oper „Les dialogues des Carmélites“ zeigt.

Ernsthaftigkeit zeigt sich auch in seiner Auseinandersetzung mit der Gattung Violinsonate. Poulencs Violinsonate entstand 1943 im besetzten Frankreich auf Wunsch der berühmten Geigerin Ginette Neveu. Poulenc widmete das Werk Federico García Lorca, der 1936 von Faschisten ermordet worden war. Als Neveu 1949 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, ersetzte Poulenc den ursprünglichen „dritten Satz“ durch ein „Presto tragico“.

Die berühmte Sonate in A-Dur für Violine und Klavier von César Franck, die den Abschluss des Konzertes bildet, ist für viele der Inbegriff romantisch-schwelgerischer Violinmusik. César Franck hat das Stück dem belgischen Geiger Eugène Isaÿe zu dessen Hochzeit geschenkt.

Franck war lange Zeit vor allem als legendärer Organist und Kirchenmusiker bekannt. Der Kammermusik widmete er sich erst deutlich später. „Belgischer Brahms“ ist César Franck oft genannt worden – vor allem auf Grund seiner Vorliebe, musikalische Gedanken mit höchster Ökonomie auszuschöpfen und mehrere Sätze durch die gemeinsame Substanz ihrer Themen als eine Art „Idée fixe“ ineinander zu verflechten.

Isabell von Bernstorff. Foto: nh

Isabell von Bernstorff. Foto: nh

Auch in der Violinsonate sind die vier Sätze zyklisch miteinander verbunden. Ihre strenge kontrapunktische Konstruktion der Form ist verquickt mit einem intensiven emotionalen Ausdruck, dem Schwelgen in farbenreichen Harmonien. Spielanweisungen wie „cantabile“ (gesanglich), „espressivo“ und „dolcissimo“ (so süß wie möglich) tauchen in der Partitur immer wieder auf.

So bildet das Programm ein spannungsreiches Ausloten romantischer Violinmusik – von der frühromantischen und unbeschwerten Frühlingssonate Beethovens über César Francks hochromantisch und schwelgerischer Violinsonate bis hin zur „postromantischen“ Sonate von Francis Poulenc.

Veranstalter ist der Kulturring Morschen im Förderverein Kloster Haydau e.V. Karten gibt es für 15 Euro (erm. 10 Euro für Schüler und Studenten), Kinder bis 14 Jahre sind frei, im Vorverkauf im Hotel Kloster Haydau (Tel.: 05664-939100) und an der Tageskasse. Ab 16 Uhr lädt der Kulturring zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen in den Kreuzgang ein. (red)




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