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Erst der Meister kann die Erfolgsserie der MT beenden

Bester Torschütze für die MT war Kapitän Michael Müller (5). Foto: Alibek Käsler

Bester Torschütze für die MT war Kapitän Michael Müller (5). Foto: Alibek Käsler

Mannheim/Melsungen. Im letzten Saisonspiel riss zwar die imposante Serie, dennoch enttäuschte die MT Melsungen bei ihrer 28:33 (14:19)-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen nicht. Vor 13.200 Zuschauern in der voll besetzten Mannheimer SAP-Arena nutzte der bereits feststehende Deutsche Meister eine kurze Schwächephase der Gäste Mitte der ersten Hälfte, um sich abzusetzen. Den einmal herausgeworfenen Abstand schleppten die Löwen über den Rest der Partie mit und krönten ihre Saison mit dem 16. Ligasieg vor eigenem Publikum, bevor sie nach dem Abpfiff die Meisterschale in Empfang nehmen durften. Mit neun Toren war Gudjon Valur Sigurdsson treffsicherster Schütze des Tages, für Melsungen war Michael Müller fünfmal erfolgreich.

Mit der beeindruckenden Serie von zehn Spielen ohne Niederlage im Rücken startete die MT zunächst selbstbewusst in die Partie beim Ligaprimus. Gleich der erste Angriff der Löwen endete in den Armen von Johan Sjöstrand, ebenso wie auch der zweite nach Timm Schneiders Führungstreffer für die Nordhessen. Erst von der Siebenmeterlinie gelang es Gudjon Valur Sigurdsson, den Schweden erstmals zum Ausgleich zu bezwingen (2.).

In der Folge stabilisierten sich die Löwen schneller als Melsungen. Insbesondere Kim Ekdahl du Rietz in seinem voraussichtlich letzten Spiel im Leistungshandball und Regisseur Andi Schmid wirbelten die MT-Deckung ordentlich durcheinander, die es zu Sjöstrands Ärger an Körperlichkeit mangeln ließ. Mit seinem schon dritten Treffer stellte du Rietz nach neun Minuten auf 7:4. Dominierender Akteur bei den Gästen war indes Michael Müller. Entweder der Kapitän traf selbst, wie zum 7:6-Anschluss, oder arbeitete perfekt vor wie für Felix Danner, der vom Kreis aber am starken Andreas Palicka scheiterte (11.).

Eine Anhäufung technischer Fehler, die auch eine von Trainer Michael Roth genommene Auszeit nicht eindämmen konnte, brachte die Nordhessen deutlicher ins Hintertreffen. Bis auf 11:7 zog der Tabellenführer davon, ehe Sjöstrands nächste Parade, Patrik Fahlgren, Johannes Sellin per Strafwurf und Marino Maric den Negativlauf stoppten. Nur kurz allerdings, weil sich Palicka gewaltig steigerte und die Löwen darauf aufbauend ihren Vorteil sogar noch weiter ausbauten (17:11, 26.). Immerhin gelang es dem eingewechselten Dener Jaanimaa mit zwei Toren, das Resultat bis zur Pause wieder etwas angenehmer zu gestalten.

Nach dem Seitenwechsel tat sich nur wenig am bestehenden Abstand. Verantwortlich dafür zeichneten wie schon zu Beginn der Partie Johan Sjöstrand sowie auf der anderen Seite der mittlerweile zwischen die Pfosten gerückte Mikael Appelgren. Der Fokus wechselte kurzzeitig auf eine kleine Privatfehde zwischen Gedeon Guardiola und Philipp Müller, für den dann allerdings sein Bruder Michael gemeinsam mit dem Spanier auf die Strafbank musste. Nutzen aus der Unruhe zogen die Gastgeber, die wieder auf sechs Tore wegzogen (23:17, 38.).

Was die MT an diesem Nachmittag auszeichnete, das war der Kampfgeist. Als sich die Löwen, vielleicht im Vorgefühl des sich abzeichnenden Sieges, zwei technische Fehler leisteten, waren die Bartenwetzer sofort zur Stelle. Marino Maric vom Kreis sowie Johannes Sellin mit zwei Tempogegenstößen verkürzten innerhalb 90 Sekunden auf 23:20 (42.). Im Mittelblock der Abwehr sorgte mit Johannes Golla ausgerechnet der jüngste Spieler für zusätzliche Stabilität, so dass auch der Gelb-Schwarzen erheblich mehr Aufwand betreiben mussten, um zum Erfolg zu kommen. Vorn traf der Youngster zudem zum 25:22 (44.).

Dass Kim Ekdahl du Rietz neun Minuten vor dem Abpfiff mit seinem 29:24 die Weichen dennoch auf Sieg für die Löwen stellen konnte, war mehreren Paraden von Appelgren geschuldet, der sich auf seine Kenntnis der Melsunger Wurfbilder verlassen konnte. Zwar hielt Melsungen weiter nach Kräften dagegen und kam selbst noch zu Torerfolgen, konnte die Distanz aber nicht mehr so weit eindampfen, dass ein Punktgewinn in Reichweite gekommen wäre. Dazu kam in der entscheidenden Phase das Pech, als nach Dener Jaanimaa auch Johannes Sellin am Pfosten scheiterte (54.). So stand am Ende ein verdienter Sieg des Meisters, der damit auch die imposante Erfolgsserie der MT beendete.

Michael Roth: Ich bin zufrieden mit unserer Leistung. Ich denke, wir haben damit einen guten Teil beigetragen zu einem würdigen Saisonabschluss für den Meister. Leider hatten wir in der ersten Hälfte ein paar Probleme im Spiel “Eins-gegen-eins” und außerdem auch Andreas Palicka richtig eingeworfen. Da blieben sechs, sieben klare Chancen liegen. In der zweiten Hälfte waren wir dann zwar nochmal dran, konnten die Partie aber nicht mehr kippen. Insgesamt war es ein guter Abschluss vor einer voll besetzten Halle. Überragend waren auch wieder unsere Fans, die in großer Zahl mitgefahren sind. Sie haben uns hinterher bis an den Bus begleitet und dazu beigetragen, dass es insgesamt eine gute, runde Sache war.

Statistik

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren (10 P. / 14 G.), Palicka (10 P. / 14 G.); Schmid 4/2, Sigurdsson 9/3, Manaskov, Baena 2, Steinhauser 5, Larsen, Pekeler 1, Groetzki, Reinkind, Taleski, Guardiola 2, Petersson 3, Ekdahl du Rietz 7.

MT Melsungen: Sjöstrand (8 Paraden / 29 Gegentore), Verkic (1 P. / 4 G.); Maric 2, Sellin 4/1, Golla 2, Fahlgren 1, Danner, P. Müller 2, Boomhouwer 2, Rnic 3, Schneider 2, Allendorf 1, Jaanimaa 4, M. Müller 5, Haenen.

Schiedsrichter: Andreas Pritschow / Marcus Pritschow (Leinfelden / Echterdingen)

Zeitstrafen: 4 – 2 Minuten (du Rietz 19:37, Guardiola 35:34 – M. Müller 35:34)

Strafwürfe: 6/5 – 1/1 (Sigurdsson scheitert an Sjöstrand 29:09)

Zuschauer: 13.200 in der SAP-Arena, Mannheim (ausverkauft)

Hinweis der MT in eigener Sache:
Die MT-Geschäftsstelle in Melsungen ist nach einer kurzen Auszeit wieder für Sie da am Montag, 19. Juni 2017!

(Bernd Kaiser)



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