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Priska Hinz auf Sommertour im Schwalm-Eder-Kreis

Ministerin besucht Eder-Renaturierung bei Fritzlar und Artenschutzmaßnahmen in der Ederaue bei Wabern

Schwalm-Eder. „Die Renaturierung von Flüssen und Bächen und ihren Auen dient gleich drei großen Zielen der Hessischen Umweltpolitik: dem Gewässerschutz, der Biologischen Vielfalt und der Anpassung an den Klimawandel“, sagte Umweltministerin Priska Hinz beim vierten Tag ihrer Sommertour. Die Ministerin besuchte ein Renaturierungsprojekt der Eder bei Fritzlar. Dort hat das Land seit 2013 320.000 Euro investiert, um die Eder wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen.

Eder bei Fritzlar: einst gradlinig, heute vielfältig und naturnah
Vor 2013 hatte die Eder noch einen geradlinigen Verlauf, keine naturnahe Vegetation, ungünstige Bedingungen für heimische Fischarten und hinter einem Damm Auwälder, die nicht mehr überschwemmt wurden. Nach der Renaturierung hat sich das Bild gewandelt: Es gibt Gewässerzweige mit Kiesinseln und der Auwald hat wieder Wasseranschluss. Durch die Maßnahmen wurde der von der europäischen Wasserrahmenrichtlinie geforderte, gute ökologischen Zustand erreicht: Fischarten wie Äsche, Forelle und Groppe finden nun wieder Laichplätze, Jung- und Kleinfische strukturreichen Lebensraum in dem Gewässer. Auch die Artenvielfalt ist größer geworden: Vom Anstieg der Fischpopulation profitieren bereits der Eisvogel sowie der Flussregenpfeifer. Auch die in der Aue und auf den Kiesbänken entstandenen Brut- und Rückzugsgebiete kommen den Vögeln zu Gute. „Ich danke allen, die durch ihr Engagement die Renaturierungsmaßnahmen möglich gemacht und so mitgeholfen haben, die Biologische Vielfalt auf 20 Flusskilometern der Eder deutlich zu steigern und geschützte Arten zu fördern“, sagte Ministerin Hinz.

Die Renaturierung trägt auch zur Anpassung an den Klimawandel bei: Es wurden natürliche Flächen, sogenannte Retentionsräume, geschaffen, die die Wasserfluten bei Starkregen oder Hochwasser aufnehmen können. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers wurde reduziert, die Kohlenstoffspeicherung im Auwald erhöht. Der natürliche Uferbewuchs beschattet nun das Gewässer und hat damit eine kühlende Wirkung. „Renaturierung ist wichtiger Teil unseres Klimaschutzplans, der sich auch mit der Anpassung an die Folgen des Klimawandels befasst. Durch Renaturierung finden Arten, die durch den Klimawandel bedroht sind, weiterhin Lebensräume und die Maßnahmen bieten Schutz vor Hochwasser“, so die Ministerin.

180.000 Euro für mehr natürliche Flusskilometer
Die erfolgreichen Renaturierungsmaßnahmen an der Eder werden 2017 fortgeführt. „Ich freue mich sehr, die wasserrechtliche Genehmigung für den nächsten Renaturierungsabschnitt im Bereich der Stadt Fritzlar überreichen zu können“, so die Umweltministerin. Dieser Bauabschnitt schließt unmittelbar an und kostet 180.000 Euro. Er wird erneut zu 100 Prozent vom Land gefördert, weil auch dieser Abschnitt Beiträge zur Zielerreichung der EU-Wasserrahmen- und der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie leistet.

Kammmolch, Laubfrosch, Weißstorch oder Kiebitz finden neuen Lebensraum
Im Anschluss besuchte Umweltministerin Priska Hinz Artenschutzmaßnahmen im Bereich der ehemaligen Schlämmteiche des Kieswerks Oppermann im FFH- und Vogelschutzgebiet bei Wabern sowie Maßnahmen auf dem Betriebsgelände der Firma Oppermann. Das großflächige ehemalige Abbaugebiet des Kieswerks wurde von 2009 bis 2011 durch Roden, die Anlage von Tümpeln und Gehölzen und die Entwicklung grasartiger, heute von Schottischen Hochlandrinder-Rindern gepflegter Vegetation zu einem wertvollen Lebensraum für zahlreiche Arten. Dank der Maßnahmen mit einem Finanzvolumen von 200.000 Euro erhöhte sich der Bestand einiger vom Aussterben bedrohter Arten wie Kammmolch, Laubfrosch und Kreuzkröte, Blaukehlchen, Rohrammer, Weißstorch und Kiebitz. Zusätzlich wurden 2016 weitere Flächen auf dem Betriebsgelände der Firma Oppermann für Amphibien und Reptilien mit Mitteln des Artenschutzes und der Hessischen Biodiversitätsstrategie in Höhe von 26.000 Euro optimiert. „Das ist ein großer Gewinn für das Vogelschutzgebiet ‚Ederaue‘ und das FFH-Gebiet ‚Untere Eder‘,. Gefährdete Arten können erhalten werden und die Biologische Vielfalt gewinnt“, erklärte Umweltministerin Hinz und dankte allen Beteiligten für ihren großen Einsatz für den Artenschutz. Insgesamt sind alle Maßnahmen ein Beitrag, die europäischen Naturschutzrichtlinien umzusetzen. Bei dieser Gelegenheit bemerkte die Ministerin: „Ich bin froh, dass Hessen Ende 2016 für alle FFH-Gebiete Maßnahmenpläne vorgelegt hat. Damit sind die Voraussetzungen für die Förderung von Maßnahmen an FFH-Gewässern in ganz Hessen geschaffen. Ich wünsche mir viele Kommunen, die dem guten Beispiel von Wabern folgen.“

Ministerin mit Landfrauen im Gespräch
Zum Abschluss des Tages traf sich Landwirtschaftsministerin Priska Hinz mit dem Hessischen Landfrauenverband im Betrieb der Familie Fiege in Jesberg-Hundshausen. Die Landfrauen kamen mit der Ministerin zu aktuell wichtigen Themen für den ländlichen Raum ins Gespräch. Die Lage auf dem Milchmarkt, die Attraktivität des ländlichen Raums und Herausforderungen bei der regionalen Vermarktung waren Thema. „Die Landfrauen sind wichtige Ansprechpartnerinnen für die zukünftige Gestaltung des ländlichen Raums. Gerade im Bildungsbereich gibt es hervorragende Projekte wie ‚Bauernhof als Klassenzimmer‘ oder die ‚Werkstatt Ernährung‘, die wir gemeinsam gestalten. Ich freue mich daher auf den weiteren Austausch“, erklärte die Ministerin.



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