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Pfannkuche holt WM-Titel in der Halle

Jutta Pfannkuche steht bei der Siegerehrung oben. Foto: nh
Jutta Pfannkuche steht bei der Siegerehrung oben. Foto: nh

Torun/Polen. Bei den 8. Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften gingen mehr als 4.000 Sportler aus 88 Nationen an den Start. Margit Jungmann, Präsidentin der World Masters Athletics, faire Wettkämpfe sehen. So erlebte sie den Weltmeister-Sieg von Jutta Pfannkuche.

Konkurrenzlos zum Sieg

Für den Deutschen Leichtathletik-Verband gab es bereits am ersten Wettkampftag sieben Goldmedaillen. Mit Jutta Pfannkuche stellte die MT Melsungen eine Weltmeisterin. Elf Seniorinnen aus Deutschland (3), Großbritannien, Irland, Kanada, Niederlande, Slowakei, USA, Ungarn und dem Gastgeberland Polen nahmen am Wettkampf im Hochsprung der W60 teil.

Jutta Pfannkuche bei ihrem Sprung über 1,34 m, der ihr den WM-Titel einbrachte. Foto: nh
Jutta Pfannkuche bei ihrem Sprung über 1,34 m, der ihr den WM-Titel einbrachte. Foto: nh

Sechs Teilnehmerinnen waren noch im Wettkampf, als die Latte auf 1,31 Meter gelegt wurde. Sie machten Hoffnung auf ein ganz großes Hochsprung-Finale. Dennoch waren alle Springerinnen nervös, kribblig und unkonzentriert. So war es keine Überraschung, dass im ersten Versuch keine diese Höhe meisterte. Im zweiten Durchgang überwanden Elisabeth Wisniewski und Jutta Pfannkuche diese Höhe und lagen höhen- und sprunggleich auf Rang eins – und damit auf Goldmedaillenkurs. Bei der nächsten Höhe waren noch drei Hochspringerinnen im Wettbewerb um die Medaillen.

Als Jutta Pfannkuche zu ihrem ersten Versuch über 1,34 Meter aufgerufen wurde, schüttelte sich die Beine aus, streifte ihre Trainingssachen ab und lief konzentriert an. Mit ihrer guten Technik meisterte die Athletin aus Schwarzenberg die Höhe im ersten Versuch. Und so wartete das Publikum gespannt auf den ersten Versuch der Deutschen Elisabeth Wiesniewski (Rodgau) und der Britin Teresa Eades. Aber beide scheiterten nicht nur mit ihrem ersten Sprung, sondern waren auch im zweiten und dritten Durchgang am Ende mit ihrem Können. Damit war Jutta Pfannkuche allein im Wettkampf und hatte nach Malaga (2018) nun auch den WM-Hallentitel in Torun gewonnen.

Zieba mit zu hohem Anfangstempo

Die zweite Starterin der MT Melsungen bei dieser Hallen-WM war Luise Zieba, die über 3000 Meter und im 8km-Crosslauf gemeldet hatte. Auch sie konnte in der Vorbereitungsphase wegen ihrer Probleme im Knie kein intensives Krafttraining durchführen und musste auch im Lauftraining kürzer treten. Nachdem sie beim Abschlusstest nur knapp über der geplanten Zeit blieb, riet ihr Trainer Alwin Wagner, beim ihrem WM-Debüt die drei 1000m-Teilabschnitte in jeweils 3:40 Minuten zu laufen und auf der letzten Runde noch einen Gang hochzuschalten. Das sollte einen Platz unter den Top-Ten sichern.

Luise Zieba geht durchs Ziel. Foto: nh
Luise Zieba geht durchs Ziel. Foto: nh

Vierzehn 3000m-Läuferinnen, darunter allein sechs Langstreckenläuferinnen aus Polen, ermittelten die Hallen-Weltmeisterin in der W35. Die beiden Polinnen Barbara Bieganowska und Anna Rostkowska diktierten von Beginn an das Tempo, während Luise Zieba nicht durchhalten konnte. Die vor ihr laufende Polin Elzbieta Kowalewska musste ebenfalls ihrem schnellen Anfangstempo Tribut zollen und wurde von Luise noch auf der letzten Runde überholt. Nach 11:02,23 Minuten erreichte die Gartenbauarchitektin aus dem Spangenberger Stadtteil Bergheim als Zehnte das Ziel. Für sie war es immerhin noch der persönliche Hausrekord auf dieser Strecke. Barbara Bieganowska (9:54,84) und Anna Rostkowska (9:55,68) sicherten sich den Doppelsieg für Polen und Soumaya Bousaid (Tunesien) blieb bei dem Gewinn der Bronzemedaille mit 9:59,73 ebenfalls unter 10 Minuten.

Über eine Wurzel gestolpert

Einen Tag später testeten über 50 Ausdauerspezialistinen der W35 bis W45 ihre Kraft und Kondition beim 8km-WM-Crosslauf. Der anspruchsvolle zwei Kilometer Rundkurs führte auf einer sandigen Piste durch einen Kiefernwald mit vielen Wurzeln. Bei leichtem Nieselregen und einer Temperatur um fünf Grad mussten mehrere kurze, steile Anstiege, an denen zusätzlich noch Sand verteilt worden war, bewältigt werden. Luise Zieba, die noch schwere Beine vom Vortag hatte, legte die erste Runde in 8:04 Minuten zurück und wurde auf der zweiten Runde mit 8:31 Minuten gestoppt. Pech hatte sie in Runde drei, als sie über eine Wurzel stolperte und hinfiel. Aber nach einer Schrecksekunde erhob sie sich wieder und setzte das Rennen fort. Je näher sie sich in der letzten Runde dem Ziel näherte, umso mehr brannten ihre Oberschenkel.

Luise Zieba beim 8km-WM-Crosslauf, in dem sie als beste Deutsche den 9. Platz belegen konnte. Foto: nh
Luise Zieba beim 8km-WM-Crosslauf, in dem sie als beste Deutsche den 9. Platz belegen konnte. Foto: nh

Elzbieta Kowalewska, die am Vortag von Zieba noch überholt wurde, revanchierte sich beim Crosslauf und überholte nun die Langstreckenläuferin der MT Melsungen. Aber diese ließ sich nicht abschütteln und blieb an der Polin kleben wie eine Klette. Die kämpferische Einsatz hatte sich gelohnt, denn die Polin belegte nach 33:57 Minuten den achten Platz. Nur sieben Sekunden später erreichte Luis Zieba als Neunte den erlösenden Zielstrich.

(ajw)



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